Laurenne / Louhimo – The Reckoning

Albumtitel

The Reckoning

Label/Vertrieb

Frontiers Records / Soulfood

Veröffentlichung

09.07.2021

Laufzeit

41:54 Minuten

Genre

Melodic Metal

Die Italiener Frontiers Records ballern seit einigen Monaten jeden Monat locker sechs bis neun Veröffentlichungen unter das Volk, was definitiv zu viel ist und wo auch viel (gutgemachte) Retortenware in Form diverser vom Labelboss zusammengestellter Projekte gipfelt. Dass die Fans nicht alles fressen zeigen die Proteste bei Sunstorm, diese finnische Projektscheibe hier ist aber von einem ganz anderen Kaliber. Hier arbeiten die tollen Sängerinnen Noora Louhimo (Battle Beast) und Netta Laurenne (Smackbound) beide aus Tampere in Finnland zusammen. Gerade Netta und ihre Band haben etwas mehr Aufmerksamkeit verdient, ging ihr Album doch im italienischen Veröffentlichungsoverkill etwas unter. während Noora mittlerweile auch als Gastsängerin und Solomusikerin etabliert scheint. Zusammen mit dem Gitarristen, Songwriter und Produzenten Nino Laurenne von Thunderstone und Nettas Ehemann, sowie Sampo Haapaniemi am Schlagzeug wurde das Album „The Reckoning“ angegangen. Geschrieben hat die Scheibe das Ehepaar Laurenne, was ich als alter Thunderstone Fan auch direkt glaube.
Gekonnter Melodic Metal mit ein paar Ohrwürmern ist das Ergebnis, wobei die Lieder wirklich gut auf die Stimmen der beiden Damen passen und mit dezenten Keys, finnischem Pathos und jede Menge starken Refrains versehen wurden. Das beginnt schon mit dem Midtempo Eröffnungstrack „Time To Kill The Night“, geht über zum famosen und flotten Titelstück, einem balladesk beginnenden Stampfer und zieht sich durch die gesamte Scheibe durch. Hier sitzt wirklich alles! Sicherlich könnte ein Track wie „Tongues Of Dirt“ auch auf einer Thunderstone Scheibe stehen, wobei der AOR Refrain von „Striking Like A Thunder“ gepaar mit stampfendem Metal schon sehr spannend klingt. „Bitch Fire“ lebt dann auch von den wechselnden Stimmen und ist an sich ein richtiger Speedkracher. Aber die Damen bauen auch mit „Hurricane Love“ in der Mitte der Scheibe eine starke Powerballade ein und am Ende gibt es mit „Dancers Of Truth“ einen epischen sieben Minuten Abschlusstrack welcher auch genügend Härte in Sachen Riffs besitzt.

Verdammt starke Scheibe die ich so nie erwartet hätte, mehr davon!

Fazit
Sehr starke Scheibe die sich wohltuend originell von den üblichen Projektscheiben bei Frontiers Records abhebt!
13
von 15
Hervorragend
"Ein Gitarrenriff sollte nie länger sein, als es dauert, eine Bierflasche zu köpfen.“ Lemmy Kilmister (Motörhead)