Jesse Damon-Damon`s Rage

Albumtitel

Damon`s Rage

Label/Vertrieb

AOR Heaven/Soulfood

Veröffentlichung

28.02.2020

Laufzeit

58:14 Minuten

Der Amerikaner Jesse Damon macht schon sehr lange Musik und ist vielen Nostalgikern vielleicht noch als Frontmann von Silent Rage in Erinnerung. Deren 2. und einzigstes wirkliches Erfolgsalbum „Don`t Touch Me There“ (1989) wurde von Kiss-Zunge Gene Simmons produziert und Jesse schrieb auch mit Gene zusammen im Laufe der Jahre eine Handvoll Songs, sowohl für Kiss als auch für sich selbst. Er hat seitdem auch Solo schon einige Scheiben veröffentlicht, besonders erfolgreich waren die alle hier in Deutschland aber nicht, was vielleicht daran lag, dass er sich stilistisch nie zwischen dem amerikanischen Hardrock, Metal und Melodic Rock entscheiden konnte. Die meisten sind sowieso hier gar nicht erst offiziell erschienen.

Jetzt also ein neuer Versuch als Solo-Künstler in Europa, es müsste mittlerweile seine sechste eigene Platte sein. Ich weiß auch gar nicht, ob es seine Stamm-Combo Silent Rage überhaupt noch gibt, weil deren Musik mich nie begeisterte. Egal, „Play To Win“ eröffnet melodisch rockig, gitarrenlastig und im Midtempo den Reigen der 12 neuen Songs und gleich klingt es sehr amerikanisch. Die Stimme klingt für mich dabei sehr angenehm und eingängig ist der Song durchaus auch, also schonmal ein guter Start. „Love Gone Wild“ schlägt dann in die gleiche Kerbe und ich merke, dass ich diesen Stil grundsätzlich gerne mag. Vergleiche zum Paul Stanley Solo-Werk „Live To Win“ kann ich musikalisch gesehen durchaus ziehen, das sollte aber der einzige Fingerzeig Richtung Kiss sein. Auch andere Songs machen Laune, wie z.B. das flotte Titelstück. Von allzu schnulzigen und mit Keyboards überzuckerten Klängen hält sich Jesse Damon Gott sei Dank diesmal weitesgehend fern, selbst bei einem nicht ganz so schnellen Song wie „Electric Magic“ stehen die Elektrischen im Vordergrund. Von Metal ist die genze Platte allerdings meilenweit entfernt, was aber gut so ist, denn sonst würde sich „Damon`s Rage“ nicht so rund anhören wie es das tut. So darf ich die Platte als einen schönen Mix aus melodischem Hardrock und AOR ankündigen, wobei „Here Comes Trouble“ meine Hörempfehlung ist, der das gesamte Album am besten repräsentiert. Leider kann diese recht hohe Qualität nicht über die komplette Laufzeit gehalten werden, denn im letzten Drittel scheint dem Guten auf Kosten von einigen seichteren Stücken etwas die Luft auszugehen.

Fazit
USA Hardrock meets AOR, vorher antesten ist aber angesagt!
9
von 15
Solide
Die Melodie muss stimmen!