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16. Dezember 2018 - Uhr
 
Die Kolumne

I, Tonya (Blu-ray)
Titel I, Tonya (Blu-ray)
Produktion/Vertrieb Universum Film (dcm)
Homepage https://dcmworld.com/portfolio/i-tonya/
Veröffentlichung 24.08.2018
Laufzeit 120:00 Minuten
Autor Marco Fertig
Bewertung 13 von 15 Punkten
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Von Regisseur Craig Gillespies bisher einer Handvoll Filmen habe ich lediglich das Remake des Gruselklassiker "Fright Night" gesehen, von dem ich auch nur mssig begeistert war. Nun kommt er mit seinem neuesten Werk "I, Tonya" daher, welches ich rein vom Thema her wohl links liegen gelassen htte. Eiskunstlauf ist nicht meine Welt, Tonya Harding hat mich bisher nie gro interessiert, auer den Dingen die man durch die Presse sowieso mitbekam. Ergo ist ein Biopic ber eben jene Eiskunstdame wahrlich kein gefundenes Fressen fr mich. Ok, ich muss revidieren, weit gefehlt! Der Streifen ist definitiv alles, aber kein typisches Biopic, wenn man "I, Tonya" berhaupt so bezeichnen kann und will. Der Weg den Gillespie hier eingeschlagen hat drfte bisher einzigartig bei solch einer Thematik sein, denn auch ein Sportfilm ist das hier im Grunde nicht wirklich.

Man verfolgt Hardings Werdegang zur Eiskunstluferin, die schon als kleines Kind von ihrer herrischen und brutalen Mutter aufs Eis gezwungen wurde. Auch ihr Freund und spterer Ehemann konnte die in derbem Umgangston geschulte Tonya nicht aus ihrer Welt befreien, sollte es ihr bei ihm doch ebenso ergehen was krperliche Gewalt und psychische Qualen anging. Den Wertungsrichtern zum Trotz schafft es Tonya dennoch sich nach oben zu arbeiten, doch ihrem groen Ziel steht eine gewisse Nancy Kerrigan im Wege, und dieser Sache muss man sich natrlich annehmen, nur eben nicht in sportlicher Manier...

So banal und uninteressant der Inhalt erst einmal klingen mag, zumal der Ausgang der Geschichte ja mehr oder weniger sowieso klar ist, so untypisch hat Gillespie die Sache fr seinen Film aufgearbeitet. Wer hier hart trainierende Eisprinzessinnen und eine dramatische Sportgeschichte erwartet, sollte sich auf was gefasst machen! Das bietet "I, Tonya", aber ich einer vllig grotesk-skurrilen Weise, dass es einem oftmals schier die Sprache verschlgt, bzw. einem auch das Lachen im Halse stecken bleibt. Selbst eheliche oder elterliche Gewaltszenen werden auf eine satirische Art dargestellt, eingestreute Interviews mit den Darstellern versprhen Mockumentary-Charme, die Vierte Wand zum Zuschauer wird durchbrochen, und teils wird das Ganze mit herrlich (un)passenden Musikstcken ala "ZZ Top", "Fleetwood Mac", "Cliff Richard" oder "Laura Brannigan" untermalt.

Darstellerisch kann Gillespie aus den Vollen schpfen, denn mit Margot Robbie als Tonya hat er mehr als alles richtig gemacht! Ihre Eishockey-Erfahrung prdestiniert sie schon fr die Rolle (wobei finale Stunts wie der dreifache Axel-Sprung durch CGI, andere finale Sprnge durch ein Double gemacht wurden), ihr Schauspiel ist zum Niederknien! Aber auch alle anderen liefern richtig gut ab, allen voran Allison Janney als Mutter LaVona und Sebastian Stan als Ehemann Jeff. "I, Tonya" ist ohne Frage der beste Film den Gillespie bisher gedreht hat, und es wird fr ihn sicher sehr schwer das toppen zu knnen. Die Nominierungen und Preise sprechen dabei fr sich. Die Hchstwertung fr ein Meisterwerk kriegt der gute Mann fr mich zwar nicht, aber das Ding ist schon wirklich sehr gut geworden, Hut ab! Die Blu selbst bietet eine gute Bild- und Tonqualitt, in den Extras findet man ein Making Of und die blichen Trailer.
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