Bring Me The Horizon – Amo

Albumtitel

Amo

Label/Vertrieb

Rca Int./Sony Music

Veröffentlichung

25.01.2019

Laufzeit

51:54 Minuten

Bring Me The Horizon ist eine Band die polarisiert, entweder man liebt sie oder man hasst sie. Aber so einfach ist das leider nicht, besonders nicht bei ihrem sechsten Album „Amo“.

Nachdem sich die Jungs von ihren Deathcore / Metalcore Wurzeln abgewandt haben stießen sie ihre Fans mit „That’s The Spirit“ schon erheblich vor den Kopf, hörte man hier doch eher Stadionrock a la Kings Of Leon als Metal. Das war schon  gewöhnungsbedürftig, aber nach ein paar Durchläufen blieb die Platte wirklich gut bei mir hängen weil die Songs einfach gestimmt haben und sich das Ganze organisch angehört hat.

Bei „Amo“ gehen die Briten jetzt noch ein Stück weiter und sind gänzlich im Pop Segment angekommen. Da vorab schon Vier Singles veröffentlicht wurden, darunter „Wonderful Life“ mit Dani Filth oder auch „Mantra“ wusste man ja schon einigermaßen wo die Fahrt hingehen soll aber was sich dann tatsächlich an musikalischer Vielfalt auf der neuen Scheibe verbirgt ist schon überwältigend! Nach dem ersten Song „I Apologise If You Feel Somethin“ welcher sich in wirklich gut arrangierte Elektronik kleidet, geht es dann schon weiter mit „Mantra“. Ich für meinen Teil bin aber von den anderen Liedern, von den Singles mal abgesehen, höchst verwirrt. In einem Moment hört man gut radiotauglichen Rock und im nächsten scheint es einem als ob jemand die Platten getauscht hätte und man nun eine Elektro R’n B Truppe sein Ohr leiht.

Handwerklich hat das alles Hand und Fuß und die Produktion ist sensationell. Die Platte drückt einfach wie die Hölle, auch wenn es ein Pop Album ist, aber hier können die Jungs ihre Wurzeln nicht verleugnen. Das ist mir allerdings auch schon bei „That’s The Spirit“ aufgefallen.

Leider fühlen sich die Songs wie Stückwerk an, es fehlt der rote Faden und komplett ausblenden, dass ich hier gerade eine Bring Me The Horizon Scheibe höre möchte ich auch nicht gänzlich.

Fazit
Fazit: Mit Metal hat „Amo“ nun wirklich nichts mehr zu tun, wer sich also an „That’s The Spirit“ gestört hat sollte hier lieber die Finger von lassen. Für experimentierfreudige Leute mit einer gewissen Affinität für elektronische Musik kann sich ein rein hören allerdings lohnen, obwohl ich nicht sehr überzeugt von der Platte bin. Experimentierfreude in allen Ehren aber das eckige Klötzchen passt nun mal nur mit Gewalt durch das runde Loch.
8
von 15 / Solide
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