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18. Jul 2018 - Uhr
 
Die Kolumne

Tödliches Verlangen (Blu-ray)
Titel Tödliches Verlangen (Blu-ray)
Produktion/Vertrieb KSM GmbH
Homepage www.ksmfilm.de
Veröffentlichung 24.01.2018
Laufzeit 106:00 Minuten
Autor Peter Hollecker
Bewertung 6 von 15 Punkten
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Ach je, nach meiner Rezi über "USS Indianapolis-Men Of Courage" flattert mir mit der Direct To DVD Produktion "Tödliches Verlangen" schon der nächste Film mit Nicolas Cage auf den Tisch. Hiermit kehrt er also ins Thrillerfach zurück und ich war natürlich gespannt, ob Nic mal wieder einen richtig guten Reißer hinbekommen hat. Doch ihm allein die Verantwortung zuzuschieben geht logischerweise nicht, denn auf dem Regiestuhl nahm mit Jonathan Baker ausgerechnet ein Neuling im Film-Geschäft Platz.

Story: Das Ärzte-Ehepaar Angela und Brian Morgan (Cage) lebt zusammen mit ihrer Tochter in einem luxuriösen Anwesen und Geld spielt keine Rolle. Doch Angela, dargestellt von Gina Gershon (u.a. "Bound-Gefesselt") kann nach einer Fehlgeburt keine weiteren Babys bekommen, weshalb sich das Paar dazu entschließt, ihren Kinderwunsch durch eine Leihmutter austragen zu lassen. Diese findet das Paar in der hübschen Zufallsbekanntschaft Katie (das australische Model Nicky Wheelan), die jedoch eigene, ganz finstere Pläne verfolgt...

Mehr möchte ich auch schon nicht über die Handlung verraten, jedoch erkennt der erfahrene Thriller-Fan sofort, dass der Plot mit Innovation oder Neuem nicht übergossen wurde. Filme über Fremde, die sich ins Familienglück einschleichen gibt es wie Sand am Meer, mit "Fatale Begierde", "Die Hand An Der Wiege" oder "Glut Der Begierde" seien drei bekanntere Beispiele genannt. "Tödliches Verlangen" pendelt sich dann auch irgendwo in diese Reihe ein, kann aber qualitativ mit diesen Thrillern in keinster Weise mithalten. Leider möchte ich fast herausschreien, doch scheint Cage zur Zeit jedes Angebot anzunehmen, vielleicht ist er in Geldnot? Doch "Tödliches Verlangen" hüpft ab Minute 4 von einem Logikloch ins nächste und ist dabei, bis zum zugegebenermaßen etwas überraschenden Ende, sehr vorhersehbar, ohne jegliche Action bzw. Schockmomente (FSK 12) und zudem randvoll mit Klischees. Langweilig ist meines Erachtens das richtige Wort. Thriller wäre letztendlich dann auch das falsche Genre, albernes Psycho-Drama trifft das Ganze dann doch eher.

Dass Mr. Cage bei seinem Gesicht mittlerweile nachhilft war mir ja bekannt und der Gute ist dabei auch mit Stallone, Schwarzenegger u.v.a. in bester Gesellschaft, doch dass auch Gina Gershon deutlich sichtbar dem Botox verfallen ist, überraschte mich dann doch. Herrje, was hat die Dame mir in "Bound-Gefesselt" die Hormone durcheinander gewirbelt, lang lang ist`s her. Naja, Hollywood halt...So dümpeln die 106 Minuten holprig und fahrig vor sich her. Einzig ein paar Rückblenden ab Minute 60 sind ganz okay, die die Gründe der bösen Leihmutter aufzeigen sollen, aber den Film vor Mittelmäßigkeit auch nicht retten. Und ehrlich gesagt, diese Kinderzimmer-Erotik, die zwischendrin vermittelt werden soll, ist mir persönlich wirklich allzu dröge und nervt total. Das Schlimmste ist jedoch, dass allen Darstellern sowie der Story ein wichtiges Merkmal fehlt, nämlich die Glaubwürdigkeit! In einer Nebenrolle als Mutter von Brian Morgan agiert mit Faye Dunaway übrigens eine weitere Hollywood-Ikone.

Bild und Ton auf der blauen Scheibe sind okay, allerdings muss die heimische Anlage auch keine Höchstleistungen vollbringen. Die Extras sind mit einem Behind The Scenes sowie den üblichen Trailern ebenfalls recht dünn.

Insgesamt kann ich diesen Film nur den sogenannten Alles-Sehern empfehlen und warte derweil weiter geduldig auf einen neuen, richtig guten Film mit Nicolas Cage...auch wenn ich den Glauben daran langsam verliere. Dieser hier ist ein Schaulaufen der Arbeit von Schönheitschirurgen in den Hollywood-Hills und wird bald schon wieder vergessen sein!
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