:NODFYR: – EIGENHEID

Albumtitel

Eigenheid

Label/Vertrieb

Van Records

Veröffentlichung

05.03.2021

Laufzeit

40:53 Minuten

Genre

Pagan Metal

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Es gibt wohl wenige Labels, bei deren Veröffentlichungen Fans derart unbesorgt zugreifen können wie Vàn Records. In dieser erlauchten Gesellschaft liegt die Messlatte für das Langspiel-Debüt von :NODFYR: naturgemäß recht hoch. Dieser hört auf den Namen „Eigenheid“, was niederländisch für „Identität“ oder „Eigenart“ ist. Die Band stammt aus dem Gelderland und besingt dieses und seine Geschichte in ihren Liedern. Wer dabei an HEIDEVOLK denkt, ist auf dem richtigen Dampfer, denn dort war Sänger Joris lange aktiv.
Klanglich weht der Wind hier allerdings rauer als bei den Ex-Kollegen. Streicher und Harfe aus der Konserve leiten stimmungsvoll den Opener „Mijn oude volk“ und tragen einen sanft in die Klangwelt des Albums – bis zur zweiten Zeile. Hat er da gerade wirklich „Mein Blut, mein Boden“ gesungen? Kein originärer NS-Begriff, aber definitiv eng mit dem Nationalsozialismus verwoben und ohne diesen nicht denkbar, hätte die Band sich diese Zeile wohl schenken können. Da die Scheibe insgesamt nicht den Eindruck macht, auf plumpe Provokation aus zu sein und ich bei keinem der Bandmitglieder Verbindungen in rechtsradikale Milieus ausmachen konnte, rezensiere ich die Scheibe weiter und erfreue mich mit leicht bitterem Nachgeschmack im Hals gerne an der Musik, aber bitte, spart Euch sowas in Zukunft. „Gelre, Gelre“ ist eine Hymne ans Gelderland, auch sowas gab es schon von HEIDEVOLK. Nur dass diese wesentlich weniger Met-selig und schunkelig klingt und sich nicht in erster Linie an die hörnerschwingenden „OOOODIN!“-Rufer auf dem Festivalgelände richtet. „Wording“ erinnert leicht an die Urväter BATHORY, abgesehen natürlich vom Gesang. Letztlich ist es auch vor allem der Gesang von Joris, der :NODFYR: ihr Alleinstellungsmerkmal verleiht. Nachdenklich und erhaben erzählt er im Bariton von seiner Heimat und ihren Geschichten und lässt dabei manches Mal die restliche Instrumentierung nahezu als Beiwerk erscheinen. Passend dazu gibt es mit „Driekusmann“ ein Stück traditionellen Liedgutes, das sie in ihrem eigenen Stil interpretieren. Hierbei kommt durch die Folkinstrumente tatsächlich etwas Mittelaltermarkt-Atmosphäre auf, aber in diesem Kontext durchaus positiv.  „Nagedächtnis“ wirft als würdiger letzter Song alle Stärken des Albums noch einmal in den Ring und ist meiner Ansicht nach der beste Song des Albums.
:NODFYR: liefern auf ihrem ersten Longplayer majestätisch klingenden Pagan Metal ab, die Altvorderen des Genres sind an auf „Eigenheid“ allgegenwärtig. Über einem Orchester aus E-Gitarren und zumeist zurückhaltenden Synthies thront der Bariton von Joris und sorgt für manchen Gänsehautmoment. „Eigenheid“ ruht in sich und bricht nie wirklich aus sich heraus und ist definitiv ein sehr individuelles Stück Musik.   

Fazit
Ein amtliches Debut haben :NODFYR: da veröffentlicht!
12
von 15
Edelstahl