TRAVELER – Termination Shock

Albumtitel

Termination Shock

Label/Vertrieb

Gates Of Hell/Soulfood

Veröffentlichung

24.04.2020

Laufzeit

40:16 Minuten

Es gibt ungefähr zehn Scheiben auf dieser Welt, die mich beim ersten Hören völlig aus der Bahn geworfen haben. Das Debüt von TRAVELER ist eine davon. Selten hat sich eine Band in aller Kürze so prägnant ausgedrückt, wobei ich am Ende das Gefühl hatte, es sei alles gesagt. Von daher war ich megagespannt auf den Nachfolger und es ist genau das passiert, was ich befürchtet habe. Ich werde nicht wirklich warm mit „Termination Shock“, weil mir irgendwas fehlt, was ich auch nach fünf Durchläufen noch immer nicht gefunden habe.

Die Scheibe startet standesgemäß mit „Shaded Mirror“ und es ist ganz klar TRAVELER, unverkennbar durch den leidenschaftlichen Gesang von JP Abboud und das geile Riffing von Matt Ries. Mit seinem Sidekick Toryin Schadlich feuert er donnernde Salven Song für Song ab und gerade die Songteile, in denen nicht gesungen wird,  entpuppen sich als die heimlichen Höhepunkte von „Termination Shock“. Denn nach dem Opener wird es für meinen Geschmack zunächst etwas dünner. Die Gesangslinien von „Foreverman“ scheinen mir gesucht, aber nicht wirklich gefunden zu sein. Das ist für mich auch der erklärte Schwachpunkt der Platte. Die Killer-Refrains, im Stile von „Starbreaker“ oder „Fallen Heroes“ sucht man vergeblich. „Diary Of A Maiden“ schleppt sich eher durch die Verse, suchend nach einem griffigen Refrain und geht dann erst im Soloteil grandios steil, der zum Höhepunkt der Nummer wird. „STK“ ist ein Song vom ehemaligen Deaf Dealer-Basser Jean-Pierre Fortin. Das Lied wurde bereits live performt, ist aber nie auf CD erschienen, sodass TRAVELER es nun ihr eigenes nennen können. Eine starke Nummer, die gut zur Band passt. Abboud singt hier sehr variabel und verpasst dem Song eine gehörige Portion extra Power. Das folgende „After The Future“ beginnt balladesk, wird nach zwei Minuten in einen mittleren Härtegrad verfrachtet, wobei mich das  Ergebnis nicht wirklich beeindruckt. Zum Schluss kommt die Band mit dem schnellen, zum Bangen einladenden „Deepspace“ auf den metallischen Punkt und der Closer „Terra Exodus“ lässt noch einmal erahnen, zu was TRAVELER eigentlich fähig sind. Ein atmosphärisch dichter, versöhnlicher Abschluss einer Scheibe, die gut geworden ist, aber meine Erwartungen am Ende nicht voll erfüllt.

TRAVELER sollten sich für ihre dritte Scheibe ein bisschen länger Zeit lassen und verstärkt die Frage stellen, wohin ihr metallischer Weg sie führen soll. Auf keinen Fall sollten sie die Unbekümmertheit und Frische ihrer Anfangstage verlieren und sich auf ihre Stärken besinnen, nämlich geiles Riffing und unwiderstehliche Refrains.

Fazit
Nicht so stark und unbekümmert wie auf dem Debüt, aber nach wie vor fest im Auge zu behalten.
11
von 15
Gut
Heavy Metal is Immortal!