MOURNERS – ACT 1: TRAGEDIES

Albumtitel

Act 1: Tragedies

Label/Vertrieb

Personal Records

Veröffentlichung

05.02.2021

Laufzeit

49:50 Minuten

Der Funeral Doom hat sich unter den Genres inzwischen zu einer Art delikaten Feinschmeckersparte entwickelt. Musik, die nicht einfach nebenbei gehört wird. Wer diese Art des Metal lieben gelernt hat und zu schätzen weiß, kommt nicht drum herum das rumänische Trio MOURNERS einer ausgiebigen Hörprobe zu unterziehen.
Die Band wurde aus der Asche des von der Kritik gefeierten englischen EYE OF SOLITUDE geboren, welches eines der führenden Vertreter der europäischen Funeral Doom Szene gewesen sind.
Auch wenn das Debüt klassisch in 7 Songs aufgeteilt ist, entfaltet „Act 1: Tragedies“ seine anziehende Wirkung erst im Zuhören des gesamten Werkes. Hier wird nichts als Dunkelheit und schwere Kompositionen in einen typisch langsamen Tempo, das den Grund des Untergangs erschüttern soll.
Es entsteht in der Ruhe geprägten Atmosphäre eine überwiegende Beklemmung und man stellt sich die Frage, was als nächstes einen erwartet. Orchesterelemente entfalten zusammen mit dem Schlagzeug einen faszinierenden Spirit, welcher durch die Vocals von Daniel Neagoe fett abgerundet wird. Diese Power in der Stimme reicht locker aus, die ein oder andere Death Metal Band gesangstechnisch locker in die Tasche zu stecken.
Es ist klar, dass diese langsamen Bestattungstempos und dem inbrünstigen Grunzen auf dem Album das Genre bestens vertritt, und mit bedrückendem Ambiente und einem melancholischen Gefühl einen komplett mitnimmt. Allerdings sind einige Elemente rauszuhören, welche ebenso gut in den Gothic Bereich passen, was hier bedrückend und grob umgesetzt wird. Und es funktioniert sehr gut.
Das Trio verwendet lange Songs, um seine musikalischen Ideen auszudrücken, und vielleicht klingt es langweilig für diejenigen, die nicht an Funeral Doom Metal gewöhnt sind. Aber die rohe Energie und das bedrückende Gefühl von „The Way of Darkness“ (sehr gute Keyboards und Pianos-Parts im Kontrast zu den harten Gitarrenriffs), die melancholische Begräbnisnote von „Souls Breathing Nothingness“ (die Keyboards und der Gesang sind in Ordnung, aber vielleicht wäre ein nicht so leiser Satz an Stimmen perfekt für die Band !?), und das elegante, langsame Ambiente von „Ansu Enthroned“ und „Journey in Fear“ (beide mit guter rhythmischer Arbeit von Bassgitarre und Schlagzeug) zeigt dies musikalisches Potenzial.
Das MOURNERS ihr Debüt gemischt und gemastert haben spricht für das Trio. Die Band bevorzugt einen klaren und definierten Ansatz, um ihre musikalische Arbeit auszudrücken, damit alles leicht und ohne weitere Traumata verstanden werden kann und die Instrumentalstücke mit Bedacht ausgewählt wurden. Vielleicht könnte ein externer Produzent ihnen helfen, sich durch weitere Ideen beim nächsten Mal die Stufen auf ihrer Karriereleiter weiter emporzusteigen.
Natürlich ist „Act 1: Tragedies“ nur ihre erste Veröffentlichung, aber es weist darauf hin, dass MOURNERS in Zukunft das Erbe von EYE OF SOLITUDE würdig vertreten.

Fazit
Gelungenes Debüt, was auf weitere rituelle Begräbnisse im Wald hoffen lässt!
12
von 15
Edelstahl
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