Leaves’ Eyes – The Last Viking

Albumtitel

The Last Viking

Label/Vertrieb

 Afm Records / Soulfood

Veröffentlichung

23.10.2020

Laufzeit

52:33 Minuten

Was Odin sich dabei gedacht hat ausgerechnet mir den neuen Silberling von Leaves’ Eyes mit dem Titel „The Last Viking“ auf den Schreibtisch zu knallen, bleibt sein eigenes Geheimnis. Denn es ist eine Tatsache und kein Geheimnis, dass ich mich sehr schwer tue mit Leaves’ Eyes und mit ihren letzten Werken, seit Liv Kristine nicht mehr Teil der Band ist. Wenn ich vorher gefragt worden wäre, hätte ich also abgelehnt. Da dieses aber nicht der Fall ist, habe ich mir alle Mühe gegeben das Album so objektiv zu besprechen, wie es mir möglich war. Um es vorneweg zunehmen: bei allem Bemühen und mich hinterfragen, ob es jetzt ein faires Urteil ist oder nicht, komme ich zu der Erkenntnis, dass „The Last Viking“ musikalisch das Herz auf dem richtigen Fleck hat, es aber nicht gelungen ist die Seele auf den Tonträger zu bannen. Alles klingt wie von der Stange und lässt selten aufhorchen. Gerade was den Orchester- und Keyboardmix angeht, bin ich enttäuscht!
Nicht falsch verstehen, damit will ich der Band auf keinen Fall unterstellen, dass sie das ganze nur runtergenudelt haben ohne dabei sich Mühe zugeben, das Problem ist nur, es kommt nicht an und zündet nicht. Das Konzeptalbum, hat gerade auf die Länge von 52:33 Minuten gesehen, so seine Durststrecken. Ich musste mich immer wieder ermahnen beim Hören konzentriert zu sein, da man sich sehr schnell von anderen Dingen ablenken lässt, da „The Last Viking“ weit weg davon ist seinen Hörer in den Bann zu ziehen.
Das liegt sicher, und das möchte gerade ICH hiermit deutlich betonen nicht an Sängerin Elina Siirala, die ihr Bestes gibt den Liedern zu Glanz zu verhelfen! Leider geht das aber in dem Gesamteindruck unter. Auch wenn Elina auf der Platte von der Kraft manchmal fast ein wenig Schüchtern rüberkommt. Im Gegenteil zu Mastermind Alexander Krull, der wie gewohnt mit seinen Growls die Nummern aufwertet. Dies scheint aber die einzige Stärke zu sein die sie in letzter Zeit stabil mitnehmen konnten. Zu selten lässt die Band mit Songs wie „Night of the Ravens“ oder „Serkland“ ihre Klasse aufblitzen, die sie einst zur Speerspitze des deutschen Symphonic Metal machte.
Was bleibt also übrig? Eine handwerkliche gute Leistung ohne Frage mit einer meiner Meinung nach verbesserten Elina. Leider auf einem Album was insgesamt das Schwächste all ihrer Veröffentlichungen ist, so zu mindestens mein Eindruck. Am Ende reicht es immerhin noch für ein solides Werk, auch gerade vor dem Hintergrund das hier ein ganzes Genre in Moment stark zu schwächeln scheint und das Album immer noch besser ist, wie vieles, was ich in letzter Zeit gehört habe. Leaves’ Eyes mögen mir verzeihen, ich meine das nicht abwertend oder böse!

Fazit
Die Speerspitze des Deutschen Symphonic-Metal zeigt sich ein wenig stumpf. Ist aber noch spitz genug um zumindest teilweise Speerstiche zu setzen.
9
von 15
Solide
"Wenn man einmal dem Metal verfallen ist, ändert man seine Gesinnung nicht einfach von heute auf morgen."( Parramore McCarty, Warrior)