FULCI – EXHUMED INFORMATION

Albumtitel

Exhumed Information

Label/Vertrieb

Time To Kill Records

Veröffentlichung

23.07.2021

Laufzeit

32:01 Minuten

Genre

Death Metal

FULCI sind glühende Verehrer der traditionellen italienischen Küche. Soweit nicht ungewöhnliches könnte man meinen, doch wer an die klassischen Gaumenfreuden wie Pizza oder Pasta denkt, liegt weit daneben. Der Stiefelstaat am Mittelmeer kann auf eine excellente lange Historie des Horrorfilmgenre zurückblicken. Klassiker wie ‚Die Stunde, wenn Dracula kommt‘ (1960) oder ‚Dawn Of The Dead‘ (1978), sorgten zu Ihrer Zeit für mächtig Wirbel und heute für einen nicht endenden Kultstatus unter Filmfans. Ermöglicht wurde dies durch die Regisseure Dario Argento oder Lucio Fulci, welche auch heutzutage noch großes Ansehen genießen. Genau auf diese Blut lechzenden Schiene toben die italienischen Brutalos FULCI. Bereits 2015 wurde mit dem Debüt die Pforten der Hölle weit aufgestossen. Mit dem zweiten Tribut an die alten Zombie-, Kannibalen- und anderen Goreklassiker der 70er und 80er wurde das zweite Album „Tropical Sun“ vor zwei Jahren thematisiert.

In der aktuell dritten Runde behandelt die Band eines der letzten Filmkapitel aus der Feder von Lucio Fulci. „Voices From The Beyond“ oder auch unter „Stimmen aus dem Jenseits“ bekannt. Ein gruseliges Drama aus dem Jahr 1991, wo der italienische Horrormeister ein letztes Mal Regie geführt hatte. Ihm zu Ehren wurde das Konzept zu „Exhumed Information“ sorgfältig überdacht und schlussendlich ein zweiteiliges Album produziert. Im ersten Teil ist der klassische Death Metal vertreten, welcher durch Synthesizereinlagen, Zitaten und Samples des Filmdramas eingerahmt sind. Recht geordnet geht es im überwiegenden Midtempo durch die ersten sechs Tracks, wo eigentlich nur „Evil“ die Schlagzahl erhöht und „Tomb“ einige Breakdowns auf Lager hat.

Ab dem siebten Track folgt ein kompletter Break und man taucht in die Klangwelt von Musik- und Filmkomponisten ab. Dort wo die Größen der  synthetischen Tönen, wie Claudio Simonetti’s Goblin oder Fabio Frizzi, den Taktstock schwingen, sind die letzten vier Songs stilistisch angesiedelt. Elektro-/Soundtrack-Projekt TV-CRIMES war federführend bei der Einspielung der Synthie-Tracks und haben völlig entgegengesetzt zu dem ersten Death Metal Part einen kurzen Soundtrack geschaffen.

 Diese doch konträre Gegensätze, die einen auf „Exhumed Information“ erwartet ist sehr gewöhnungsbedürftig. Der Death Metal Part liegt eher im grauen Mittelfeld und lässt sich durch den produzierten Soundtrack in einem recht zwiespältigen Licht erglänzen. 

Fazit
FULCI experimentiert mit einer Ode an die italienische Horrorfilm Movieküche aus zweierlei Blickwinkeln. Gewöhnungsbedürftig !
7
von 15
Zumutbar
.