Raptvre – Monuments Of Bitterness

Albumtitel

Monuments Of Bitterness

Label/Vertrieb

The Chrawling Chaos Records

Veröffentlichung

22.11.2019

Laufzeit

41:54 Minuten

11.11.2019 05:45 Uhr an einen Bahnhof in Deutschland, ich möchte den gerade anwesenden Karnevalisten (Dieses ist kein Angriff gegen Menschen, die Karneval feiern und mögen, sondern nur dieser Situation geschuldet!) die Hose in die Arschritzen ziehen und sie dann, auf einen dafür eigens gebauten Riesen Kleider hacken an ihren Unterhosen aufhängen, damit sie zumindest so etwas wie einen halben Wegs ordentlichen Musik Geschmack entwickeln. Das würde es ertragbarer machen, wenn sie mir schon mit ihren mobilen Bluetooth Boxen auf die Nerven gehen. Ich weiß nicht, ob die neue Scheibe Raptvre dazu beigetragen hat noch dunklerer Fantasien in mir aufkommen zu lassen, oder es einfach daran lag das besoffene und kotzende Menschen vor dem ersten Kaffee keine gute Kombination sind, aber das neue Werk mit dem Titel „Monuments of Bitterness“ hat mir zumindest dabei geholfen, „Kölscher Hits“ die überall über die mobilen Blue Tooth Boxen verbreitet wurden, mit mittels Kopfhörer zu übertönen. Ich sage euch an einen 11.11 in Richtung Köln ist dies mehr als eine Lebensverlängernde Maßnahme.

Die Überraschung dabei, die Platte hat es selbst unter diesen extremen Umständen geschafft, ihre Stimmung zu entfalten. Was bizarr war, wenn man mit Black Metal auf den Ohren, Mädels auf den Bahnsteig beim Schunkeln zusieht, die als Sonnenblumen verkleidet sind. Ein Bild was nicht stimmig ist. Dagegen stimmt bei dem neuen Silberling und ersten LP von Raptvre einfach alles. Damit hält sie das, was die vorangegangenen EP “Upon Their Flesh“ versprochen hat.

„Monuments of Bitterness“ ist genau das, was ich mir von dem Long Player versprochen habe und bestätigt mich in meiner Aussage das Raptvre der neue Inbegriff für einen rabenschwarzen Himmel über Köln ist. Auch dieses Mal schafft es Sänger Thorn (Necrotic Woods) dem schwarzen Biest durch seinen Aggressiven und melancholischen Gesang Leben einzuhauchen. Wie schon zuletzt verweigert sich die Band komplett, jeder festgelegten Schublade und interpretieren den Black Metal wie es ihnen gefällt, ohne dabei auch nur einen Zweifel zuzulassen das, dass Herz des Biestes komplett schwarz schlägt.

Ein Saxophon und Black Metal passt nicht? Und ob das passt, was sie beim Song “Eckokammer“ beweisen. Viel Kranker, wie in diesen Moment geht es nur auf Pink Floyds „Umma Gumma“ zu. Nur mit dem Unterschied, dass Pink Floyd kein Black Metal Album herausgebracht hat. Trotzdem haben die Bands eine Gemeinsamkeit und das ist es wie man es schafft über ein ganzes Album Atmosphäre aufzubauen.

Immer wieder kommen verschiedene Einflüsse zum Tragen, wie z. B. Thrash – Death und Düsterer schleppender Heavy – Metal, vielleicht schafft es Raptvre aber genau deshalb auch eine unglaubliche Dichte und Dynamik zu entwickeln. Die nötige Aggro besitzt das Album selbstverständlich auch, was sie zugleich mit dem Opener ” Feast Upon Their Flesh“ und den 2 Track “Torn to Shreds” beweisen (Die übrigens auch schon auf dem Demo, enthalten waren aber jetzt noch mehr zur Geltung kommen im gesamt Konzept und Sound).

Der Nacken Brecher und mein persönlicher Liebling ist allerdings der letzte Song auf der Platte “Smerki Tomnota” alter Schwede was für ein krankes und zu gleich geniales Teil, ich hatte echt Gänsehaut zwischen durch, das trifft genau meine Welt.

Fazit
13 Punkte ohne wenn und aber!
13
von 15
Hervorragend
"Wenn man einmal dem Metal verfallen ist, ändert man seine Gesinnung nicht einfach von heute auf morgen."( Parramore McCarty, Warrior)