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24. September 2018 - Uhr
 
Die Kolumne

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REFUGE
Reunion und neuer Name!
Thorsten Dietrich
www.refuge-band.com


Refuge ist 1988-1993er Besetzung der Ruhrpott-Kultmetaller Rage mit Peavy an Bass und Gesang, Manni Schmitt an der Gitarre und Chris Eftimiadis am Schlagzeug. Nach dem die Herren sich als Refuge 2012 quasi wieder vereint haben spielten sie sporadisch wohlwollend aufgenommene Konzerte auf diversen Festivals. Ganz ohne Eile werkelte man eines Tages an einem quasi Debtalbum unter neuer Flagge. Dieses sicherten sich Frontiers Records und nun ist "Solitary Men" fertig. Ein Grund sich mit dem vllig ungeknstelten und lockeren Manni Schmitt zu unterhalten der meine Fragen bereitwillig und bodenstndig beantwortete. Mit der Zeit wurde der sympathische Gitarrist auch immer redseliger.

Manni, nach eurer Reunion habt ihr ja einige Festivals und auch Konzerte in Japan gegeben. Ich habe ehrlich gesagt erst mit einer Live-DVD oder / und Doppellivealbum von Refuge gerechnet, habt ihr das nicht erwogen?

Da haben wir noch nicht drber nachgedacht! Es war die erste Welle die wir da 2015 abgerissen haben. Da war schon das Herauspicken aus den Angeboten, was wir machen knnen und mchten. Das ging Schlag auf Schlag da kamen so viele Angebote rein. Das haben wir dann erst einmal gemacht und geschaut wie es ankommt und funktioniert. Da hatten wir berhaupt noch keine Idee wie es laufen soll und was wir auswerten knnen.

Ich dachte weil eure alten Rage Alben der Besetzung von Noise nicht mehr aufgelegt werden, wre das halt eine Manahme.

Von Noise knnen die auch gar nicht mehr neu aufgelegt werden! Die haben wir selber wieder aufgelegt da die Rechte damals verschttet gegangen sind von Noise zu Sanctuary usw. Dann hat zufllig einer gesehen dass sie digital als Download verfgbar waren und da haben wir einen Anwalt eingeschaltet. ber digitale Verffentlichungen gab es damals ja gar keine Vertrge, weshalb das hier gar nicht rechtens ist. Als der Anwalt etwas hin-und her verhandelte bekamen wir angeboten die Rechte ohne Kosten und rger zurck zu bekommen. Wir hatten die letzten Jahre auch keine Abrechnungen bekommen, Geld gab es keines und wir wussten nicht was ist. Wir haben auch direkt diese Refuge Years Box heraus gebracht und die CDs sind jetzt auch wieder verfgbar. Was wir im Prinzip alles selber verffentlicht haben. Mit dem neuen Album wird da auch noch bisschen das bekannter werden, da wurde nicht viel Werbung gemacht da hier keine groe Firma dahinter steckt. Es gibt sie auf jeden Fall wieder!

Interessant ich kannte nur die Neuverffentlichung vor der Refuge Zeit. Ihr hattet ja auch einen fetten Output damals, heute wird man ja zugeschissen, aber ihr hattet immer paar Japan EPs drauen.

Auf den Wiederverffentlichungen haben wir alles Material, Akustikversionen, EPs und gar Proberaum Gedns auf die CDs verteilt. Bei der "Refuge Years" Box wo alle CDs drin sind haben wir auch noch eine komplette CD mit allen Demosachen dabei. Also mehr gibt es von uns wirklich nicht! (lacht).

Das Artwork sieht ja auch aus wie von damals vom Kultknstler Andreas Marschall (Blind Guardian, Orden Ogan) und ist sogar von jenem. Wie kam das?

Peavy hat gesagt wenn wir wieder was zusammen machen, dann muss der Marschall auch ein Cover machen. Der Peavy hat dadurch dass er die Texte schreibt eine Vision mit dem Baum gehabt und dann hat er mit dem Andreas ein paar Ideen hin-und her gesendet was schnell die Basis dieses Artworks wurde. Es kommt allgemein gut an, viele freuen sich auch dass der Marschall mal wieder ein Cover gemacht hat.

Definitiv! Beim Titel musste ich auch direkt schmunzeln, "Solitary Men" ist ja quasi ein alter Rage Song?

Ja. Im Plural ist es die alten Mnner (lacht). Peavy hat es abgeleitet von den alleinstehenden Bumen die heien ja Solitary Tree. Drei Mnner die halt alleine da stehen. Es ist halt ein cooles Artwork und ein Link zu alten Zeiten damit die Leute wissen worum es da geht. Irgendwie musst du das Ding ja betiteln und wir haben es sportlich genommen und nicht so viel Gedanken darber gemacht.

Ist die Scheibe jetzt fr dich der klassische Rage Sound von 1988-93, oder sind da fr dich auch neue Sachen dabei? Also fr mich nicht.

Ich hol da mal weiter aus! Frontiers Records haben uns 2016 im Herbst / Winter das Angebot gesendet. Bis dahin haben wir gar nicht darber nachgedacht. Wir hatten schon mit dem Gedanken gespielt etwas zu verffentlichen. Da hatten wir nun ein konkretes Angebot, was geprft und noch verhandelt wurde, Bedingungen wurden noch gendert. Dann ging es noch darum den Zeitplan abzustecken. Dank der ganzen personellen Verstrickungen von Rage / Refuge / Tri State Corner ist da Planung angesagt. Wenn Rage auf Tour ist, liegen die anderen beiden Bands auf Eis und wenn Tri State Corner auf Tour gehen knnen wir auch nichts machen. Da muss man gut schauen. Wir mussten uns erst hinsetzen und Lieder schreiben. Da haben wir ja bei Null angefangen. Peavy hatte 2016 oder 2015 eins oder zwei Ideen als wir die alten Lieder probten. Als das Angebot von Frontiers kam, haben wir uns hingesetzt und Songs geschrieben. Wir haben dann auch gesagt, dass wenn es ansatzweise so klingen soll wie frher mssen old school arbeiten und das Material in Herne in unserem alten Proberaum erarbeiten. So haben wir das dann auch gemacht. Frher haben wir jeden Tag von Montag bis Freitag an den Songs gearbeitet. Heute haben wir uns einmal die Woche getroffen und geprobt, wenn nicht einer auf Tour war. Natrlich dauert es dann ein bisschen.

Was mich sehr berrascht hat war das es wirklich spontan und positiv roh klingt. Ihr hattet keinen Druck, oder?

Genau, wir hatten keinen Druck, wir haben uns da auch keine Zeitfenster aufdrcken lassen! Frontiers htten schon gerne letztes Jahr im September was verffentlicht. Aber als wir anfingen aufzunehmen hatte der Efti Urlaub gemacht, wir hatten noch Auftritte und da hatte ich vom Job her Veranstaltungen. Frontiers haben natrlich zwischendurch gefragt, aber wir haben denen gesagt das wir nicht fertig sind (lacht). Als es sich abgezeichnet hat dass die Scheibe bald fertig war, ging es dann auch schnell und der Dan Swan hat im Studio schon einiges vorbereitet. Das ging direkt an Frontiers und die haben dann direkt das Verffentlichungsdatum fest gelegt. Zum Sound: Im Proberaum, da klingt alles laut und brutal. Der Peavy hatte so einen kleinen Bassamp, das klang total geil, also sagte ich: "So wie das hier alles klingt, htte ich das gerne auch auf Platte!" Geil, laut, brutal und vielleicht auch mal scheppernd. So klingen wir auch auf der Bhne, wir haben uns jetzt nicht an alten Aufnahmen orientiert, das wre Quatsch! Wir haben damals so gut aufgenommen wie es ging. Damals hatten wir keine Vorgabe, da klangen auch alle Alben anders. Wir habe es Dan Swan gesagt was wir wollten und haben ihm die geschickten Mixe korrigiert zurck gesendet. Anfangs war uns der Bass zu schwammig. So kam es zum einem Grundtenor nach ein paar Tagen, woraus sich die Scheibe entwickelt hat.

Wieso Frontiers Records? Klar die haben auch Primal Fear und ein, zwei Metalbands. Aber eigentlich sind die mehr AOR und Hard Rock. Wie kam es dazu, dass ihr da gelandet seid?

Wie ich so gehrt habe ist der Chefvon Frontiers ein alter Rage Fan und hat direkt als wir uns wieder vereint haben ein Angebot gesendet. Wir haben das dann auch mal verglichen und Rages Label Nuclear Blast gefragt wie das einschtzen wrden. Die haben gesagt wir sollten da annehmen, da wir so viel Geld woanders nicht bekommen wrden! Letztendlich sagte er auch er sei Fan und wrde alles fr die Scheibe machen, so konnten wir die ganze Produktion bezahlen und hatten jeder etwas Geld brig.

Plant ihr denn schon weiter, oder sagt ihr eine Scheibe langt?

Ich sehe dass alles recht entspannt! Der Markt hat sich eh verndert und der Peavy soll jetzt mal Rage nach vorne pushen, der hat da eine supergeile Besetzung und ich will dem da nicht in die Quere kommen! Wie es bei uns weiter geht kann ich dir echt nicht sagen, wir haben eine Handvoll Shows und dann sehen wir mal wie es weiter geht. Es ist wirklich nichts geplant.

Ok. Das letzte was ich von dir gehrt habe war das du vor einigen Jahren bei Grave Digger drauen warst. Ich nehme mal an du bist jetzt in einem "normalen" Arbeitsverhltnis?

Nach Grave Digger hatte ich erst mal die Nase voll vom Musikgeschft und habe erst einmal ein Jahr rumgemacht als freier Mitarbeiter bei einem Backline Service und habe da Backlines durch die Gegend gefahren. Dann habe ich eine Umschulung gemacht, da ich durch 20 Jahre Musik machen und jede Menge Hilfsarbeiterjobs keine Qualifikation mehr hatte. Da bin ich zum Arbeitsamt und habe dort tatschlich eine Umschulung zum Veranstaltungskaufmann bekommen. Durch eine Reihe glcklicher Umstnde bin ich doch glatt im ffentlichen Dienst gelandet, in Bottrop im Kulturamt. Das ist ein cooler Job und ein tolles Team. Ich habe auch alle Freiheiten die ich brauche um Musik zu machen, wenn ich mal eine Wochenende weg bin und freitags und montags frei brauche dann ist das kein Problem. Einen verstndnisvollen Arbeitsgeber braucht man als Musiker auf jeden Fall. Das nimmt mir auch den Druck mit Refuge, mein Geld bekomme ich bei der Stadt Bottrop, Refuge ist ein netter Nebenverdienst.

Toll, wenn sich Musiker mit ihrem Job so arrangieren knnen!

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