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24. September 2018 - Uhr
 
Die Kolumne

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INNFIGHT
Ein Schicksalsschlag zum zweiten Album
Thorsten Dietrich
www.innfightmusic.com


Die Mannheimer Innfight haben mit ihrem zweiten Album alles richtig gemacht und leicht modernen, gar leicht skandinavischen Metal kreiert der nicht Deutsch und schon gar nicht vorhersehbar oder schon dagewesen tnt. Da war es mir eine Pflicht Keyboarder Michael Heck zu schnappen und ein paar Informationen zu seiner feinen Band aus ihm zu quetschen.Der Mann erwies sich als Glcksgriff und hatte einiges zu erzhlen

Ihr seid ja noch ein unbeschriebenes Blatt fr viele. Skizziert mal kurz eure Bandgrndung und wie ihr euren Sound gefunden habt!

Sascha W. und ich sind bereits ber 25 Jahre befreundet. Unsere Wege haben sich in der Zeit auch ab und zu in Bands gekreuzt. Wir waren der Meinung dass wir uns musikalisch gut ergnzen wrden, wenn wir mal gemeinsam Songs schreiben. Als wir Ende 2013 beide gerade mal keine Band hatten, haben wir das dann in Angriff genommen. Die ersten Demos haben uns dann auch direkt ein gutes Gefhl gegeben, und dann haben wir auch direkt Frank W. als Snger und Texter mit an Bord geholt. Die Grundidee war auf jeden Fall modernen, melodischen Metal zu machen mit elektronischem Einschlag.

Was wollt ihr mit dem Bandnamen INNFIGHT ausdrcken?

Der Name INNFIGHT ist aus dem Kampfsport abgeleitet. Fr manche Menschen ist das Leben ein Art Nahkampf mit der Umwelt und sich selbst. Hierfr steht die Schreibweise in unserem Bandnamen mit den beiden NN, also INNFIGHT. Das eine N ist gespiegelt und symbolisiert die Mglichkeit der eigenen Reflexion. Des Weiteren sind die beiden Buchstaben NN in rot gehalten. Wenn man nur die schwarzen Buchstaben liest steht hier noch I FIGHT (Ich kmpfe!). Das bringt somit auch Hoffnung - solange ich kmpfe, halte ich am Leben fest!

Warum ist das Artwork so dster wie bei Death oder Thrash-Metal?

Wenn eine Depression bzw. eine Krankheit dich so weit treibt, das die (Er-)lsung der Tod ist stellt sich die Frage: Wie lsst sich sowas in ein Artwork umsetzen? Wie soll sowas aussehen? Das der Tod manchmal berraschend kommt und eine gewisse Stille mit sich bringt, symbolisiert das Cover des aktuellen Albums "Black Dog". Der Titel "Black Dog" steht fr eine Art von Depression. Wenn sich Musiker wie Chris Cornell oder Chester Bennington, die soviel erreicht haben sich das Leben nehmen oder dein Bassist durch eine schwere Krankheit aus dem Leben tritt dann ist es auch in solchen Momenten einfach still und auch dster.

Musikalisch seid ihr fr mich verdammt frisch und verbindet amerikanischen, moderne Rock und Metal mit teilweise skandinavischer Schwere. Seht ihr das so oder habt ihr total andere Einflsse?

Das siehst Du absolut richtig! Bands wie Red, Stone Sour, In Flames, Alter Bridge oder die frhen Linkin Park zum Beispiel haben auf jeden Fall einen Einfluss auf unseren Sound. Trotzdem versuchen wir nicht wie eine Kopie einer dieser Bands zu klingen, sondern aus diesen Einflssen heraus einen eigenen Sound zu finden, und ich denke wir sind auf einem guten Weg dahin.

In Sachen Sound habt ihr ja den Rolf Munkes dessen Sound und Musik ich echt mag! Liegt das daran dass ihr aus Mannheim kommt und er grob in der Ecke residiert. Wie seid ihr an den Mann gekommen und hat er auch Einfluss auf euren Sound?

Sascha hat vor INNFIGHT bereits mehrmals mit Rolf zusammengearbeitet. Daher war er auch die erste Wahl fr die Aufnahmen des Debt-Albums. Die Zusammenarbeit verlief groartig, und wir hatten eine tolle, gemeinsame Zeit im Studio, was ja auch wichtig ist, fr den kreativen Prozess. Daher war es fr uns auch keine Frage dass wir das zweite Album ebenfalls mit ihm aufnehmen werden. Rolf hat als Produzent auf jeden Fall auch einen groen Einfluss auf den Sound der Produktion und damit auch der Band, aber das ist von uns dann ja auch so gewnscht, und wir schtzen seine Meinung, seine Ideen und seine Erfahrung sehr.

Das ist nun euer zweites Album, wie wird es nun weiter gehen, wie viel Zeit investiert ihr 2018 in die Band?

Wir werden versuchen so viel wie mglich live zu spielen. Mit zwei Alben im Gepck zeigt man ja hoffentlich auch den Konzertveranstaltern dass man nicht nur eine "Eintagsfliege" ist, sondern eine Band, die durchaus vorhat noch etwas zu bewegen und ein paar Bhnen zum Beben zu bringen.

Apropos Album, ist das mir unbekannte Debt "Boulevard Of Pain" musikalisch in derselben Kerbe, wie sieht ihr es mit Abstand?

Das neue Album Black Dog ist auf jeden Fall hrter und gitarrenlastiger als Boulevard. Das liegt unter anderem daran dass wir zwischenzeitlich mit Eugen einen zweiten Gitarristen in der Band haben, dessen Talent natrlich auch auf dem Album zu hren sein soll.

Ihr habt das Album eurem verstorbenen Bassisten gewidmet, der ja teilweise wohl noch zu hren ist. Mein Beileid. Was ist denn passiert?

Vielen Dank! Es ging alles sehr schnell und war ein groer Schock fr uns alle, zumal wir in der Zeit ja gerade mitten in den Aufnahmen zum Album steckten. Thomas hatte eine sehr aggressive Form von Leukmie und ist daran leider innerhalb von nur wenigen Wochen nach der Diagnose verstorben. Es war sein groer Wunsch, einmal als Musiker auf einem Album zu erscheinen. Das war ihm in seinem Musikerleben zuvor nie mglich gewesen. Und wir sind sehr froh, dass wir ihm diesen Wunsch erfllen noch erfllen konnten. Er spielt den Bass bei dem Song "In Movement".

Traurige Sache! Was mich etwas wundert ist die Tatsache, dass ihr mit dir einen echten, permanenten Keyboarder an Bord habt, die meisten Bands lassen heute das aus der Konserve kommen, was nicht nur die Keys betrifft!

Da sprichst Du ja gerade mit dem richtigen Mann (lacht). Ich vermute mal dass ich deswegen bisher als Keyboarder in der Band berlebt habe, weil ich einer der Grnder und einer der kreativen Kpfe bin (lacht). Du hast natrlich Recht, und die Entwicklung macht mich als Keyboarder, der eigentlich immer in Rock- und Metal-Bands gespeilt hat natrlich auch etwas traurig. Das ist fast wie in den 90ern, als man die Keyboarder bei den Metal-Bands hinter den Vorhang gestellt hat, weil man sie zwar noch fr den Sound brauchte, aber es zu uncool war, sie mit auf die Bhne zu stellen. Natrlich bietet die Technik heutzutage die Mglichkeit, die komplexesten Klnge mit Hilfe von Samplern oder Rechnern einfach mitlaufen zu lassen, und wenn der Song Orchester und 20 weitere Keyboardspuren beinhaltet, aber der Keyboarder trotzdem nur zwei Hnde hat, dann kann man ihn auch gleich weglassen, ohne Klangverlus. Aber ich bin der Meinung, wenn ein Instrument zum Sound einer Band gehrt, egal ob Keyboards, Geige oder Querflte, dann sollte live dafr auch ein entsprechender Musiker auf der Bhne stehen.

Bei dem Sound von euch htte ich mir gut ne Covernummer eines coolen 80er Jahre Popsongs oder so vorstellen knnen, habt ihr sowas auf Lager oder seid ihr Gegner von Coversongs?

Du wirst lachen. Diese Idee hatten wir tatschlich. Wir haben es am Ende nur deshalb nicht gemacht, weil wir mehr als genug eigene gute Nummern hatten, die wir aufnehmen wollten. Ich verrate aber jetzt nicht welchen Song wir da im Auge hatten. Vielleicht kommt er ja mit auf das nchste Album.

Da bin ich mal gespannt was die Herren da nun auf die Beine stellen werden! Hoffentlich bekommen sie die Chance ihr Album auch mal live zu promoten.

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