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23. Januar 2019 - Uhr
 
Die Kolumne

American Animals (Blu-ray)
Titel American Animals (Blu-ray)
Produktion/Vertrieb Ascot Elite
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Veröffentlichung 18.01.2019
Laufzeit 116:00 Minuten
Autor Marco Fertig
Bewertung 12 von 15 Punkten
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Regisseur Bart Layton drfte nur wenigen ein Begriff sein, ebenso wie sein bisher einziger Dokumentarfilm-Spielfilm Mix "Der Blender - The Imposter", obgleich dieser mich durchaus mitgenommen hat damals. Nun ist Layton als Writer und Director zurck, diesmal mit namhafterer Besetzung, allerdings abermals im True Crime Bereich. Diesmal knpft er sich mit "American Animals" wieder einen realen Fall vor, von dem man hierzulande aber wohl eher weniger Kenntnis haben drfte. Die Handlung spielt im Jahr 2003 in Lexington, Kentucky. Spencer und Warren sind befreundet, studieren an der Transylvania University, kommen aus einem recht gut situierten Elternhaus, und sind gelangweilt von ihrem Dasein. Sie fassen den Plan sehr wertvolle Bcher aus der Uni-Bibliothek zu stehlen, wozu sie sich durch Heist-Movies kmpfen, Plne zeichnen und noch zwei Studenten mit an Bord nehmen. Langsam nimmt das Vorhaben Formen an, vor allem nachdem Warren bereits Kontakte zu Hehlern in Amsterdam aufgenommen hat, um die Ware dann auch zu Geld machen zu knnen. Die Realitt ist aber nun einmal anders als ein Film, und die Sache wird ernst.

Klingt einerseits nach einem normalen Heist-Movie, wie man sie nicht erst seit der "Oceans"-Reihe kennt. Ein Vorhaben, Plne schmieden, auskundschaften, Leute anwerben und ab geht die Post. Tja nun ist die Geschichte in Laytons Film aber einerseits wirklich passiert, und andererseits geht er doch nicht so typisch vor, wie man es vielleicht denken mag. Die Inszenierung ist gemchlich, er nimmt sich Zeit fr seine Figuren, vor allem Spencer und Warren, deren Charakteren er grozgig Zeit zur Entwicklung gibt. Was man so nicht kennt, und den Film in andere Sphren hebt: Die echten Delinquenten werden in Interview-Szenen zwischengeschaltet! Man bekommt die Infos ber die Ttigkeiten der Protagonisten also aus erster Hand, quasi aus Tterhand! Das bringt unheimlich viel Atmosphre in "American Animals", und auch wenn man sich den Ausgang der Story abzhlen kann, geht es vielmehr darum wie das alles ablief, als um das Endergebnis. Man fiebert mit, kann auch durchaus mal schmunzeln, und viel wichtiger: Alles bleibt nachvollziehbar. bertrieben wird hier nichts, beschnigt auch nicht, allerdings kriegt man durch die Interviewszenen auch verschiedene Blickwinkel der Tter auf die Situationen, wodurch manches natrlich auch vllig subjektiv anders gewesen sein knnte.

Eine witzige und gelungene Mischung also, die uns Layton mit "American Animals" da serviert, er hat seine Fingerbung aus "Der Blender" weiter perfektioniert! Darstellerisch kann er in den Hauptrollen auf Barry Keoghan ("Dunkirk", "Killing of a Sacred Deer"), Evan Peters (Quicksilver aus den "X-Men" Filmen) und Anne Dowd zurckgreifen, aber auch die unbekannteren Blake Jenner und Jared Abrahamson stehen den anderen beiden Delinquenten in nichts nach. Udo Kier darf in einer kleinen Nebenrolle auch mal vorbeischauen. Der Soundtrack bietet brigens auch eine sehr nette Musikauswahl. Die Blu-ray hat eine ordentliche Bild- und Tonqualitt, im Bonusmaterial findet sich noch ein Interview und ein kurzer Blick hinter die Kulissen.
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