Lee Aaron – Radio On!

Albumtitel

Radio On!

Label/Vertrieb

Metalville/Rough Trade

Veröffentlichung

18.06.2021

Laufzeit

47:26 Minuten

Genre

Hard Rock

Die kanadische Sängerin Lee Aaron war im Grunde genommen die erste Metal-Queen, noch vor unserer Doro! Nicht umsonst hieß ihr zweites Album 1984 „Metal Queen“. Obwohl für so richtig harten Metal stand die hübsche 1962 geborene Sängerin nie, ehr für melodischen Hardrock, aber zu dieser Zeit waren ja Gruppen wie Deep Purple, Black Sabbath und Konsorten auch unter der Rubrik „Metal“ zu finden. Heute sieht das ja anders aus, da gehen besagte Gruppen doch eher als Classic Hardrock durch. Egal, Lee Aaron verschwand nach ihren erfolgreichsten Zeiten leider in der Versenkung und hat seitdem von Jazz über Soul bis hin zum Swing viel ausprobiert. Schön allemal, dass ihre Fans sie nicht vergessen haben. Vor fünf Jahren kehrte sie mit „Fire & Gasoline“ zu ihren rockigen Wurzeln zurück, dem 2018 noch das Cover-Album „Diamond Baby Blues“ sowie eine in Deutschland aufgenommene Live-Scheibe folgten. Ihr Weihnachts-Album „Almost Christmas“ im letzten Jahr wurde hier aber nicht wirklich wahrgenommen.

Nun also ihr neues Studioalbum „Radio On!“ das erneut im Rock-Sektor angesiedelt ist. Dabei muss ich sagen, dass ihre Stimme nicht mehr die Faszination auf mich ausübt, wie das noch vor fast 40 Jahren der Fall war. Doch immerhin trifft die Gute noch die Töne und verliert sich nicht in untauglichen Versuchen, die alten Zeiten wieder aufleben zu lassen. Das macht mir diese Künstlerin sehr sympathisch, gerade weil das Album sehr eingängig und dementsprechend alltagstauglich ausgefallen ist. Nicht falsch verstehen, von Kitsch ist die Scheibe zu jeder Zeit meilenweit entfernt, klingt sie doch eher entspannt und erdig. „Devil`s Gold“ mit seiner Slide-Guitar etwa ist allein das „Eintrittsgeld“ wert, was für ein genialer Song! Klar wurde die Röhre im Laufe der Jahre nicht besser, eher anders. Und trotzdem erstaunlich, wie wenig an Substanz doch verloren gegangen ist. Ganz zu schweigen, was für eine optisch tolle Figur die im Juli 59 Jahre jung werdende Kanadierin noch macht, wie auf dem Cover deutlich zu sehen ist! Und ist eine Hammer-Ballade vergangener Zeiten wie „Barely Holdin` On“ natürlich nicht zu finden, ist eine feine, akustisch eingeleitete und sich in harten Gefilden steigernde Nummer wie „Wasted“ aller Ehren wert. Eine echte Ballade findet sich mit „Twenty One“ erst ganz am Ende der Platte.

Fazit
Sehr entspannt rockt sich die ehemalige Metal Queen ins letzte Viertel ihrer Karriere!
11
von 15
Gut
Die Melodie muss stimmen!