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18. Juni 2018 - Uhr
 
Die Kolumne

Borg McEnroe (Blu-ray)
Titel Borg McEnroe (Blu-ray)
Produktion/Vertrieb Ascot Elite
Homepage www.borg-mcenroe-themovie.com
Veröffentlichung 23.02.2018
Laufzeit 92:00 Minuten
Autor Peter Hollecker
Bewertung 11 von 15 Punkten
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Filme ber Sportlegenden gibt es reichlich, darunter auch sehr gelungene Werke wie "Rush" ber den Formel 1 Rennfahrer Niki Lauda, "Ali" ber den Boxer Cassius Clay aka Mohammed Ali oder "Pel" ber den gleichnamigen brasilianischen Fuball-Gott. Nun kommen zwei legendre Tennisspieler zu filmischen Ehren, die diesen Sport mageblich geprgt haben, nmlich der Schwede Bjrn Borg und sein amerikanischer Kontrahent John McEnroe.

Aufhnger ist das Turnier in Wimbledon im Jahr 1980, also 5 Jahre bevor ein gewisser Boris Becker seinen ersten Sieg beim berhmten Londoner Grand Slam auf dem "heiligen Rasen" feierte. Borg, der seiner Coolness von allen nur "Eisberg" genannt wird, hat die Chance Wimbledon als erster und bis heute einzige Spieler der Welt zum 5. Mal in Folge zu gewinnen. Doch ihm stellt sich ein junger, frecher Emporkmmling namens John McEnroe entgegen, der von den meisten Tennisfans gehasst wird, weil er sich permanent mit Zuschauern und Schiedsrichtern anlegt und als "Tennis-Flegel" in die Geschichte eingehen wird. Beide sind jedoch technisch ungeheuer talentiert und treffen sich in einem der denkwrdigsten Finals im Tennis, die es bisher gegeben hat. Im vierten Satz verspielt Bjrn Borg ganze sieben Matchblle, bevor ihn McEnroe durch den Gewinn des Tiebreaks in einen alles entscheidenden fnften Satz zwingt. Jeder Tennisfan wei, dass es der khle Schwede letztendlich doch noch geschafft hat, diesen Rekord fr die Ewigkeit aufzustellen.

In diesem tollen Sport-Film des Regisseurs Janus Metz Pedersen, der mir bisher als Afghanistan Kriegs Doku-Filmer ("Camp Armadillo") ein Begriff war, spielen der Schwede Sverrir Gudnason sowie "Transformers"-Star Shia LaBeouf die Hauptrollen. Es fllt vor allem der Schwede positiv auf, weil er rein optisch quasi wie der eineiige Zwilling von Bjrn Borg erscheint. Aber auch LaBouf macht seine Sache erstaunlich gut, ich dachte er sei aufgrund seiner privaten Eskapaden schon lngst weg vom Fenster. Im Film werden zwar die beiden unterschiedlichen Charaktere beleuchtet und wie hoch der Druck fr beide Sportler gewesen sein muss, doch steht der Schwede deutlich im Vordergrund. Auf der einen Seite Bjrn Borg, der in seiner Jugendzeit so impulsiv und aggressiv war, wie es McEnroe in seiner Zeit als Profi lange Jahre war. Aber Borg bekam seine Unzulnglichkeiten durch viele Gesprche mit seinem Mentor und Trainer Lennart Bergelin, dargestellt von Stellan Skarsgard in den Griff, whrend McEnroe ausgerechnet in diesem Finale ohne jegliche Pbeleien auskam, jedoch spter seine Ausraster zum Markenzeichen und Show-Effekt werden lie. Im Abspann werden viele Bilder aus den Privatarchiven beider Sportler gezeigt, die nach ihrer Tennis-Karriere tatschlich enge Freunde wurden.

Bjrn Borg bemngelte bei der Premiere jedoch, dass er es schade fand, dass beide Sportler nicht enger in dieses Filmprojekt einbezogen wurden und einige Szenen nicht der Realitt entsprachen. Aber sein Sohn Leo spielt eine kleine Rolle, er stellt in den Rckblicken den jungen Borg dar. Das Ende ist mir persnlich dann etwas zu kitschig und typisch amerikanisch ausgefallen. Alles in Allem handelt es sich bei diesem Film um ein informatives und sehr unterhaltsames Tennis-Movie, das mir recht gut gefallen hat. Bei den Extras wre jedoch auer dem Featurette, ein paar Interviews sowie den blichen Trailern durchaus mehr drin gewesen. Das Bild auf der blauen Scheibe ist absolut okay, whrend der Ton leider unausgewogen gemischt wurde, stndig musste ich die Lautstrke von leise auf lauter bzw. umgekehrt regulieren. Trotzdem sehr gelungen und nicht nur fr Tennis-Fans empfehlenswert, jedoch nicht ganz so fesselnd wie "Rush".
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