SERVANTS TO THE TIDE – SERVANTS TO THE TIDE

Albumtitel

Servants To The Tide

Label/Vertrieb

No Remorse Records

Veröffentlichung

26.03.2021

Laufzeit

34:05 Minuten

Genre

Epic Doom Metal

SERVANTS TO THE TIDE sind eine neue Band aus Deutschland. Ihren Bandgründer Leonid Rubinstein dürften Metalfans aus seiner Zeit als Bassist bei der Epic Extreme Metalband CRAVING kennen, mit denen er schon eine amtliche Diskographie vorweisen kann. Auf dem vorliegenden Album zeichnet er sich auch für Gitarre und Keyboard verantwortlich und es liegt nahe, dass die ganze Scheibe aus seiner Feder stammt. Hat er jetzt mit Stephan Wehrbein am Mikrofon und Lucas Freise an den Drums die richtigen Mitstreiter für seine Vision gefunden?
Die Scheibe beginnt mit einem Intro, wie es eines solchen Vorhabens würdig ist, und erinnert hier nicht zum letzten Mal an die Epic Doom Überflieger von ATLANTEAN KODEX. Ruhiger Gesang, Wellenrauschen, Akustikgitarre, in der Ferne ein Piano. „A Wayward Son‘s Return“ beginnt doomig und schwer, wartet aber immer wieder mit großartigen Melodien auf. Auch ist angenehm zu merken, dass hier ein versierter Bassist am Werk ist, es setzen alle Instrumente harmonische Akzente. Doch auch das beste Songwriting wäre zum Kentern verurteilt ohne einen Sänger, der diese Stimmung einzufangen und transportieren zu vermag, und da ist mit Stephan Wehrbein scheinbar genau der richtige am Werk. Auch wenn er sich generell genreuntypisch eher in Baritongefilden bewegt, ist es umso schöner, wenn er dann doch einmal die Eier zusammenkneift und sich in Powermetal-Höhen emporschwingt. Ob zweistimmig oder allein, er setzt die richtigen Akzente. Das Herzstück des Albums ist für mich „North Sea“, und das nicht nur weil die Zeile „Bury me in the northern sea“ mir so sehr aus der Seele spricht. Was die Band hier kompositorisch auffährt, ist absolut Weltklasse. In eine ähnliche Kerbe schlägt dann auch der Rausschmeißer „A Servant To The Tide“, bei dem noch Gastsänger Luc Francois von MIND PATROL für leichte AMON AMARTH-Vibes sorgt. Klassischeren, aber dennoch hochwertigen Epic Doom bieten „On Marsh And Bones“ und „Your Sun Will Never Shine For Me“. Es ist wahrhaftig eine Gratwanderung, einer Band so offenkundig zu huldigen und dabei trotzdem so eigenständig und großartig zu klingen.
Die Musik wabert düster und traurig aus den Boxen, und wenn dann doch mal ein Sonnenstrahl durchbricht, dann nur, um alsbald wieder von den Wolken verschluckt zu werden. Musik, die eigentlich auf LP gepresst gehört. Viele Bands kranken daran, dass sich beim Hören der Musik eine epische Melodie nach der anderen entfaltet, und nach dem Hören der Scheibe doch  nichts hängengeblieben ist – nicht jedoch SERVANTS TO THE TIDE. Mit so einem starken Debüt kann diese Band eigentlich nur einen glorreichen Weg vor sich haben, wenn dann auch noch die Liveumsetzung funktioniert.

Fazit
Epic Doom aus der obersten Schublade! Ein ganz starkes Album
13
von 15
Hervorragend