Lumbar – The First and Last Days of Unwelcome (Re-Release)

Lumbar

Albumtitel

The First and Last Days of Unwelcome (Re-Release)

Label/Vertrieb

Argonauta Records

Veröffentlichung

11.01.2019

Laufzeit

25:31 Minuten

Wenn sich Musiker verschiedener Bands und/oder Stilrichtungen zu einer von der Presse gern als Supergroup bezeichneten Formation zusammentun, kann das gehörig in die Hose gehen. Oder es funktioniert, wie bei LUMBARs “The First and Last Days of Unwelcome”, das bereits 2013 veröffentlicht wurde. Hinter LUMBAR verstecken sich Aaron Edge (RAMPRASAD/BIBLE BLACK TYRANT/ROTE HEXE/IAMTHETHORN/ROARETH), YOBs Mike Scheidt und Tad Doyle (BROTHERS OF THE SONIC CLOD/TAD). Das Besondere an dem Album ist, dass Aaron Edge alle Instrumente eingespielt hat, während Mike Scheidt und Tad Doyle sich die sauberen und gebrüllten Gesangspassagen teilen.

Zur Zeit der Veröffentlichung von “The First and Last Days of Unwelcome” erhielt Aaron Edge die Nachricht, dass er an Multipler Sklerose erkrankt sei. Bei dieser Krankheit zerstören chronische Entzündungen das zentrale Nervensystem des Betroffenen und können zu Demenz, vollständiger Lähmung und Tod führen. Obwohl Edge bis zum heutigen Tag Musik macht, brach LUMBAR nach dem Debütalbum auseinander. Ob es Zufall, eine dem aktuellen Erfolg von YOB Geldmacherei oder Respekt seitens Argonauta Records vor Aaron Edge geschuldet ist, dass das Album neu aufgelegt wird, kann sich jeder selbst beantworten und ist im Grunde wurscht- Fakt ist: “The First and Last Days of Unwelcome” ist ein bockstarkes, modernes Sludge Album, dass trotz der Kürze seiner Songs -und der daraus resultierenden Kürze seiner Spieldauer- eine enorme Intensität besitzt. Durch die beiden Sänger entsteht eine vor allem in diesem Genre ungewöhnliche Dynamik, die sich konstant durch die lediglich nummerierten Titel (“Day One”-“Day Seven”) zieht. Das Ganze wirkt wie eine Auseinandersetzung mit der Diagnose, mit Ungläubigkeit, mit Hadern, Wut und, am Ende, stillem Akzeptieren, wenn “The First and Last Days of Unwelcome” mit “Day Seven” in SUNN O)))-Manier dronend verklingt.

Ein intensives und sehr emotionales Quasi-Konzeptalbum mit stark autobiographischem Hintergrund. Keine leichte Kost, was nie der Anspruch von Sludge war, und ein verblüffend kreativer, letztlich positiver Umgang mit einer der wohl schlimmsten Nachrichten, die man von medizinischer Seite erhalten kann. Ganz großer Respekt vor Aaron Edge für diesen Seelenstriptease und vielen Dank für eine, auch unabhängig davon, kurze und kurzweilige, supergeil dreckverspritzte Schlammpackung.

13
von 15
Hervorragend
Doom Shall Rise!