ANAAL NATHRAKH – ENDARKENMENT

Albumtitel

Endarkenment

Label/Vertrieb

Metal Blade/Sony

Veröffentlichung

02.10.2020

Laufzeit

41:04 Minuten

Ich kann so einiges nicht verstehen. Zum Beispiel die Diskussion, ob die Engländer von ANAAL NATHRAKH mit ihrem neuen Album “Endarkenment” “zugänglicher und/oder eingänglicher” geworden sind. Hallo? Wir reden hier über eine Band, die sehr extremen Metal macht. Und nur weil der erste Song, der vorab aus dem neuen Album ausgekoppelt wurde, dem Zuhörer nicht gleich den gesamten Kopf wegsägt, geht die Sabbelei schon los? Really?
“Endarkenment” ist ein Hassbatzen erster Kajüte, ohne Gefangene zu machen oder sonst irgendwelche Kompromisse einzugehen. Frontmann V.I.T.R.I.O.L. schreit, brüllt und keift sich die Seele aus dem Leib, immer mal wieder zeigt er allerdings, dass er auch in der Lage ist “normale” Töne aus seinem Höllenschlund in die Welt zu singen. Kollege Mick Kenny alias “Irrumator” kümmert sich derweil um alles andere: Gitarre, Bass und das Schlagzeug programmieren. Letzteres fällt für meinen Geschmack etwas zu klinisch aus, hier wäre ein etwas organischer Sound besser gewesen.
Aber die Riffs sowie die Songkonstruktionen haben schon einen leichten Anflug von Wahnsinn, zerren am Nervenkostüm und hinterlassen ein flaues Gefühl im Magen. Nein, “Endarkenment” ist keine Scheibe, die man so eben nebenbei hört. Aber mit welcher Scheibe von ANAAL NATHRAKH kann man dass denn machen? Als ob die beiden Jungs jetzt radiotaugliche Musik machen würden, soviel zum Thema “zugänglicher und/oder eingänglicher”.
Ich habe wie immer schon das gleiche Probleme mit der Truppe. Während ich die Band live sehr stark finde, komme ich mit den Platten nicht ganz so klar. Der sehr eng abgesteckte Bereich, in dem sich ANAAL NATHRAKH bewegen, lässt kaum Platz für Ungewöhnliches, und so sind die Songs arg vorhersehbar, und spätestens nach dreiviertel der Scheibe muss ich eine Pause einlegen.
Genauso verhält es sich auch mit “Endarkenment”. Der Hass und die Aggressionen bahnen sich ihren Weg aus den Boxen und nehmen keine Rücksicht. Der Zuhörer wird einem Dauerfeuer aus Riffs und Schlagzeug ausgesetzt, als ob es wirklich kein Morgen mehr gibt. Und so herausfordernd das auch ist, so ermüdend empfinde ich es auch auf der anderen Seite.
Die beiden Briten sind absolute Meister ihres Fachs, die neue Scheibe unterstreicht diesen Status absolut. Aber auf Dauer macht sich auch Eintönigkeit breit, und ich bin gespannt wie das Duo damit umgehend wird in Zukunft.

Fazit
ANAAL NATHRAKH wie gehabt. Ein Feuerwerk des extremen Metal, allerdings auch etwas vorhersehbar!
11
von 15
Gut
Not everyone likes Metal - Fuck them!!!