FELGRAVE – A WANING LIGHT

Albumtitel

A Waning Light

Label/Vertrieb

Personal Records

Veröffentlichung

05.02.2021

Laufzeit

49:03 Minuten

Das Musiker häufig sich ein Künstlerpseudonym verwenden ist fast so alt wie Musik selbst.
FELGRAVE ist ein norwegisches Soloprojekt, wo M.L.Jupe sich dem Death-/Doom verschrieben hat. M.L. Jupe hat allerdings seine Wurzeln in Australien, wo er unter dem Projektnamen DEAD HILLS und der Verwendung von Weaver als Pseudonym doomigen Black Metal produzierte.
Ein eiskalter heulender Winterwind eröffnet „Millennium Shroud“ gepaart mit unheimlichen Tönen die zu vernehmen sind. Beste musikalische Begleitung für einen morgendlichen Trauerzug durch ein nebelverhangenen Wald. Im Laufe dieses wahrlichen fünfzehnminütigen Schwerfälligkeit bringt sich düster gehaltene Wut mit ein. Der Gesang ist gemein … manchmal guttural, während an anderen Stellen klassische Black Metal Screams entlockt werden. Saubere Gitarren sorgen für ein etwas schnelleres Tempo und ein bisschen Melodie in den melancholischen Trauerzug.
„The Borrower“ beginnt ebenfalls mit heulenden Winden, und doch straighteren Bassgitarrennoten. Das Eröffnungsriff geht linearer, welches nicht unbedingt dem Doom Metal zuzuordnen ist. Nach einen plötzlichen Break kehrt eine sprichwörtliche Ruhe ein. Angenehm plätschern melodiös die Noten vor sich hin. Eine saubere Gitarren- und Gesangspassage entsteht, wird aber bald durch ein verheerendes Riff ersetzt, das alles um sich herum zerquetscht. Gegen Ende kommen einige großartige Bassnoten hinzu, die mit einer Flut von Klängen endet.
„Summer’s Widow“ ist ein kurzes Akustikgitarrenzwischenspiel mit etwas Ambiente im Hintergrund, welches die bisherige Schwere der vorhergehenden Songs etwas auflockert.
Mit etwas himmlischen Choreinlagen und sehr sauberen sowie verzerrten Gitarrenarbeit beginnt das knapp 10 Minütige „Withered Years“. Der Gesang von M.L. Jupe ist ziemlich wütend, mit einer kratzigen Kante. Es nimmt wieder Fahrt auf und fällt dann auf einige melodische Umgebungstöne ab, die ziemlich dunkel sind und mit gequälten Schreien enden.
Das bei FELGRAVE nicht bei der Songlänge gespart wird zeigt sich auch beim finalen „Oracular“, welches die Marke von 10 Minuten wieder überspringt. Das Lied beginnt etwas bedächtig. Aber nur um sich ständig zu steigern.Es driftet zwischendurch in atmosphärische Spähren ab, was dem Song eigene eigene Duftmarke verleiht.
M.L. Jupe versteht sein Handwerk und ruft hier viele verschiedene Klänge hervor. Die verschiedensten Gefühlslagen werden hier automatisch abgerufen und hinterlässt ein gute Stimmung. Eingebaute genreuntypische Überraschungsmomente lassen einen aufhorchen.
Der Kern von „A waning Light“ ist tief, dunkel und wild. Die Produktion der Vocals passen hervorragend in das gesamte Konzept.

Fazit
"A Waning Light" ist nach mehrfachem Hören beileibe kein schwindendes Licht, sondern ein aufsteigender Stern.
12
von 15
Edelstahl
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