Blue Öyster Cult-Heaven Forbid (Re-Release)

Albumtitel

Heaven Forbid

Label/Vertrieb

Frontiers/Soulfood

Veröffentlichung

06.03.2020

Laufzeit

44:59 Minuten

Die Erfinder des Heavy Metal-Umlauts und Kult-Combo Blue Öyster Cult veröffentlichen zur Zeit im Rahmen der Vorbereitungen zu einem neuen Studioalbum fleißig Platten, bei denen es sich jedoch um Re-Releases bzw. Live-Platten handelt. Jetzt ist das 13. Studioalbum „Heaven Forbid“ an der Reihe, bei dem jedoch die beiden Cover-Artworks getauscht wurden, so dass allein schon optisch klar ist, dass es sich hier um eine Wiederveröffentlichung handelt, die zudem von Alessandro Del Vecchio remastert wurde. Es erschien erstmals 1998 in Europa und beendete eine zehn Jahre lange Wartezeit seit „Imaginos“. „Heaven Forbid“ war also allein aus diesem Grund ein besonderes Album, aber es gibt noch weitere Gründe, die Scheibe hervorzuheben. Denn erstmals schrieb man die Texte gemeinsam mit einem Schriftsteller, in diesem Fall war es der Sci-Fi und Horror-Autor  John Shirley, was teilweise düstere Texte u.a. über familiäre Gewalt, die Rache eines ehemaligen Knackis oder einer Farm, in deren Umgebung seltsame Dinge geschehen zur Folge hatte. Musikalisch brauchen die elf Songs insgesamt vielleicht ein paar Durchgänge mehr um zu zünden, aber abgesehen von den größten Hits des BÖC „(Don`t Fear) The Reaper und „Godzilla“, beide aus den späten Siebzigern, hat die Band um die Gründungsmitglieder Eric Bloom und Buck Dharma noch nie Musik für die breite Masse gemacht. Diese Mischung aus Prog, Hardrock, Epic und einigen weiteren Spielwiesen ist halt sehr speziell, ich würde sogar sagen einzigartig. Und genau diese stilistische Bandbreite bietet auch „Heaven Forbid“, das mit „See You In Black“ sehr hart und fast in Metal-Gefilden beginnt, über das episch atmosphärische „Harvest Moon“ bis hin zu „Damaged“, das schön funky daherkommt, äußerst abwechslungreich klingt. „Live For Me“ bietet einen herrlich relaxten Westcoast-Sound, während der Rausschmeißer „In Thee“  akustisch auf „Live“ getrimmt wurde und irgendwie nicht so recht ins Gesamt-Konzept passen will. Bonus-Stücke sind leider Fehlanzeige, aber diese Band ist ja für ihre „Veröffentlichungs-Faulheit“ bekannt, was viele Fans der Truppe schier in den Wahnsinn treibt. Dafür stimmt aber immer die Qualität, was ja auch einiges wert ist. Ob jedoch der neue Mix von Alessandro Del Vecchio so besonders prickelnd für die Fans ist, sei mal dahingestellt! Ende Mai spielen die Jungs übrigens auf dem Rock Hard Festival in Gelsenkirchen!

Fazit
Für BÖC-Sammler, die alles haben müssen!
9
von 15
Solide
Die Melodie muss stimmen!