COUNT RAVEN – The Sixth Storm

Albumtitel

The Sixth Storm

Label/Vertrieb

I Hate/Soulfood

Veröffentlichung

29.10.2021

Laufzeit

73:26 Minuten

Genre

Doom

Vom Glück verfolgt sind COUNT RAVEN nun wirklich nicht. Die Band müsste eigentlich ein viel größeres Standing in der Szene haben, wären da nicht immer wieder die Hindernisse, die aus dem Weg geräumt werden müssen. Dass „The Sixth Storm“ am Ende zwölf Jahre nach dem Vorgänger „Mammons War“ erscheint, ist den privaten Tragödien von Bandchef Dan Fondelius geschuldet, der in den letzten Jahren seinerseits mit schweren Herzproblemen zu kämpfen hatte und den Tod seiner Frau erleiden musste. Die Trauer versuchte er zu überwinden, indem er die Songs für das Album einspielte. Den Abschluss von „The Sixth Storm“ bildet dabei das emotionale auf Piano-Tönen basierende „Goodbye“, das seiner Frau gewidmet ist. Für mich ist die Band der perfekte Bastard von Black Sabbath und Manilla Road, was in der Abstammungsurkunde einen metallischen Adelstitel bedeutet. Dan’s Gesang liegt auch ganz nah bei seinem zwei imaginären Vätern Ozzy und Mark Shelton. Er ist sicherlich kein überragender Vokalist, hat aber jede Menge Ausstrahlung und Timbre in seiner Stimmen.

Doch kommen wir zur Scheibe an sich. Wo COUNT RAVEN drauf steht, ist auch weiterhin zu 100% COUNT RAVEN drin. Der Doom der Schweden fließt immer noch wie Lava aus den Boxen und das Songwriting ist phasenweise von außergewöhnlicher Qualität. Von der Spielzeit legt man nach heutigen Verhältnissen fast schon ein Doppelalbum vor, denn die neun Songs erstrecken sich über 73 Minuten. Durch die Komplexität der Nummern stellt sich keine Langeweile ein, wenn es auch angeraten ist, eventuell nur drei oder vier Songs am Stück zu hören, um sie fassbarer zu machen.  Speziell das Epos „Baltic Storm“, welches vom Untergang der MS Estonia im Jahr 1994 handelt, erzeugt viele Emotionen beim Hörer. Zahlreiche Menschen aus Dan’s Umfeld kamen bei dieser Tragödie zu Tode und er schildert mit seinen Lyrics seine Sichtweise der Dinge. Der neue Basser Samuel Cornelsen war am Songwriting für das Album noch nicht beteiligt, konnte aber schon unter Beweise stellen, dass er mit Drummer Jens Bock eine ausgezeichnete Einheit bilden wird, die dann die Marschrichtung für Dan auf der Bühne vorgibt. Bevor ich jetzt jeden Song auseinandernehme empfehle ich den Doom-Anhängern, aber auch der Epic-Fraktion, sich „The Sixth Storm“ zuzulegen, denn viel besser werdet ihr in dieser Stilrichtung in nächster Zeit wohl nicht bedient. Die Produktion klingt leider etwas dünn, aber wer kann in diesen Zeiten schon fette Mieten für ein Studio zahlen.

Fazit
Ein Tempolimit wäre für COUNT RAVEN kein Problem. Entdecke die Langsamkeit betörenden Dooms.
12
von 15
Edelstahl
Heavy Metal is Immortal!