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15. Dezember 2018 - Uhr
 
Die Kolumne

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GUS G
Dritte Scheibe, neues Konzept!
Thorsten Dietrich



Der griechische Gitarrist und Firewind Boss Gus G, vielen auch als ehemaliger Ozzy Osbourne Musiker bekannt bringt im April sein drittes Soloalbum "Fearless" heraus auf dem einiges anders als bei den Vorgngerwerken ablaufen wird. Im Interview gab sich der gut aufgelegte und sehr freundliche Grieche recht gesprchig und informativ, wobei ich total verblfft war wie gut die Verbindung nach Griechenland in Sachen Telefon war. Das klang alles wie um die Ecke. Aber so unwahrscheinlich wre das auch nicht, denn Gus flog einem Tag spter wieder nach Deutschland zu einem kleinen Indoorfestival. Jetzt ging es nach berstandener Sdamerika Tournee von Firewind aber um Gus G der mit seiner Hauptband und seiner Solotruppe seit kurzer Zeit bei AFM Records untergekommen ist und dort meiner Meinung nach gut hin passt.

Gus, dein drittes Soloalbum ist aber ganz schn anders als die Vorgngerwerke. Zum Einen fllt auf, dass der Stil des Artworks sich doch sehr gendert hat. Du bist nun auf dem Cover, eine Sache die viele Gitarristen wie Vai, Satriani oder immer Yngwie Malmsteen getan haben. Was ist dein Grund?

Oh ja, ich habe noch nie ein Album mit meinem Gesicht drauf gemacht (lacht) und um ehrlich zu sein ich denke das fehlt viel heutzutage in unserem Genre. Jeder macht Grafiken oder gezeichnete Bilder. Entweder es ist modern oder oldschool. Auf den ersten beiden Alben hatte ich Artworks die waren mir aber spter irgendwie zu nahe an Firewind. Es ist so, den nutze denselben Grafiker dafr (lacht). Deshalb habe ich gedacht ich packen mein hbsches Gesicht drauf und das war es (lacht schallend los).

Super Idee, Gus! Du hast im wirklichen Leben einen sehr langen Namen, als du dir den Knstlernamen Gus G beim Firewind Debt. Fragen jetzt immer noch Leute nach dem G oder interessiert es keinen mehr wie bei ICE-T?

Oh Fuck, ja! Leute wissen mehr oder weniger dass dies ein Bhnennamen ist. Wenn Leute mal fragen erklre ich ihnen dann dass ich nie eine Karriere gehabt htte mit diesem Ausweisnamen. Ich wurde schon als Kind Gus gerufen da ich Familie in Amerika hatte und ich brauchte spter einfach was Eingngiges.

Stimmt, es ist schnell und kurz und einfache als Axel Rudi Pell! Ja, aber sein Name ist halt gut auszusprechen und zu merken, verblfft mich Gus, worauf ich ihm noch das mit Axels Nachnamen erklre und wir beide sicher sind, dass Ritchie Kotzen in Deutsch wenig zu lachen hat. Dann wird es wieder seriser: Das neue Album "Fearless" ist sehr sehr unterschiedlich zu den letzten Alben "Grand Revolution" und "I Am The Fire". Es gibt keine verschiedenen Vokalisten, was ich wirklich mochte. Warum hast du das gendert?

Ich habe es so gemacht fr die ersten Alben so gemacht, ich schrieb mit verschiedenen Menschen die Tracks und arbeitete mit verschiedenen Stimmen zusammen. Nun war es Zeit etwas anderes zu tun. Ich wollte das Ganze vereinfachen und das war nun der nchste Schritt. Ich hatte mit Dennis Ward zusammen ein gutes Songwritingteam und es klappte echt gut. Er machte die Texte und ich die Musik und es klang wirklich gut auf den Demos. Er sang alle Pilottracks und er machte das so super. Wen immer wir auch da nun ins Spiel bringen wrden htte eine wirklich hartes Los gehabt sich mit Dennis messen zu mssen. Wir entschieden uns dann als Trio mit Dennis die Scheibe zu machen. Das war fr mich der nchste Schritt.

Ich wusste wirklich nicht, dass Dennis Ward so ein verdammt guter Leadsnger ist!

(lacht schallend los) Das ist ein gut gehtetes Geheimnis, die Leute kennen ihn sonst nur als Produzenten oder Bassisten. Ja, er berrascht wirklich jeden. Auch als wir letztes Jahr die Lieder fr Firewinds "Immortals" Album schrieben, dort ist er auch mein Co-Songwriter und kmmert sich um die Gesangslinien. Jeder in der Band fragte dann als die Demos da waren wie er das so gut gesungen haben mag. Man war auch sicher, dass Henning Basse es schwierig haben wrde dagegen anzusingen. Dennis ist echt sehr gut. Er ist kein richtiger Rock'n'Roll Frontmann, er hat aber eine tolle Gabe in seiner Stimme und spielt klasse Bass und ist noch ein bekannter Produzent.

Auf jeden Fall. Wie bist du eigentlich an ihn gekommen, du bist nicht aus der Gegend von Stuttgart wenn ich mich nicht tusche?

Nein, da hast du Recht. Ich muss weit ausholen, die Geschichte begann 2009 als der alte Drummer von Pink Cream 69, Kosta der auch zum Management Bottom Row gehrt und ein langjhriger Freund von mir ist ein Projekt um mich herum formen wollte und mich deshalb mit Dennis bekannt machte. Ich wusste nicht wer er war und schrieb ein paar Lieder und Demos mit ihm. Dann kam die Idee auf Michael Kiske an Bord zu nehmen, aber 2009 bekam ich das Ozzy Osbourne Angebot und ich musste Kosta leider absagen da ich Ozzys Gitarrist wurde. Die machten dann spter die Band Unisonic aus dem Ganzen und nahmen noch Kai Hansen dazu. Ich schrieb aber ein paar Lieder mit Dennis und packte diese ins Regal und vor zwei oder drei Jahren kam ich wieder an den Liedern vorbei, hrte mal rein und dachte die waren echt verdammt gut, weshalb ich wieder Kontakt mit Dennis aufnahm. Wir sprachen und ich berredete ihn mir bei einem Comebackalbum fr Firewind unter die Arme zu greifen, worauf wir eine Menge Lieder geschrieben haben aus dem dann "Immortals" von 2017 geworden ist. Wir blieben in Kontakt, schrieben einige Lieder zusammen und so kam es zu meinem Soloalbum. Wenn man ein gutes Team hat klappt das gut.

Das ist eine wirklich interessante Geschichte!

Ja, auf den Fall, wir lernten uns fr eine Band kennen die niemals existierte und machten sieben, acht Jahre spter zwei Alben zusammen und hier sind wir nun! Unisonic sollte ja eigentlich eine Band von mir und Michael Kiske sein! Aber es passierte damals nicht (lacht), aber ich bin so immer noch mit den Leuten in Kontakt geblieben.

Ich wollte ja eigentlich nichts zu Ozzy fragen, da es ja um deine Soloscheibe geht, aber der Opener "Letting Go" und auch der zweite Song "Mr. Manson" hat in Sachen Musik und Gesang fr mich auf jeden Fall einen gehrigen Ozzy Vibe!

Das ist von Dennis gekommen! Er hat mir die Gesangslinien von "Letting Go" dazu gesendet und ich habe es direkt gemocht! Es erinnert mich natrlich auch an Ozzys "Scream" Album auf dem ich ja gespielt habe. Ich glaube nicht dass Dennis dies absichtlich tat. Ich mag es dass es wie Ozzy klingt, also lieen wir es. Viele Leute verbinden mich ja immer noch mit Ozzy. Dasselbe gilt fr "Mr. Manson", ich hatte dieses Riff, es war ein lteres was mich etwas an Black Sabbath erinnerte. Sachen wie "NIB" und ich sendete es zu Dennis. Ich wollte das vor Jahren auch Ozzy zeigen da es einen Sababth Vibe hatte und ich denke dies lies Dennis Hirn arbeiten, so dass er dann mit dem Text zu "Mr. Manson" ankam. Ich sagte dann Wow, das ist eingngig und er meinte nur "Mr. Crowley" gibt es ja schon" (lacht laut). Es ist natrlich ein Text ber Charles Manson und seine Morde. Es ist recht seltsam, wir schrieben den Song letztes Jahr und kurze Zeit spter ist besagter Mann verstorben.

Manchmal ist es schon gruselig! Wieso habt ihr denn Dire Straits Hitnummer "Money For Nothing" gecovert? Ihr seid ja eng am Original und habt quasi ne Metalversion mit Biss draus gemacht!

Korrekt! Wir haben es in derselben Geschwindigkeit gespielt. Aber gleiche Beat wurde in Halftime gezockt. Es ist eines der Lieder gewesen die auf der Liste hatte fr eine Cover EP. Aber dann merkte ich dass viele der Lieder schon von anderen Gruppen gecovert wurden und so musste ich aussortieren. "Money For Nothing" war immer eines meiner Favoriten und keiner hat es je getan. Deshalb machte ich schnell ein Demo und spielte es viel heavier und gab es zu Dennis dem es auch gefiel, weshalb wir es dann probierten.

Fr jemanden wie mich der nicht so viel Dire Straits hrt und den Track aus dem Radio kennt ist es eine nette Abwechslung sowas mit Biss zu hren. Es gibt ja auch ein Digi mit zwei Bonustracks, sind das auch Coversongs. Ein Lied klingt schwer nach David Lee Roth, "A Little Aint Enough"?

Das ist echt ein Zufall, lacht Gus. Es ist ein Album von David Lee Roth, da hast du Recht. Es sind zwei Lieder von mir, die sind neu.

Wenn du Lieder schreibst, wie weit du welcher Track fr Firewind oder Gus G solo ist?

Eine gute Frage! Ich habe nach dem Schreiben immer das gute Gefhl zu was das Lied gehrt. Firewind wird als Power Metal Band bezeichnet, wenn es in diese Richtung geht kommt es zu Firewind, wes mehr Hard oder Modern Rock ist endet es auf einem Soloalbum. Die einzige Sache bei der ich dann Diskussionen habe ist wenn ich Balladen mache. Diese Lieder knnten auf beiden Alben landen.

Auf dem neuen Werk ist eine verdammt gute Ballade drauf, "Nothing To Say"!

Ich mag das Lied auch sehr gerne, es war mit "Letting Go" zusammen der erste Track den Dennis und ich zusammen schrieben und die Gesangslinie hat dann diktiert wo das Lied hingehen wird. Als Dennis diese gesendet hat war der Arbeitstitel noch "College-Rock" weil es sich fr mich so anhrte, als ob dies ein S-Radio Rock Track ist. Es klang wie etwas was ich schon glaubte schon mal gehrt zu haben und ich sagte zu Dennis dass ich hoffe keinem das Lied zu stehlen da es mir so bekannt vorkam. Es klang fr mich nach Creed.

Ich denke es wre auch doof, wenn Musiker solo genauso klingen wie mit ihrer Band! Fr mich ist Gus G solo eine Mischung aus Hard Rock und Heavy Metal aka Heavy Rock. Stimmst du mir da zu?

Ich stimme dir total zu", kommt es wie aus der Pistole geschossen von Gus. "Das war das Konzept dahinter. Ein Metalalbum mit Hard Rock Roots sollte es werden. Ansonsten msste es Firewind genannt werden. Wenn es bluesiger wird, in Richtung Radio Rock oder modern tnt kommt es zu meinem Solozeug. Es sind all die Ideen die ich nicht bei Firewind unterbringen will und kann da ich Firewind im Power Metal Genre lassen mchte und die Band da auch gut hin passt.

Eine gute Einstellung! Vielleicht eine leicht provokante Frage: Braucht das Soloalbum eines Gitarristen ein Instrumental als Titelsong?

h, es juckt mich nicht ob der Titelsong instrumental oder mit Gesang ist! Es soll nur ein cooler Titel und ein Statement sein. Mir schwebte der Titel fr das Lied schon lange durch den Kopf. Ein komplizierter und anspruchsvoller Track, ich wei noch, als ich den aufnahm dachte ich das ich gut ben muss um den live zu spielen (lacht). Also muss ich ben und furchtlos werden wie der Titel es sagt.

Apropos live ihr wollt ja live als Power Trio auftreten, du an der Gitarre, Dennis am Bass und Stimme, aber Will Hunt ist in Deutschland nicht dabei. Erzhl mal, spielst du in verschiedenen Gebieten mit anderen Musikern?

Dennis wird mich auf der kompletten Tournee begleiten, aber Will spielt viele Konzerte mit Evanescene, das ist sein Hauptjob, er war mehr wie ein Sessiondrummer. Er wrde gerne, aber vielleicht klappt es irgendwann. Fr die kommende Tournee ist Edguy und Avantasia Drummer Felix Bohnke an Bord und macht das bestimmt klasse. Dennis kann all meine alten Lieder singen, wir hatten dies auch schon 2017 auf Konzerten in den USA gemacht. Das Ganze macht alles viel einfacher, er singt toll und spielt super Bass. Er ist also zwei Musiker in einem (lacht).

Tolle Aussichten fr Gus und seine Band und ein sympathischer Musiker mit dem ich noch gut ber dies oder jenes geplaudert habe. Das ist auch nicht alltglich. Gus scheint auf dem Boden geblieben und ganz normal zu sein.

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