DIE KRUPPS – SONGS FROM THE DARK SIDE OF HEAVEN

Albumtitel

Songs From The Dark Side Of Heaven

Label/Vertrieb

Oblivion/SPV

Veröffentlichung

28.05.2021

Laufzeit

41:38 Minuten

Genre

Industrial/Crossover

DIE KRUPPS habe ich 1992 „entdeckt“, mit ihrem Tribut Album an METALLICA. Auch das nachfolgende Album „II – The Final Option“ sowie den Auftritt auf dem Dynamo Open Air habe ich hart gefeiert. Denn: so etwas gab es in dieser Art noch nicht. DIE KRUPPS kamen aus dem EBM und Industrial Lager, und erst mit der METALLICA Cover Scheibe bekam auch die Metal Welt mit dass sich da etwas anbahnt. Durch die Zusammenarbeit mit Lee Altus (damals Gitarrengott bei HEATHEN) bekam das Ganze auch einen entsprechenden metallischen Klang. Das Joint Venture ging aber nicht wirklich lange gut, die Vorstellungen waren dann doch etwas zu unterschiedlich. Und wenn man rückblickend sich die Scheiben anhört kann man auch den Unmut von Lee Altus verstehen, denn die Gitarren waren doch arg leise und in den Hintergrund gemischt worden. Danach verflüchtigte sich mein Interesse und ich bin der Meinung, nichts verpasst zu haben.
Als die Meldung kam, dass DIE KRUPPS mit einem neuen (Cover) Album ankommen dachte ich mir, der Nummer mal wieder eine Chance zu geben. Auf „Songs From The Dark Side Of Heaven“ zollt man nun den eigenen „Göttern“ oder Idolen/Vorbildern Tribut. So ist die Songauswahl für Metalheads eher unspektakulär. Klar, „Another One Bites The Dust“ von QUEEN oder „(Don’t Fear) The Reaper“ von BLUE ÖYSTER CULT kennt wohl jeder. THE STRANGLERS kommen auch noch gerade so durch, bei SPARKS und DEVO wird es aber schon recht dünn, bevor bei FAD GADGET, MCL oder GANG OF FOUR höchstwahrscheinlich nur noch Achselzucken kommt. Zu allem Überfluss wurde eine E-Gitarre sehr spärlich eingesetzt! Wenn mich nicht alles täuscht gibt es den ersten Einsatz erst bei Song Nummer Vier.
Und diese Tatsache bringt mich zu der Frage, wer das Zielpublikum für diese Veröffentlichung sein soll. Denn die Platte wird als Industrial Metal Scheibe beworben, verfügt aber über sehr wenig Metal Anteile im Allgemeinen. Und ob die elektronischen Jünger von Jürgen Engler & Co. unbedingt Bock darauf haben, eine Synthie Version von einem totgenudelten Rock Klassiker á la „(Don’t Fear) The Reaper“ käuflich zu erstehen wage ich zu bezweifeln.
Weiterhin muss ich auch klipp und klar sagen, dass die Umsetzungen der Songs recht lieblos gestaltet ist. Selbst bei Liedern, die ich mir nachträglich angehört habe, um einen Vergleich zu haben (z.B. „Whip It“ von DEVO) fallen mir kaum Unterschiede auf. Schlagzeug, Keyboard und Bass werden durch Synthie Klänge ersetzt, dazu die (mal mehr, mal weniger) verzerrte Stimme von Jürgen Engler, und fertig.
Da retten auch die zahlreichen Gastmusiker nichts mehr, denn deren Mitwirken ist oftmals nur zu erahnen.
Für meinen Geschmack fehlt es auch der Produktion an Wumms. Klar, Industrial (Metal) soll eher klinisch und kühl wirken, aber so völlig ohne Durchschlagskraft? Come On!
Und zu guter letzt: beim dem Cover und dem Albumtitel KEIN Stück von PINK FLOYD dabei zu haben ist entweder Verarschung oder ein verdammt schlechter Witz!

Fazit
Ein Trauerspiel von einem Cover Album!
3
von 15
Erbärmlich
Not everyone likes Metal - Fuck them!!!