Last In Line – II

Albumtitel

II

Label/Vertrieb

Frontiers/Soulfood

Veröffentlichung

22.02.2019

Laufzeit

52:25 Minuten

Die „DIO-Tribute Band mit eigenen Songs“ Last In Line geht nach dem formidablen „Heavy Crown“ (2016) in die zweite Runde. Klar, der leider verstorbene Bassist Jimmy Bain musste ersetzt werden, was mit Phil Soussan vollzogen wurde. Doch Gott sei Dank blieb der Stamm mit Shouter Andrew Freeman, Gitarrist Vivian Campbell (Def Leppard) und Viel-Drummer Vinny Appice erhalten.

Ebenfalls erhalten blieb die Fähigkeit, neue Songs ganz im Geiste des „Metal-Gotts“ Ronnie James Dio zu schreiben, ohne als plumpe Kopie durchzugehen. Ich finde es ehrlich gesagt etwas schade, dass sich die illustre Truppe aus Könnern sich damals für diesen Bandnamen entschieden haben, denn der geneigte Fan hat so im Unterbewusstsein immer R.J. Dio vor dem geistigen Ohr. Vielleicht hatte es aber geschäftliche Gründe und man hat sich einen größeren Absatz versprochen. Aber hey, alles Vermutungen, denn mit Vinny Appice und Vivian Campbell sind immerhin zwei Gründungsmitglieder von DIO mit an Bord. Doch musikalisch sollten sich Last In Line langsam von diesem Image lösen können. Denn ein Großteil der elf Stücke auf „II“ können durchaus eigene Trademarks aufweisen, ganz abgesehen von der großartigen Stimme des Frontmanns. Das gilt z.B. für „Gods And Tyrants“, das durch eine eigentümliche, vertrackte und selten gehörte Gitarren-Arbeit aufwartet und dann im Solo-Teil richtig Fahrt aufnimmt. Ein weiteres Beispiel dient das rhythmische und melodische „The Unknown“, das nach verschleppten Strophen im Refrain zum Ohrwurm mutiert. Aber auch klassischer Stoff im Stile von Black Sabbath, Rainbow und eben DIO werden u.a. mit „Blackout The Sun“ (siehe u.a. Video), dem Sechsminüter „Sword From The Stone“ oder „Year Of The Gun“ geboten. Die Platte birgt etliche starke und kitschfreie Nummern, die jeder Metal-Fan mit Freuden aufsaugen wird. Balladen sind übrigens Fehlanzeige. Diese Band schwimmt sich durch mehr Abwechslung langsam aber sicher frei, bester Beweis ist das düstere, epische und völlig eigenständige „False Flag“! Hoffentlich sieht man sich mal auf den Bühnen in Deutschland!

Fazit
Last In Line bekommen mehr und mehr ein eigenes Gesicht!
12
von 15 / Edelstahl
Die Melodie muss stimmen!