A Prayer Before Dawn – Das letzte Gebet (Blu-ray)

Titel

A Prayer Before Dawn – Das letzte Gebet (Blu-ray)

Produktion/Vertrieb

Alive AG

Veröffentlichung

08.03.2019

Laufzeit

118:00 Minuten

Im Jahr 2008 trat der französische Regisseur Jean-Stephane Sauvaire mit seinem Film „Johnny Mad Dog“ das erste Mal in Erscheinung. Sein fast dokumentarischer Drehstil und die Art seine Geschichte zu erzählen, besetzt mit echten ehemaligen Kindersoldaten, war einzigartig, bedrückend und hart. 2012 begab er sich mit dem für Arte gedrehten Streifen „Punk“ in die Gefilde eben jener, abermals in seinem bereits gewohnten Stil. Nun steht mit „A Prayer Before Dawn  – Das letzte Gebet“ sein neuester Streich hierzulande in den Regalen, und man kann mit Fug und Recht behaupten, dass sich Sauvaire treu geblieben ist. Die Handlung ist unterdessen schnell erzählt. Billy Moore schlägt sich in Thailand mit Drogendeals und kleinen Kickbox-Fights durch. Ersteres bringt den jungen Briten kurzerhand ins Bangkok Hilton, klingt leider nur luxuriös, denn es ist der berüchtigte Knast Klong Prem. Billy ist auf Entzug, versteht so gut wie kein Wort der Insassen, die schwerstens tätowiert und gewaltbereit um ihn herum eingepfercht sind. Billy muss um sein Überleben kämpfen, im wahrsten Sinne des Wortes, denn er beginnt Thaibox-Kämpfe im Knast zu bestreiten und trainiert…

Wie für Sauvaire typisch macht „A Prayer Before Dawn – Das letzte Gebet“ nicht lang Federlesen, und wirft den Zuschauer fast mitten ins Geschehen. Mit Billys Leben vor dem Knast wird nicht groß spekuliert, obwohl Kickboxer William (Billy) Moore eine echte und real existierende Person ist. Dies ist kein Biopic, sondern lediglich ein Abriss über seine Zeit im Gefängnis. Die Insassen hier bestehen abermals hauptsächlich aus wirklichen Ex-Knackis, was die Intensität und den Realismus des Films in ungeahnte Höhen hebt. Zudem kommt die sprachliche Barriere, denn hier gibt es nicht viel was man versteht, es geht dem Zuschauer wie Billy (grandios dargestellt von Joe Cole!), der schlicht nicht kommunizieren kann. Es entsteht dadurch nur noch mehr unterschwelliges Bedrohungsgefühl, als es die sehr nahen und direkten Kameraaufnahmen eh schon erzeugen, die quasi kaum Distanz zwischen Zuschauer und Darstellern auf dem Schirm zulassen. Der Alltag wird hart und real geschildert, trocken, eher untypisch für einen Spielfilm. Hier gibt es keine Höhepunkte oder heroisches Mitfiebern ala „Rocky“ und Co. Wiedermal gelang Sauvaire das Meisterstück eine Doku zu servieren, die keine ist, ein Film der Einblicke gewährt, wo man sonst nie welche bekommt. Hut ab vor so einer Leistung, ich bin gespannt welches Thema sich der Regisseur als nächstes vornimmt.

Die Höchstwertung versage ich „A Prayer Before Dawn“ dennoch, und den Grund dazu nenne ich natürlich gerne mit dazu. Der Film ist schlicht und ergreifend nur bedingt zur Unterhaltung geeignet, wer aber auch intensive und harte Knastdramen steht, hier noch in Paarung mit richtig guten Thaibox-Fights, der liegt hier goldrichtig! Die Bild und Tonqualität der blauen Scheibe sind gut, im Bonusbereich gibt es neben den Trailern noch einen Blick hinter die Kulissen.

Fazit
Knallhartes, schonungslos realistisches Knastdrama!
13
von 15 / Perfekt!
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