Fugitive – Multiverso

Albumtitel

Multiverso

Label/Vertrieb

1979736 Records DK

Veröffentlichung

20.04.2020

Laufzeit

41:54 Minuten

Multiverso ist die vierte Veröffentlichung der italienischen Band Fugitive, deren Mitglieder mit Deadsmoke ein weiteres Projekt betreuen. Sieben der insgesamt acht Nummern sind instrumentale Kompositionen, die durch düstere und schräge Sounds, sowie recht experimentelle Herangehensweise dominieren. Dass die Musiker keine Perfektionisten sind, beweisen sie mit „Underworld“, einem traditionellen Gitano-Flamenco-Stück, das ich übrigens als einen konzeptionellen Ausreißer dieser CD bezeichne. Da die beiden Gitarren recht puritanisch eingesetzt werden, bitte keine eventuellen Vergleiche mit Paco de Lucia! „Private Visions Of The World“ ist das einzige gesungene Stück und gleichzeitig auch der einzige Höhepunkt dieser Scheibe. Obwohl sich der Gitarren-Sound anhört, als wäre er in das Effektmoped im Vollsuff eingespeist, so besitzen die leicht kakophonisch anmutenden Klänge doch ihren eigenen Charme. Die ansprechende Stimme erinnert an Mastodons Troy Sanders.

Kommen wir nun zum letzten Song: „Higher“ gehört dem s.g. Drone-Genre an, das bereits in den 70ern durch Can und Captain Beefheart salonfähig gemacht wurde. In den knapp fünfzehn Minuten vernimmt man exakt vier Noten, die sich in einer Monotonie ständig wiederholen, die den Hörer schon bei der Hälfte des Songs wahnsinnig macht. So ähnlich hört sich eine Vinyl-Scheibe an, deren beste Rille mit dem Taschenmesser markiert wurde, auf der die Plattenspielernadel dann für 15 Minuten vor sich hin hüpft… es sei denn, man schafft es aus dem LSD-Rausch aufzuwachen und gibt dem Tonarm einen kleinen Schubser. Da man diese Viertelstunde nicht als einen sinnvollen CD-Beitrag bezeichnen kann, könnte man getrost behaupten, bei dieser Platte handelt es sich eigentlich nur um eine EP.

Fazit
Wäre „Higher“ nicht auf der Platte, gäbe es sicherlich paar weitere Pünktchen!
7
von 15
Zumutbar