Phonomik – Brainbleeder

Albumtitel

Brainbleeder

Label/Vertrieb

El Puerto Records / Soulfood

Veröffentlichung

28.02.2020

Laufzeit

60:29 Minuten

Phonomik wurden 2006 in Dänemark gegründet und die erste Scheibe „Soul Creeper“ vier Jahre später veröffentlicht. Für „Brain Bleeder“ haben sich die Jungs weitere zehn Jahre Zeit genommen, die lange Wartezeit hat sich richtig gelohnt. Elf Stücke mit einer Stunde Spielzeit und keines davon weist nennenswerte Schwachstellen auf. O.k., bei „Rebel Yell“, der Billy Idol-Coverversion, ist das Party-Feeling nicht mehr vorhanden, dafür besitzt diese Power-Prog-Variante ihren eigenen Charme und das geile Gitarren-Solo von Kenneth Bergstrøm setzt diesem Stück die sprichwörtliche Krone auf. So zieht sich der Faden durch die komplette CD! Ob das kompromisslose „Suffer“ – dass sich durch gute Breaks und Shane Bekker Dhimans variable Stimme auszeichnet, die in den Death-lastigen Parts teilweise schon an Trevor Strnad (Black Dahlia Murder) erinnert. „Catharsis“ – mit unüberhörbarer Thrash-Attitüde und trotzdem einem melodischem Refrain sowie durchdachten Tempi-Wechseln; „God’s Pimp“  – ein aggressiver Up-Tempo-Power-Progger mit  virtuosen Gitarren-Soli, punktgenauer Rhythmsection, guten Wechseln von Metal-Röhre zum Death-Gegrunze sowie ausgezeichnetem Arrangement; oder der Titelsong „Brain Bleeder“ – ein recht schleppender Abräumer mit geilen Breaks und variierenden Stimmungen, von monoton und fast balladesk, bis brutal und krachend. Selbst nach der fünften Hörprobe entdecke ich auf dieser Platte immer wieder neue Nuancen und Spannungsmomente, die in Gänsehaut resultieren. Hoffen wir doch mal, dass die Jungs von dem Zehnjahresmodus absehen und recht schnell die nächste Scheibe aufnehmen.

Phonomik bieten kompromisslosen, progressiven Power Metal, der in den schnelleren Passagen häufig an Thrash bzw. Metalcore angrenzt, jedoch nie das Gefühl für Melodie und anspruchsvolles Songwriting aus den Augen lassend. Natürlich hört man gelegentliche Arch Enemy, Chimaira, Pantera, Pain Of Salvation oder auch Savatage-Einflüsse, aber es ist schon fast eigene Schublade, sehr eigenständig und originell.

Fazit
Kaufen, reinhören und genießen, nochmal hören und dann wenigsten einmal pro Woche wiederholen.
13
von 15
Hervorragend