Winding Road – Winding Road

Albumtitel

Winding Road

Label/Vertrieb

AOR Heaven/Soulfood

Veröffentlichung

26.03.2021

Laufzeit

56:51 Minuten

Ein regelmäßiges ungläubiges Staunen befällt mich jeden Monat, wenn neue Releases im Melodic-Bereich anstehen. Gefühlt kommen 90% der Bands nämlich aus Skandinavien. Das ist dann nur noch schwer zu überblicken und kann durchaus mal zu Problemen beim Durchblick und Sortierung der Namen, Titel oder Songs führen.

Das ist die eine Seite der Medaille, die andere ist natürlich die Frage nach der Qualität der jeweiligen Geschichten, vor allem dann, wenn es sich um Greenhorns im Musikbiz handelt und man sich nicht mit bekannten Namen von etablierten Kollegen wie beispielsweise Robert Säll, Erik Mårtensson oder Robban Bäck schmücken kann oder dies nicht möchte. Natürlich kann sich die vorhandene Qualität nicht bei allen in hohen Sphären bewegen, das sollte klar sein. Genug gemeckert. Gilt Masse statt Klasse also auch für Winding Road, die mit Sänger Jonas Tyskhagen, Gitarrist Magnus Åkerlund und Drummer Jan Hedlund eben drei bei uns unbekannte Mitglieder aufweisen? Glücklicherweise nicht, denn die Musik gefällt mir schon mit dem flotten Opener „It’s A Matter Of Survival“ richtig gut, weil die für meinen Geschmack genau richtige Mischung aus Eingängigkeit, gesunder Härte und Abwechslung geboten wird. Dass Jonas Tyskhagen noch über eine wirklich starke und wandelbare Stimme verfügt, macht die Sache dann in Verbindung mit den knackigen Gitarren rund. Und genau die Gitarren mit feinen Licks und Solos stehen dann auch im Mittelpunkt, wobei die Tasten schön sparsam, aber trotzdem effizient eingesetzt werden. Sogar eine erstklassige Piano Ballade wie „I Lost You“ kommt dank einer wuchtigen Produktion und famosen Gitarren-Solo auf diese Weise überhaupt nicht schmalzig oder kitschig daher, sondern erinnert mich tatsächlich an die Könige des Genres, nämlich Journey! Von daher bescheinige ich dem Trio, verdammt viel richtig gemacht zu haben, denn ich habe lange nicht mehr ein derart starkes Debütalbum im AOR-Bereich gehört!

Im letzten Drittel geht der Scheibe zwar ein kleines bisschen die Puste aus, doch ist das aufgrund der vorherigen starken Lieder zu verschmerzen. Wäre ja auch irgendwie seltsam, wenn bei einem Debüt die Höchstwertung fallen würde, oder? Aber eine dicke Empfehlung für euch Melodic-Nerds bleibt trotzdem über!

Fazit
Starkes Debüt im AOR Bereich, mal wieder aus Schweden!
12
von 15
Edelstahl
Die Melodie muss stimmen!