Northwind-History

No Remorse records 2020

Albumtitel

History

Label/Vertrieb

No Remorse Records

Veröffentlichung

29.05.2020

Laufzeit

52:30 Minuten

Als ich den Namen der Band Northwind hörte, dachte ich zuerst an Folk- oder Celtic Rock. Auch eine Rock-Gruppe aus Skandinavien hätte ich mir noch vorstellen können, wurde dann aber mit Stil und Herkunftsland überrascht. Denn Northwind stammen aus Griechenland, wobei uns ja in den letzten Monaten einige Combos aus Hellas erreichten, darunter auch recht vielversprechende Newcomer wie z.B. Cellar Stone oder Badd Kharma.

Bei Northwind handelt es sich jedoch offensichtlich nicht um Frischlinge, denn die Band veröffentlichte bereits 1982 ihr Debütalbum „Northcomin`“ und genießt dank des Nachfolgers „Mythology“ (1987) so etwas wie einen Legendenstatus in Griechenland. Aber zu einer dritten Platte ist es nie gekommen, wobei man im Jahr 1992 nach England reiste, um es aufzunehmen, doch nach nur vier Songs legten die Jungs eine bis heute währende Pause ein…So sagt es jedenfalls die mir zur Verfügung gestellte Info, denn hier in Deutschland kennt diese Band doch wirklich kein Mensch, oder?

Nun gut, 33 Jahre nach der letzten Scheibe jetzt die Wiedervereinigung! Und angeblich wurde sogar für „History“ das gleiche Studio benutzt wie beim letzten Mal. Welche Band dieser Größenordnung geht denn heute noch in ein Studio? Mag das in Griechenland anders sein als sonstwo? Egal, das Quartett zockt irgendwo zwischen Classic Hardrock und NWOBHM herum, wobei die meisten der zehn neuen Songs Themen aus der griechischen Mythologie behandeln, wie unschwer an Titeln wie „Aristodemus The Hero“, „Pyrros The Eagle“ oder „King Alexander The Third“ zu erkennen ist. Northwind geben ihr Einflüsse selbst mit Uriah Heep, Rainbow, Deep Purple oder Black Sabbath an, doch für mich sind die meisten Lieder ganz klar und überdeutlich von Iron Maiden inspiriert, höchstens die manchmal längeren Einleitungen erinnern mich hin und wieder an Rainbow. Okay, eine Hammond-Orgel gibt es auch mal zu hören, z.B. bei „Soldier`s Pay“, ist aber insgesamt nicht so präsent wie etwa bei Deep Purple oder Uriah Heep. Der Sound klingt dabei recht analog, sofern ich das an meinen mp3-Downloads beurteilen kann. Da ich aber total auf diesen etwas altbackenen Stil mit einigen epischen Elementen abfahre, kann ich mich mit den meisten Songs richtig anfreunden. Es macht ja wirklich hin und wieder Spaß, Songs zu hören die so sehr nach den 80ern klingen, als seien sie tatsächlich direkt von damals ins Heute gebeamt worden…sowohl vom Sound als auch stilistisch. Und so klingt auch „History“, das war ganz bestimmt pure Absicht! Wer also auf die „alten“ Helden wie Saxon, Priest, Maiden und von mir aus auch Purple und Rainbow abfährt, sollte gerne mal diese griechischen Halunken antesten. Wobei ich mir nach fünf kompletten Durchgängen immer noch nicht sicher bin, ob das alles musikalisch nur gut geklaut oder tatsächlich Ernst gemeint ist. Ist mir aber letztendlich egal, denn die Platte bereitet mir Alles in Allem große Freude, und das ist doch was zählt, oder?

Fazit
Charmant in jeglicher Hinsicht! Für alle, die von den Metal-Helden der 80er nicht genug bekommen können!
10
von 15
Hörenswert
Die Melodie muss stimmen!