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19. Jul 2018 - Uhr
 
Die Kolumne

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GREYDON FIELDS
Der dritte Streich!
Thorsten Dietrich
www.facebook.com/GreydonFields


Die Ruhrpott Metaller Greydon Fields hauen diesen Frhling ihr drittes Album "Tunguska" heraus und sind auch live recht aktiv. Da wir gerne Bands interviewen die nicht berall vertreten sind und diese Undergroundband uns gut gefllt, war es Pflicht mit Snger Volker Mostert und Gitarrist Gregor Vogt ein Interview zu machen.

Gregor und Volker, wie geht es euch?

Gregor: Thorsten, alles bestens. Wir sind erleichtert, mit der Albumproduktion durch zu sein und total gespannt auf die Reaktionen der Leute. Wir hoffen natrlich, dass die Metalfans mit "Tunguska" genauso viel Spa haben wie wir. Und wir freuen uns auf das Interview mit Dir.

Blde Frage: Aber ich wei nicht, was es mit eurem Bandnamen auf sich hat, klre mich bitte mal auf!

Gregor: Greydon Fields ist dieser mysterise, dunkle Ort, von dem man munkelt dass dort unaussprechliche Dinge geschehen. Auf unserem ersten Album "Room With A View" kann man, wenn man genau hinsieht, den Wegweiser beim Blick aus dem Fenster erkennen. Das Haus vom Artwork steht direkt am Rande von Greydon Fields. Wer das komplette Artwork kennt, also nicht nur das Cover, wei um die Frauengestalt, die direkt neben dem Fenster und auch auf den Klippen am Meer steht. Ist sie eine Gefangene des Ortes? Ist sie eine Hexe? Wir wissen es nicht.

Die dritte Scheibe von Greydon Fields ist nun da, inwiefern ist da ein Unterschied zu den beiden Vorgngern auer dem Gesang fr euch zu hren?

Volker: Den Hauptunterschied sehe ich in der Produktion; statt in reiner Heimarbeit wie bei den beiden Vorgngern wurde "Tunguska" im Studio unter der Regie von Micha Neugebauer aufgenommen. Von ihm stammen einige Anregungen bezglich Gitarren-Arbeit aber auch zu den Gesangs- Arrangements. Jetzt klingt alles insgesamt etwas ausgereifter und "flliger".

Gregor: Was das Songwriting als solches angeht, sind wir aus meiner Sicht viel abwechslungsreicher geworden. Eingngige Stampfer wie "Sole Survivor" stehen neben beinharten, schnellen Thrashern wie "The Walking Dead" oder Dampfwalzen wie dem Titelsong. Auerdem habe ich auf "Tunguska" versucht, dem Volker mehr Raum fr den Gesang zu geben. Sowas bringt mehr Freiheiten fr Gesangslinien. Das war fr mich ein Lerneffekt aus den beiden letzten Alben. Halt Dich mit der Gitarre zurck wenn gesungen wird und gib Gas wenn Du dran bist. Vielleicht klingt "Tunguska" dadurch auch etwas straighter. Produktionstechnisch sind sowohl "Room With A View" und "The God Machine" bei uns im Proberaum entstanden und wir haben die fertigen Tracks dann zu Dennis Khne, einem Audioengineer, geschickt. Dieser hat unter anderem auch schon mit Sodom und The Very End zusammengearbeitet. Insofern waren auch die ersten beiden Produktionen in einem professionellen Rahmen. Mit Michael Neugebauer vom Rock & Soul Studio haben wir fr "Tunguska" nun aber neben dem reinen Recording, Mix und Mastering auch einen Produzenten hinzugezogen, der einen objektiven Blick auf das Songwriting werfen sollte. Micha ist selbst Musiker und Songwriter bei der Band The Atrium und bei Wicked Disciple, der Band unseres alten Sngers Ted. Glcklicherweise hatte er aber nicht allzu viel zu meckern was unsere Vorproduktion anging, war aber eine sehr groe Hilfe bei der Umsetzung und den vielen kleinen und greren Ideen, die nicht unbedingt direkt ins Auge fallen. Aber das sind ja Dinge, die eher im Hintergrund laufen und von den der "normale" Musikhrer nicht unbedingt etwas mitbekommt. Oder die sich "nur" in Form von: "Hey, das klingt aber geil!" bemerkbar machen. Der deutlichste Unterschied zu den Vorgngeralben ist aber vor allem: Wir haben mit Patrick (Bass) und Marco (Drums) zwei neue Leute und super Typen an Bord, was sich auch auf den ganzen Produktionsprozess, vom Songwriting bis ber die Aufnahmen ausgewirkt hat. Exzellente Musiker mit genauen Vorstellungen wie sie ihre Ideen in die Songs einbringen mchten. Das hat wirklich Spa gemacht und uns zu einer super Truppe zusammengeschweit. Dazu gibt es auf der Scheibe noch zwei geile Soli vom Ra's Dawn Gitarristen Marek, Vocals von unserem alten Snger Ted, sowie Geigen von Volkers Frau Cemile, die bereits auf "Vengeance", dem Opener von "The God Machine", zu hren war.

Gute berleitung. Ihr habt nun auch mit Patrick und Marco zwei neue Leute an Bord, wo habt ihr die gefunden und was haben sie zur Scheibe und eurem Sound beigetragen?

Gregor: Nachdem erst unser Drummer und Grndungsmitglied Riccardo die Band verlassen hatte, und gut sechs Monate spter auch Jochen, unser Bassist, der ja seit der "Room With A View" dabei war, mussten wir uns erst einmal neu sortieren. Marco war ja zwischenzeitlich bereits als neuer Drummer dazugekommen und hatte einige Gigs mit uns gespielt. Ihn hatten wir ber das Musiker "Dating" Portal "Backstage Pro" kennengelernt und uns direkt in ihn verliebt, hahaha. Volker und ich haben zu dem Zeitpunkt dann entschieden mit nur einer Gitarre weiterzumachen, was den Ingo, der zu der Zeit zweiter Gitarrist bei uns war, den Job bei GF gekostet hat. Sozusagen alles zurck auf null und kompletter Neustart. Patrick hatte zuvor mit einem Kumpel zusammen Mucke gemacht und ist irgendwann auf unsere Musikersuche aufmerksam geworden. Ursprnglich wollten wir sogar ihn und seinen Kumpel in die Band nehmen, was aber aus zeitlichen Grnden nicht funktioniert hat. Marco und Patrick sind fr uns echte Glcksgriffe gewesen. Marco ist ein super tighter Drummer, mit vielen eigenen Ideen und ordentlich Punch an der Schiebude, und Patrick ist eigentlich Gitarrist, der fr uns an den Bass gewechselt ist, aber auch wie ein Bassist denken und spielen kann. Das wird oft unterschtzt. Er hat tausend Ideen fr Arrangements und Feinheiten, an die ich selbst nicht mal im Entferntesten denke. Aus dem Grund haben wir den Bass auf "Tunguska" auch noch mehr Raum gegeben und ihn im Mix nach vorne gerckt.

Verkracht knnt ihr mit Ex-Snger Patrick Donath ja nicht sein, der hat ja bei deinem Label auch sein Projekt Wicked Disciple unter Vertrag, war das eine Zeitsache?

Gregor: Also, damals als Ted noch bei uns war, bzw. zum Ende hin und auch danach, sind schon ordentlich die Fetzen geflogen. Danach war erstmal eine Zeitlang Funkstille und wir sind uns aus dem Weg gegangen. Ich schtze Ted aber als durch und durch ehrlichen und authentischen Menschen und Musiker. Bei ihm wei man immer wo man dran ist auch wenn es einem nicht gefllt. Dafr bewundere ich ihn wirklich und wir sind da in gewisser Weise auf einer Wellenlnge. Das Ganze brauchte aber nach dem Greydon Fields Split eine Weile und nun ist alles wieder gut. Die Songs seiner Band Wicked Disciple finde ich durch die Bank groartig und von daher war es fr mich ganz selbstverstndlich, die Scheibe ber Roll The Bones Records zu verffentlichen. Darber hinaus ist er ja nun auch auf dem neuen Album bei "Dancing On Our Graves" im Duett mit Volker zu hren. Da schliet sich der Kreis wieder einmal.

Die schicken Artworks macht ja immer der Bjrn Goosses, dieses Mal geht es ja in eine ganz andere Richtung. Erzhl doch mal was es mit dem Titel "Tunguska" auf sich hat!

Volker: Die Idee zu dem Songtitel kam mir, als wir im letzten Sommer in Kirgistan waren. Dort wurde mir von einer mysterisen Leuchterscheinung berichtet, die fr einige Minuten die Nacht zum Tage machte. Das hat mich an einen Artikel ber das Tunguska-Ereignis erinnert, das sich im Jahr 1908 in der sibirischen Taiga abgespielt hat. 60 Millionen Bume wurden dabei umgeknickt und der Feuerschein und die Druckwelle waren in 500 km Entfernung wahrnehmbar. Es war vermutlich ein Asteroid oder Komet, aber es wurde nie ein Einschlagkrater gefunden. Ich habe Bjrn von Killustrations dieses Szenario geschildert und ihm den Vorschlag mit den Bren und dem Asteroiden gemacht. Er hat das wieder mal fantastisch in Szene gesetzt.

Wenn ich euch als schnrkellosen Metal bezeichne, fhlst du dich mit der Bezeichnung wohl?

Volker: Stimmt schon, bei uns gibt es nicht viele Schnrkel in Form von abgefahrenen Tempowechseln oder komplexer Rhythmik. Die Nummern sind doch berwiegend ziemlich straight. Das knnen wir gut, da fhlen wir uns wohl.

In Sachen Songwriting macht Greg ja den Lwenanteil, aber auch die anderen Bandmitglieder haben etwas beigetragen. Viele Musiker sagen es ist besser wenn nur einer oder zwie die Richtung vorgeben, wie seht ihr das und wie lief das bei euch?

Volker: Beim Album "The God Machine" hat Greg zu 100% die Musik geschrieben und ich habe alle Gesangslinien dazu beigesteuert. Das war diesmal ein bisschen anders, weil unser Bassist Patrick einen kompletten Song (The Island) und zwei Intros komponiert hat. Mit "Dancing On Our Graves" ist diesmal auch ein Song dabei, fr den Greg die Musik und den Text geschrieben hat. Ich denke, es ist normal, dass Gitarristen die Musik schreiben und die Snger die Texte dazu. Patrick spielt aber auch Gitarre und kann in Zukunft bestimmt noch mehr Songs auf Kiel legen. Wenn sowas wie "The Island" dabei herauskommt, ist das natrlich ein groer Wurf fr uns. Die Frage, wer wie viel beigetragen hat, wird erst dann interessant, wenn man mit der Musik Geld verdient. Das ist bei uns nicht wirklich der Fall.

Gregor: Zu dem ist es ja auch so, dass alle Bandmitglieder an der finalen Version beteiligt sind. Selbst wenn ein Song von mir ist, klingt er ja erst richtig gut, wenn Alle ihre Ideen eingebracht haben. Das ist schon echtes Teamwork.

Hand auf Herz: Arbeit, Label, Band, Familie - andere brauchen dabei lnger fr die dritte Scheibe, wieso klappt es bei dir / euch?

Gregor: Vor allem: Man muss Spa an der Sache haben, und natrlich auch die entsprechende Untersttzung seitens Familie. Zum Beispiel wenn ich abends 30 Minuten im Homestudio ankndige und dann doch fr 2 Std verschwunden bin. Ich muss auch nicht jeden Abend vor der Glotze sitzen, sowas kostet unglaublich viel kreative Zeit. Da schreibe ich lieber mal nen neuen Song oder erledige die Dinge frs Label.

Kann es sein, dass es in letzter Zeit auch mit Konzerten bei euch besser luft und wie oft wollt und knnt ihr auf die Bretter dieser Welt?

Volker: So ein richtig regelmiger Gig-Rhythmus hat sich bei uns noch nicht etabliert, falls es sowas berhaupt jemals gibt. Ich wrde gerne so alle 6-8 Wochen live spielen und da wrden die drei anderen Jungs auch mitziehen. Auf eine mehrwchige Tournee zu gehen wrde wegen der beruflichen Verpflichtungen, die wir alle haben, ziemlich schwierig, auch wenn das bestimmt ein Riesenspa wre.

Gregor: Wir sind auerdem alle der Meinung: Klasse vor Masse. fter spielen wre toll, aber nicht um jeden Preis. Handverlesene, aber dafr gute Gigs in professionellem Rahmen sind schon cool, wie letztens z.B. mit den Jungs von THE VERY END in der Zeche Carl in Essen.

Volker: Als nchstes (28.4.) machen wir z.b. unsere CD-Release-Party im Don't Panic in Essen. Eine Woche spter (5.5) spielen wir auf dem ACFM-Festival in Andernach. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, damit wir mal aus der unmittelbaren Nachbarschaft rauskommen. Vielleicht ergeben sich dadurch noch Mglichkeiten, auf anderen berregionalen Festivals zu spielen, das wre eine tolle Sache.

Was habt ihr sonst noch geplant mit der Band?

Gregor: Langfristig natrlich die Weltherrschaft (lacht). Im Moment sind wir aber einfach total gespannt auf die ersten Reaktionen zum neuen Album und die Reviews der Metalmagazine. Gleichzeitig bereiten uns auf die anstehenden Gigs vor. Dann ist fr 2018 noch ein Video in der Diskussion. Und Ideen fr neue Songs gibt es auch schon. Du siehst, es wird nicht langweilig und man muss sich sogar manchmal zgeln um nicht den zweiten Schritt vor dem ersten zu machen. Wir sind jedenfalls unter kreativem Volldampf und es ist auch weiterhin mit uns zu rechnen!

Das sind doch gute Aussichten.

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