SOTO, Stop, Stop, Scarlet Aura / Kubana

Billing

Soto, Stop, Stop, Scarlet Aura

Ort

Siegburg, Kubana

Datum

17.09.2019

Bilder

Volker Bruns

Direkt nach der Arbeit auf nach NRW! Es war Dienstag und Soto kamen ins Kubana. Das wollten wir uns nicht entgehen lassen. Wir waren sogar eine halbe Stunde zu früh da, sowas ist uns noch nie passiert.

Scarlet Aura aus Rumänien war die erste Band des Abends, sie sind eine Melodic Metal Band mit der Sängerin Aura Daniulescu deren aktuelles Album „Hot‘N Heavy“ 2019 erschienen ist. Die vierte Veröffentlichung der Band ist nicht schlecht und so war ich echt gespannt auf die Truppe. Das Quartett absolvierte einen grundsoliden Auftritt bei dem die bärtigen, breiten Musiker an Bass und Gitarre recht statisch wirkten. Die ganze Arbeit hatte die zierliche und quirlige Frontfrau die mit engen Tarnklamotten samt vAussehen und Stimme wie die junge Doro rüberkam die welche Udo Dirkschneider eingekleidet wurde. Daria feuerte das Publikum an diesem frühen Dienstagabend gut an,  war immer in Bewegung, sang gut und schaffte es Headliner Jeff Scott Soto, nachdem er vom Backstageaus  den Kopf durch den Vorgang steckte und zuschaute zum Mitmachen auf der Bühne zu bringen, so dass der amerikanische Hüne mit viel Spaß in den Backen das Tamburin schlagen durfte und mit der Dame über die Bretter hüpfte. Mir hat der engagierte Aufritt durchaus gefallen, was sicherlich viele im spärlichen Publikum ähnlich sahen!

Danach kamen die musikalisch total anderes tönenden Spanier Stop Stop. Das Trio war in Sachen Partymusik echt der Hit, alleine optisch sind die Herren um den Bassisten und Sänger Jacob AM ein Hingucker. Der Sänger trägt jetzt einen Undercut und hat so seine Wuschelmähne mehr im Griff und trägt live anscheinend nicht mehr das Kiss-artige Make-Up. Oder war das früher der Drummer? Egal!  Der Drummer Danny S. sieht mit seinen riesigen Locken aus wie Tingeltangel Bob von den „Simpsons“, währen Gitarrist Vega optisch wie die junge Version von Ratt Sänger Stephen Pearcy aussieht der gerade bei Steel Panther spielt. Zusammen zeigten die drei Musiker aus Barcelona in Spanien eine gut eingespielte Mischung aus Glam-und Punk Rock ab, gewürzt mit jeder Menge souveräne Erzählungen und Publikumsanimation mit ein paar flapsigen Gags die durchaus zündeten. Immerhin waren im Publikum auch ein paar mehr Fans welche die Truppe auch zu kennen schienen, der Rest war wie ich dank der guten Animation bei Stimmung!  Jedoch muss ich sagen, dass mir die Musik dank ihrer hektischen Art mit der Zeit zunehmend auf die Nerven ging, ansonsten haben mich Stop Stop ganz gut unterhalten.

Nun war es endlich soweit, dass der seit über 30 Jahren aktive und immer noch sehr agile und überhaupt nicht alt aussehende Jeff Scott Soto unter dem Banner Soto und seiner Band die Bühne betrat. Sonst habe ich Soto nur als Solokünstler gesehen, doch nun ist er auf Tournee um das dritte und vielleicht beste und dritte Album „Origami“ seiner Band Soto zu promoten.  Jeff ist einer der wenigen baumlangen Sänger der Szene, sonst sind das ja meist die Kurzen in der Band. Nicht so bei Jeff der seine Mitmusiker in Sachen Körpergröße ein gutes Stück überragte und agil wie immer auf der Bühne agierte. Der nicht mehr ganz so neue Bassist und Co-Songwriter Tony Dickinson (erhöhte den Headbangfaktor der Combo enorm) wurde besonders positiv erwähnt, an den bei einem tragischen Adrenaline Mob Unfall gestorbenen Bassisten David Z wurde auch erinnert. Ansonsten ließen die Musiker sich nicht anmerken das nur wenig Zuschauer da sind. Soto sagte gar, dass die Zuschauer sich fühlen und agieren sollen als wäre dies eine ausverkaufte Samstagabendshow. Da dies keine Jeff Scott Soto Soloshow war sind die ganzen Hits aus seiner langen Karriere mit Acts wie Axel Rudi Pell, Yngwie Malmsteen, Takara, Sons Of Apollo, Talisman oder W.E.T. mit Ausnahme eines kurzen, aber geilen Talisman Medleys und dem W.E.T. Medley Watch the Fire / Learn to Live Again / One Love“  natürlich nicht gespielt worden. Dieses Hits sorgten im etwas trägen Publikum (ich zähle mich als direkt von der Arbeit dahingefahrener auch dazu) für etwas mehr Reaktionen und Applaus, zusätzlich wurde kräftig mitgesungen. Da diese der letzte Gig für die Supportbands war die quasi ausgetauscht wurden, gab es am Ende auf der Bühne noch mal eine kleine Party mit allen Musikern, wobei auch das Mikro rotiert wurde und die Hits aus dem Film  „Rockstar“ „Stand Up“ und „Livin‘ The Life“ gesungen wurde. Soto versprach aber für die Fans und Autogramme zur Verfügung zu stehen, wir mussten dank der Arbeit und der 70 Minuten Heimreise aber die Kurve kratzen und  hatten trotzdem einen guten, abwechslungsreichen Konzertabend genossen!

"Ein Gitarrenriff sollte nie länger sein, als es dauert, eine Bierflasche zu köpfen.“ Lemmy Kilmister (Motörhead)