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23. Januar 2019 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing PARTY.SAN METAL OPEN AIR 2018
Ort Schlotheim, Flugplatz, Obermehler
Datum 09.08.2018 - 11.08.2018
Autor Marc Schallmaier
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Wir erinnern uns: Im letzten Jahr 2017 war der Sommer ein Witz. Die Tage mit strahlendem Sonnenschein konnte man an wenigen Hnden abzhlen und es dominierten Regen und khle Temperaturen. So fiel auch das PARTY.SAN METAL OPEN AIR etwas ins Wasser, denn es nieselte nahezu die gesamte Zeit und drckte die Stimmung bei allen Beteiligten. Denn obwohl der musikalische Beitrag von allen Bands zu berzeugen wusste, fror das Publikum und war froh wenn es im Zelt oder im Auto war, und wenn man noch ein Pulli oder eine Jacke dabei hatte, die nicht schon komplett durchnsst war. Doch in diesem Jahr ist alles anders. Nicht nur gefhlt haben wir seit Anfang Mai Sonnenschein ohne Ende, und Natur und Mensch sind froh wenn wenigstens alle zwei Wochen mal ein paar Tropfen Regen fallen. So sieht die Wetterlage auch in Schlotheim auf dem Flugplatz Obermehler aus. Strahlender Sonnenschein und das Motto "Hell Is Here" sollte sich auch in den Temperaturen zeigen. Viele Freunde und Bekannte sind auch am Start, und nachdem das Zelt aufgebaut ist mache ich mich direkt auf den Weg zur Bhne, um die ersten Bands zu begutachten.

DONNERSTAG
OUR SURVIVAL DEPENDS ON US

Den Auftakt des diesjhrigen PARTY.SAN METAL OPEN AIR bestreitet die Band OUR SURVIVAL DEPENDS ON US. Ein etwas ungewhnlicher Opener, spielen die sterreicher eine krude Mischung aus Doom, Sludge und Stoner Metal. Aber nicht nur musikalisch kann die Truppe berzeugen, auch der Optik wird etwas geboten. Die Bhne ist mit allerlei Knochen und Holz Teilen geschmckt, dazu haben die ttowierten Musiker auch jede Menge Schmutz und Blut am Krper. Das passt hervorragend zu ihrer Musik und ergibt ein stimmiges Gesamtbild. Zwar gibt es einzelne technische Probleme, OUR SURVIVAL DEPENDS ON US lassen sich davon aber nicht aus der Ruhe bringen und spielen ihren Set routiniert weiter. Natrlich wird diese Truppe in einem kleinen Club mit nur schwacher Beleuchtung viel besser rberkommen, aber auch heute knnen sie berzeugen und ziehen das Publikum in ihren Bann.

GRUESOME

Weiter geht es mit den Amerikanern von GRUESOME. Ein groes Lob und Sonderapplaus an Gitarrist und Snger Matt Harvey, der mit einem "Gegen Nazis" T-Shirt auf der Bhne steht. Leider ein ntiges Statement, schaut man auf die zwar kleine aber immer noch prsente Gruppe an "Vgeln", die mit ihrem BURZUM Merch ber das Festival Gelnde wackelt. Aber dazu an anderer Stelle mehr. Zurck zu GRUESOME, die mit ihrem Death Metal fr die erste Bewegung im Publikum sorgen. Hier wird einer der Urvter Bands des Death Metals gehuldigt dass es nur so kracht: DEATH, natrlich! Und so ist es auch nicht verwunderlich, wenn am Ende "Pull The Plug" angestimmt wird. Groer Auftritt!

UNANIMATED

Meine Erwartung an UNANIMATED ist recht hoch, sind die Schweden doch live so gut wie nie irgendwo anzutreffen. Leider kehrt aber schnell Ernchterung ein, denn die Band hat zwar Bock, aber nur ein wenig. Und so richtig begeistert ist das Publikum auch nicht, anscheinend bin ich nicht der Einzige der sich von UNANIMATED etwas mehr erwartet htte. Der Rest des Auftritts verluft dann recht unspektakulr und geht ohne weitere Hhepunkte ber die Bohne.

DEAD CONGREGATION

Dunkle Wolken ziehen am Himmel auf, was zwar zu der Mucke der Griechen von DEAD CONGREGATION passt, aber schon in kurzer Zeit zur fr ernste Mienen bei allen Zuschauer sorgt. So mache ich ein paar Fotos und schau mir noch zwei, drei Songs des Quartetts an. Die gehen ganz gut los, es gibt Todesblei der alten Schule und auch das Publikum frohlockt bei Songs wie "Lucid Curse" oder auch "Morbid Paroxysm". Ich gehe rber ins Zelt um mir GUTRECTOMY anzuschauen. Auf dem Weg dorthin bemerke ich den Himmel, der nun komplett schwarz geworden ist und wie der Wind pltzlich stark aufdreht. Nun gut, das Zelt ist gut verankert, und mein Auto ist auch schwer genug, also mache ich mir erst einmal keine Sorgen.

GUTRECTOMY

Whrend ich im Zelt innerhalb der ersten Songs ein paar Bilder mache und nebenbei bemerke, das der brutale Slam Death Metal von GUTRECTOMY nicht nur ganz passabel ist, sondern dass die anwesenden Zuschauer diesen auch gehrig abfeiern, nimmt der Sturm auf dem Gelnde schon bedenklich Zge an. So richtig bewusst wird mir die Situation erst, als ich den Fotograben verlasse und an der Innenseite im Zelt stehe, wo netterweise ein paar Fenster in die Plane eingelassen sind und man nach drauen schauen kann. Der Wind hat stark zugenommen und sich zu einem kleinen Sturm zusammengebraut. Wre dies nicht schon unangenehm genug hat das starke Lftchen allerlei Staub und Sand im Gepck, was auf Grund der Trockenheit in den letzten Wochen und Monaten kein Wunder ist. Und so mssen DEAD CONGREGATION ihren Set auf der Hauptbhne vorzeitig abbrechen und es erfolgen Durchsagen dass die Zuschauer das Gelnde bitte verlassen sollen. Bitte in die Autos setzen da dass Ausma des Unwetters gerade nicht komplette abschtzbar ist. Wer keinen fahrbaren Untersatz hat solle bitte beim nchsten Vehikel fragen ob er Platz nehmen darf. Sehr gesittet und ohne Panik sehe ich aus dem Zelt heraus, wie die Leute ruhig und geordnet das Infield verlassen. Einziger Haken an der ganzen Geschichte: alle Leute die wie ich hier im Zelt sind bekommen das offiziell nicht mit! GUTRECTOMY spielen weiter, keine Ahnung ob die Band das berhaupt mitbekommt, daher auch keinen Vorwurf an die Truppe. Aber die Durchsagen vom Infield sind hier absolut nicht zu verstehen. Auch wird der Auftritt hier nicht unterbrochen oder es ertnt eine Durchsage. Das finde ich sehr bedenklich und ich bitte darum dass die Veranstalter in Zukunft bei hnlichen Situationen auch das Publikum im Zelt informieren. Auch die Securites oder das Tresenpersonal sind nicht informiert. So mache ich mich auf eigene Faust auf den Weg zu Auto und Zelt und erfahre von anderen Besuchern den Inhalt der Durchsagen. Der Sandsturm zieht dann ziemlich zgig einmal ber den Platz, hinterlsst dann aber doch einiges an Schden. So verliert ein Hndlerstand seinen Aufsteller mit Aufnhern, und das ein oder andere Zelt wird auch an das Ende des Gelndes geweht. Erst Tage spter sehe ich in weiteren Videos in den blichen sozialen Netzwerken dass komplette Ausma des Sturms. Zum Glck bleibt es nur bei Sachschden, soweit ich informiert bin.


ANAAL NATHRAKH

Das Programm auf der Hauptbhne hat sich durch das kurze Unwetter um gut eine Stunde verzgert, zudem tauschen EMPEROR und MASTER'S HAMMER die Pltze. Fr die Bands im Zelt verschiebt sich alles etwas mehr, so richtig blickt keiner mehr durch und ohne Infos aus Bandnhe wre man als Berichterstatter echt aufgeschmissen. Auch in diesem Punkt wrde ich mir eine bessere und schnellere Informationspolitik vom Veranstalter wnschen. Nun gibt es aber erstmal mit den Briten von ANAAL NATHRAKH richtig was auf die Ohren. Die Knppelfraktion kommt hier voll auf seine Kosten, aber auch ich bin von der Schlagkraft der wilden Mischung aus Grindcore, Black Metal und Industrial Anleihen sehr beeindruckt. Hut ab, dass die Truppe etwas derart Brachiales live so gut rber bringt.


TOXIC HOLOCAUST

Auf den Thrash Metal von TOXIC HOLOCAUST freue ich mich sehr, finde ich die (sich stndig wechselnde) Truppe um Joel Grind sehr unterhaltsam. Und es geht mit "War Is Hell" auch gleich gut aus. Ein amtlicher Moshpit entsteht im Publikum, scheinbar bin ich nicht der Einzige dem das schnelle Geknppel des Trios eine Freude macht. Mit Songs wie "Nuke The Cross" oder "Death Brings Death" kann man aber auch nicht viel falsche machen. Etwas mehr Spielfreude oder Kommunikation mit den Fans vor der Bhne wre zwar auch schn, aber man kann eben nicht alles haben. TOXIC HOLOCAUST ziehen routiniert ihre Set durch, und ich hoffe dass es bald mal neues Futter fr die Ohren gibt, dass letzte Album ist auch fnf Jahre alt!


REVENGE

So so, das ist also die War Metal Band REVENGE. Ich muss berlegen wann ich das letzte Mal etwas derartig Beschissenes gesehen habe. Ist schon etwas her, waren aber ARCHGOAT die absolut keine Lust hatten und dann auch noch unter schlimmen Soundproblemen leiden mussten. Bei den Kanadiern von REVENGE habe ich aber das Gefhl dass dies alles zur Attitde gehrt. Bockloses Auftreten und dazu nur Strobos und Blitzlicht auf der Bhne. Ich mchte auch Abstand davon nehmen den Output dieser Band als Musik zu bezeichnen, das wre eine Beleidigung jeder halbwegs ambitionierten Grindcore Kapelle aus den hintersten Ecken dieses Planeten. Das ist stumpfer Lrm von talentfreien Vollidioten. Punkt, Aus, Ende.


CRESCENT

Schnell den Quatsch von der Hauptbhne vergessen, denn im Zelt spielt eine mir unbekannte Band aus gypten. Und denen mchte ich viel lieber meine Aufmerksamkeit schenken. CRESCENT aus dem Land der Pharaonen orientieren sich mit ihrer Mischung aus Black und Death Metal klar an Szenegren wie NILE oder auch BEHEMOTH, aber sie schaffen es ihrer Musik ihren eigenen Stempel aufzudrcken. Die Songs gehen gut ins Ohr und knnen prchtig unterhalten. CRESCENT sollte man im Auge behalten, Potential hat der Vierer definitiv.


EMPEROR

Nachdem die Honks von REVENGE dafr gesorgt haben, dass an allen Fressbuden, Getrnkestnden und Merchlden whrend ihres Auftritts jede Menge Umsatz gemacht wurde, ist bei EMPEROR das Infield gerammelt voll. Kein Wunder, spielen die Musiker um das Mastermind Ihsahn das komplette Album "Anthems To The Welkin At Dusk" komplett durch. im Anschluss gibt es dann noch ein Best Off der anderen Alben so das der Auftritt ein einziger Triumphzug ist. Es gibt eigentlich nichts zu mkeln: der Sound ist super, Ihsahn ist groartig bei Stimme, die Band hat Bock und das Publikum auch. So muss ein Headliner Gig aussehen!

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ENDSEEKER

Die Hamburger Senkrechtstarter von ENDSEEKER mssen etwa fnf Minuten darunter leider dass EMPEROR und MASTER'S HAMMER die Positionen auf der Hauptbhne gewechselt haben. Immer noch Sptfolgen des kleinen Sandsturms am Nachmittag. Denn als die Nordlichter starten liegen Ihsahn und Kollegen in den letzten Zgen. Das Zelt ist also gut gefllt, platzt aber nach dem Ende des Headliner auf der Hauptbhne aus allen Nhten. Den schwedischen Death Metal von ENDSEEKER scheint also nicht nur mich in den Bann zu ziehen. Und so dauert es auch nicht lange bis Frontmann Lenny und seine Kollegen die Meute vor der Bhne im Griff haben. Obwohl man bei Songs wie "Worshipping The Bloodthirsty" und "Possessed By The Flame" auch nicht viel machen muss, die knallen auch ohne weiteres Zutun ohne Ende. Ich bin gespannt wohin die Reise mit ENDSEEKER noch gehen wird. Eben gerade hat die Band bei Metal Blade Records unterschrieben, und man darf sicher sein, dass es in absehbarer Zukunft neues Material zu hren geben wird.

Der Tag war lang und mittlerweile merke ich jeden Knochen in meinem Krper. Es wird also Zeit zum Zelt zu gehen und den Matratzenhorchdienst anzutreten. Mit MASTER'S HAMMER spielt zwar noch eine Band auf der Hauptbhne, aber was ich noch so mitbekomme spricht nicht wirklich fr die Band.


FREITAG
GUINEAPIG

Der Freitag starte wie blich mit Grindcore, so dass viele Leute mit allerlei Utensilien wie Klobrsten, Lauchstangen oder aufblasbaren Hmmern frhlich im Kreis rennen. Dazu trgt man auch noch Kostme die jeglichen guten Geschmack vermissen lassen. Aber was soll es? Es tut keinem Weh und hat sich mittlerweile zu einer Tradition entwickelt. Wer keinen Bock darauf hat kann sich ja anderweitig verlustieren. Und ehrlicherweise muss ich zugeben, dass die musikalische Hintergrundbeschallung von GUINEAPIG durchaus zu unterhalten wei. Da hat es in den Vorjahren schon deutlich schlechtere Kapellen geschafft einem den Freitag mittag zu versauen.


THE COMMITTEE

Im Anschluss kommen THE COMMITTEE auf die Bhne. Nicht nur mir ist dieses Kollektiv unbekannt, was ich an den zurckhaltenden Zuschauerreaktionen erschliee. Allerdings ist das Interesse sehr gro diese Band zu erleben. Schwarze Strumpfhosen auf den Kpfen, der Snger steht an einem Rednerpult und ansonsten lsst sich nicht viel ber die Truppe herausfinden. THE COMMITTEE spielen recht atmosphrischen Black Metal der durchaus berzeugen kann. Natrlich passen die ueren Umstnde nicht ganz zu dieser Mucke (blauer Himmel mit kleinen Wlkchen die ab und an durchziehen), aber im ansonsten kann die Band durchaus unterhalten. Die mchte ich gerne mal in einem Club sehen. Merken den Namen!


BENIGHTED

Die Franzosen von BENIGHTED gehren mittlerweile zu jedem guten Festival Billing in jedem Jahr. Gefhlt habe ich sie in den letzten Jahren bestimmt schon zehn Mal gesehen. Und so ist auch der Auftritt heute kurz, knackig und geprgt von viel Spielfreude. Auch das Publikum ist zahlreich vertreten und feiert Songs wie "Reptilian", "Collapse" oder das SEPULTURA Cover "Biotech Is Godzilla" gnadenlos ab. BENIGHTED liefern grandios ab!


PILLORIAN

Ehrlicherweise muss ich gestehen dass ich erst im Nachhinein erfahren habe dass PILLORIAN so etwas wie die Nachfolge Band von AGALLOCH ist. Ob ich den Auftritt von PILLORIAN dann anders bewerten wrde? Wahrscheinlich nicht. Der recht eigenwillige Sound, der im Black Metal verwurzelt ist aber mit allerlei anderen Elementen angereichert wird, kann nicht wirklich zu Begeisterungsstrmen fhren, dafr kommt das alles eine Spur zu cool und zu oberflchlich daher. So richtig Stimmung kommt nicht auf, und so nutze ich die restliche Zeit des Auftritts fr Nahrungsaufnahme.


COFFINS

Auf die Truppe COFFINS habe ich mich schon gefreut. Eine der wohl dienstltesten Death Metal Bands aus dem fernen Japan, die man bei uns nicht allzu oft zur Gesicht bekommt. Das Quartett aus Tokyo zockt seinen traditionellen Death Metal recht routiniert runter, wobei ich mir die Frage stelle ob das jetzt die bekannte japanische Zurckhaltung ist oder die Band einfach keine groe Lust hat. Zu allem berfluss fllt auch noch kurzzeitig der Gitarrensound aus, so dass die eh schon nicht herausragende Stimmung noch ein wenig weiter sinkt. Schon etwas schade, aber wahrscheinlich habe ich auch einfach eine zu hohe Erwartung.


THE BLACK DAHLIA MURDER

THE BLACK DAHLIA MURDER gehren dann zu den Kapellen die eher das jngere Publikum ansprechen, aber tatschlich gelingt es den Mannen um Frontgrunzer Trevor Strnad alle Menschen zu begeistern die sich vor der Bhne eingefunden haben. Schwerpunkt der Songs liegt auf dem letzten Album "Nightbringers", dazu gibt es dann noch ein paar ltere Stcke zur Auflockerung. THE BLACK DAHLIA MURDER haben viel Spielfreude und einen verdammt starken Sound, und dazu mit ihrem Snger einen prima Entertainer. Der benimmt sich zwar recht unkonventionell, kann aber mist seiner Art das Publikum bei der Stange halten. Wenn dies ein Experiment der PARTY.SAN Veranstalter war, kann man den Kollegen nur beste Glckwnsche aussprechen: das hat funktioniert.

ULTRA SILVAM

Die Schweden von ULTRA SULVAM sind auch noch nicht vielen Menschen ein Begriff. Ob das nach dem heutigen Auftritt anders wird wage ich zu bezweifeln. Kaum Licht auf der Bhne, Dreck und Kunstblut kleben an den Musikern, der Black Metal ist weder total stumpf noch herausragend.....alles schon mal da gewesen, schon hundertmal gehrt und nicht weiter der Rede wert.

DESERTED FEAR

Fast endet das Heimspiel von DESERTED FEAR in einem Fiasko. Whrend des ersten Songs werden ordentlich Pyros gezndet, unter anderem Feuersulen die direkt am Bhnenrand hochgehen. Bei einem dieser kofferhnlichen Gebilden scheint aber irgendwie etwas schief zu gehen, denn dieser "Koffer" fngt pltzlich an selber zu brennen. Irritierte Blicke unter uns Fotografen, denn die Dinger werden ja mit einem Gasgemisch am laufen gehalten, und dass die Verkleidung brennen soll gehrt sicherlich nicht zum Programm. So werden fr den Rest des Songs erstmal keine Bilder gemacht und alle Fotografen machen einen groen Bogen um diese Stelle an der Bhne. Die Securities im Graben bemerkten dies anscheinend auch nicht, freundlichen Hinweise auf eine mgliche Gefahr werden ebenfalls ignoriert. Okay, wer sich "Made In Germany" in den Nacken ttowiert scheint eh nicht mehr viel zu merken. Endlich sieht ein Verantwortlicher was da los ist, spurtet zum Bhnenrand und dreht erstmal das Gas ab, bevor ein weiterer Kollege kommt und das Feuer lscht. Ich bin da kein Experte, kann also nicht wirklich sagen ob diese Situation gefhrlich war oder nicht, aber es hat sich einfach nicht gut angefhlt. DESERTED FEAR machen davon unbeeindruckt weiter im Set, genieen ihr "Heimspiel" und knallen der Meute Hits wie "Fields Of Death" oder auch "Kingdom Of Worms" um die Ohren. Die Jungs aus Eisenberg sind immer noch die Speerspitze wenn es um Todesblei aus deutschen Landen geht!

SKELETHAL

Nach den Schweden von ULTRA SILVAM die zweite Band im Partyzelt fr mich. SKELETHAL aus Frankreich, und es ndert sich nicht viel zu der Vorgnger Band. Die Franzosen spielen Death Metal, und ansonsten bleibt alles wie es ist. Kaum Licht auf der Bhne, eine mittelmige Band die in der Versenkung verschwinden wird wenn sich nicht deutlich origineller wird.

EXHORDER

Was im letzten Jahr DEMOLITION HAMMER waren, sind heute EXHORDER. Es ist schon witzig, wie man sich einen Kult Status erschaffen kann, wenn man nur zwei (!!) Alben herausgebracht hat. Der Thrash Metal funktioniert wunderbar, die Band hat richtig Bock und man fhlt die Dankbarkeit im Publikum dass man diese Band live sehen darf. Grandioser Vorteil an der eingangs erwhnten Tatsache ist natrlich, dass die alten Fans ausnahmslos mit dem Songmaterial vertraut sind. Und auch die etwas jngere Garde hat sich in die Stck des Quintetts aus New Orleans reingehrt, so dass Songs wie "Desecrator", "The Law" oder selbstverstndlich auch "Slaughter In The Vatican" grandios abgefeiert werden. Was fr ein Triumphzug fr EXHORDER, denen das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht geht.

THE SPIRIT

Und wieder geht es zwischendurch ins Partyzelt, wo THE SPIRIT auf der Bhne stehen. Die recht angesagte Band aus Saarbrcken schafft es, mit ihrem Gebru aus Black und Death Metal eine Menge Leute ins Zelt zu holen. Auch wenn unser Chef das Debt der Band "Sounds From The Vortex" nur leicht berdurchschnittlich gut fand, so muss ich sagen dass die Musik live ganz gut rber kommt. Hier wird zwar DISSECTION in einer Art und Weise gehuldigt, dass die Schwarte kracht, aber mit viel Spielfreude versehen kann das Ganze durchaus unterhalten. Ich denke, man wird noch einiges von dieser Band hren.

UNLEASHED

Es ist schon eine ganze Weile her seitdem ich die Schweden von UNLEASHED live gesehen habe, und so wirklich erinnern kann ich mich auch nicht mehr daran. Heute sind sie aber sehr gut und solide, ohne dass es zu greren berraschungen kommt. Selbst "Death Metal Victory" kommt ganz gut rber, wobei mir auffllt dass der Grat zwischen stumpfer Eintnigkeit und einer eingngigen Melodie manchmal sehr schmal sein kann. Die Setlist geht munter und querbeet durch fast alle Alben, die UNLEASHED in ihrer Karriere rausgebracht haben. Der Masse vor der Bhne gefllt es auch, ein gelungener Auftritt.

BLOOD INCANTATION

Letzte Band fr heute fr mich im Partyzelt sind BLOOD INCANTATION. Die Amerikaner spielen einen sehr abwechslungsreichen Death Metal, der sich zur Abwechslung mal nicht um Satan, Blut und Gekrse dreht, sondern eher mit Science Fiction Themen beschftigt. Aber das ist beim dem Geblke eigentlich auch nebenschlich. Der Death metal kann prima unterhalten und zeigt, dass die Veranstalter beim booken ein guten Nschen gehabt haben. Das Zelt ist rappelvoll und die Leute sind uerst zufrieden mit BLOOD INCANTATION. Auch hier lehne ich mich aus dem Fenster und behaupte, dass aus denen noch etwas Greres wird.

DYING FETUS

Heidewitzka! Son langsam komme ich auf den Geschmack was DYING FETUS betrifft. Das Trio zelebriert mit einer Perfektion ihre Songs dass es eine wahre Freude ist. Hier wird nicht gekleckert, hier wird richtig geklotzt. Songs wie "Wrong One To Fuck With", "Seething With Disdain" oder auch "Kill Your Mother, Rape Your Dog" kommen mit einer Hrte von der Bhne dass man ehrfrchtig in die Knie gehen will. Das Publikum denkt etwas anderes und lsst richtig die Sau raus. Bei den Temperaturen war man eh den ganzen Tag am Schwitzen, da ist es also vollkommen egal wenn man Abends noch etwas Sport treibt. In dieser Verfassung hat die Band einen Headliner Status inne, und die Publikumsreaktionen geben mir recht. Das amerikanische Quartett macht alles richtig und feuert aus allen Rohren. Mehr ein Triumphzug denn ein Auftritt. Wahnsinn!

VENOM

Nach dieser Energieleistung von DYING FETUS auf die Bhne zu drfen ist wirklich undankbar. Aber immerhin reden wir hier ber keine x-beliebige Kapelle, sondern ber VENOM. Aber um es gleich vorweg zu nehmen, das Level zu halten oder sogar zu toppen gelingt den Englndern nur kurz. Nmlich zu Beginn des Sets mit "Black Metal" und "Welcome To Hell", wo die Meute mal kurz komplett frei dreht und ich froh um den Fotograben bin. Danach verflacht der Set komplett, und VENOM schaffen es einfach nicht die Besucher wieder abzuholen. Der Set wirkt einfach lahm und fhrt zu einem Teufelskreis. Denn die Lethargie im Publikum lsst sich die Band anmerken und so verfllt die Spielfreude von VENOM zusehends und lsst den Auftritt zu einer sehr faden Geschichte werden. Schade, und eines Headliners nicht wrdig. Denn anstatt einer "Jetzt Erst Recht" Reaktion dudeln VENOM ihren Set runter. Lediglich zum Ende hin, mit den Songs "In League With Satan" und "Witching Hour" wachen beide Seiten noch einmal auf.

SAMSTAG
GORILLA MONSOON

Wie auch im letzten Jahr schon gibt es zum (zweiten) Frhstck eine Band im Partyzelt. GORILLA MONSOON knnen mit ihrem flotten Metal Mix verdammt gut unterhalten und sind nicht nur ein musikalischer Ausreier wenn man das restliche Programm als Vergleich nimmt, sondern werden auch zu einer echten positiven berraschung des Festivals. Ein bunter Mix aus Stoner, Sludge und Southern Rock, eine Prise DOWN und fertig ist die Chose, die amtlich ins Gesicht drckt. Groartig!

RAZORRAPE

hnlich wie am Freitag beginnt der letzte Festivaltag auf der groen Bhne mit einer Grindcore Kapelle. Und hatte gestern noch GUINEA PIG einen recht guten Unterhaltungswert so ich RAZORRAPE nur als durchschnittlich bewerten. Der Drummer brllt hier ins Mikro, und die beiden Herren an Gitarre und Bass schaffen es einfach nicht ein wenig Show zu machen. So tobt sich das Publikum erneut mit allerlei Gedns in einem Circle Pit aus, aber ich werde das Gefhl nicht los dass es vollkommen irrelevant ist wer da auf der Bhne orgelt.

WOLFHEART

Fr echte musikalische Abwechslung sorgen dann die Finnen von WOLFHEART mit ihrem melodischen Death Metal. In bratender Sonne fhlt sich dass zwar etwas komisch an, kann aber nicht nur mich gut unterhalten. Wobei ich aber auch gestehen muss, dass sich langsam eine gewisse Routine breit macht, wenn man WOLFHEART mehr als einmal im Jahr sieht. Wird Zeit, dass die Skandinavier mal ihre Setlist durcheinander wrfeln, das wre schon ein Anfang.

HARAKIRI FOR THE SKY

Auf die sterreicher von HARAKIRI FOR THE SKY freue ich mich besonders. Deren letztes Album "Arson" ist eine echte Granate und dies ist meine Gelegenheit, den Jungs auf den Zahn zu fhlen. Und ich bin nicht der Einzige der der Meinung ist, dass es sich hier um eine richtig gute Band handelt. Verdammt viele Menschen befinden sich vor der Bhne um sich den Post Black Metal um die Ohren hauen zu lassen. Das gelingt der Band auch ohne Probleme, der Sound ist super und die Musiker alle gut drauf. Lediglich Frontmann J.J. wirkt eingeschchtert und bleibt auch whrend des Sets sehr introvertiert. Dass mein persnlicher Favorit "Fire, Walk With Me" nicht gespielt wird ist zwar ein Wermutstropfen, ndert aber nichts an der Tatsache dass der Auftritt saustark ist.

CARPATHIAN FOREST

Das die Norweger von CARPATHIAN FOREST frher mal viel Unfug auf der Bhne gemacht haben, weckte mein Neugier. Umso ernchtern ist dann der Auftritt der angemalten Vgel. Snger Nattefrost hat entweder keinen Bock oder grunzt derart schief dass ich mir mehrmals die Ohrstopfen rausnehme um zu hren, ob das wirklich so mies klingt. Tut es leider. Und dann verschmizlt auch noch die Grenze zwischen Trash und Ernsthaftigkeit. Htte man den bisherigen Auftritt noch als schlechten Versuch an alte Erfolge anzuknpfen abgetan, spielen CARPATHIAN FOREST eine Cover Version von THE CURE, nmlich "A Forest". Allerdings derart schlecht, dass man instndig hofft dass Robert Smith auf die Bhne kommt und diesem unsglichen Schauspiel ein Ende bereitet. Obendrauf noch die Cover Version von "All My Friends Are Dead" von TURBONEGRO, und dem Fremdscham sind keine Grenzen mehr gesetzt. Neben REVENGE die zweite Vollkatastrophe auf dem diesjhrigen Party.San!

EXCITER

Die Kanadier von EXCITER sind wohl die dienstlteste Kapelle des Festivals. Mit dem Grndungsjahr von 1980 knnen so einige Newcomer Bands "Papa" oder "Onkel" zu den drei Herren sagen. Aber das Trio kniet sich rein, anfngliche Stimmprobleme bei Schlagzeuger und Snger Dan Beeler verflchtigen sich recht schnell und es bleibt eine romantischer Rckblick in Speed Metal in die 80er Jahre. Auch wenn man selber nicht viel mit diesem Genre anfangen kann ist der Set durchaus unterhaltsam, und das eher ltere Publikum, dass sich vor der Bhne eingefunden hat, feiern EXCITER ordentlich ab.

HIEROPHANT

HIEROPHANT aus Italien stehen dann auf der Partyzelt Bhne, knnen mit ihrer Mischung aus Grindcore und Death Metal allerdings nur bedingt die Zuschauer auf ihre Seite holen. Das klingt mir ein wenig zu unausgegoren und ein wenig zu planlos. Die Musiker hngen sich aber rein und spielen ihren Set mit Eifer zu Ende.

SADISTIC INTENT

Zurck zur Hauptbhne wo SADISTIC INTENT ihre Show beginnen. Nicht ganz so alt wie EXCITER, aber auch schon seit 30 Jahren im Geschft. Obwohl mir der Name schon immer ein Begriff war, habe ich mich noch nie intensiv mit der Band auseinandergesetzt. Umso erstaunter bin ich, als mir gesagt wird, dass die Band zwar schon zahlreiche Verffentlichungen vorzuweisen hat, darunter aber nicht eine (!!!) komplette Langscheibe sich befindet. Reicht anscheinend aber trotzdem, um am spten Nachmittag auf dem Party.San zu spielen. Der Auftritt ist dann auch fr mich etwas zwiespltig, denn auf der einen Seite gefllt mir die Attitde mit der die recht simplen Death Metal Songs Marke "Baujahr 1990" runter gerotzt werden. Auf der anderen Seite sind die Lieder aber zum Teil sehr eintnig und Abwechslung scheint den Amerikanern von SADISTIC INTENT ein Fremdwort zu sein.

PESTILENCE

Weiter geht es mit der niederlndischen Death Metal Institution PESTILENCE. Aber weiter geht es auch mit meinem uneinigen Empfinden. Bei PESTILENCE stehen die technischen Kabinettstckchen von Gitarrenhexer Patrick Mameli und seinen Mitstreitern klar im Vordergrund, was nicht so wirklich meine Baustelle ist. Andererseits ballert die Truppe eine echte Best Of Setlist runter mit den Highlights ihrer wegweisenden Alben "Consuming Impulse" und "Malleus Maleficarum". Das ist schon groer Sport und Freunde von gepflegten Frickelei kommen hier voll auf ihre Kosten.

TRIBULATION

Der Beginn des Sets von TRIBULATION steht unter keinem guten Stern. Gitarrist Jonathan Hulten hat whrend der ersten beiden Songs groe Probleme mit seiner Gitarre, so dass er mit seiner Mischung aus Tanz Einlagen und Krperwindungen warten muss. Stattdessen flitzt er von der Bhne damit sein Techniker das Problem gelst bekommt. Der Rest der Band bekommt das zwar mit, geht aber hchst professionell an und lsst sich nichts anmerken. Die Frage die ich mir immer bei TRIBULATION stelle: kommt dieser Mischmasch aus Gothic Rock und Black Metal auch ohne das Gehampel der beiden Gitarristen aus? Ich meine ja, denn auch die letzte Studioscheibe "Down Below" ist ein echter Kracher und die Schweden sind einfach eine gute Luve Band. Immer wieder interessant auf Menschen zu gucken, die die Band das erste Mal sehen und somit auch mit den Tanzeinlagen der beiden Gitarristen konfrontiert werden. Ein groer Teil des Publikums ist da aber vorbereitet und feiert das Quartett nach allen Regeln der Kunst ab.

BRUJERIA

Ob die Truppe BRUJERIA es verdient hat, so spt am Abend zu spielen? Sozusagen als Co-Co-Headliner? Schwierig zu beurteilen, denn Ernst nehmen darf man die ganze Chose auf keinen Fall. Womit wir schon bei einem Problem wren, da einige Spabefreite und coprse-ge-paintete Zuschauer ohne Vorwissen wenden sich entrckt ab als BRUJERIA anfangen. Und natrlich ist auch der Kontrast zu TRIBULATION direkt vorher enorm. Anti Trump Tiraden kommen jedenfalls auch auf dem Party.San gut an, ansonsten kann zumindest mich und ein guter Teil der Anwesenden das Gemisch aus Grindcore, Death Metal und Sprechgesang gut unterhalten. Als Ende kommt dann noch "Marihuana", eine Cover Version dieses unsglichen Sommerhits "Macarena". Ein witziger Abschluss eines mal ganz anderen Band auf dem Party.San.

POSSESSION

Die Belgier von POSSESSION sind zur Zeit in aller Munde, womit auch das Partyzelt bis zum Anschlag voll ist. Sehen tun aber nur wenige etwas, denn die mehr als drei rote Lampen und eine Vielzahl an Kerzen reichen fr die Bhnenbeleuchtung. Der Traum eines jeden Fotografen. Nicht! Dazu werden noch gefhlt drei Tonnen Weihrauch in Brand gesetzt womit sich neben dem Staub vom Boden eine schier undurchdringliche Nebelwand vor der Bhne aufbaut. Eigentlich gar nicht ntig, denn POSSESSION knne mit ihrem Mix aus Black und Death Metal auch so berzeugen. Aber so bekommen die Songs nochmal extra Atmosphre und die Leute sind sehr zufrieden mit dem was sie hren.

TANKARD

Zurck auf der Hauptbhne luten TANKARD fr mich den Feierabend ein. Dies wird meine letzte Band des Festivals sein, denn das Zelt ist bereits abgebaut, alles andere ebenfalls verstaut und das Auto steht abfahrtbereit auf dem Zeltplatz. Und auch wenn ich noch nie ein groer Fan der Thrash Kapelle aus Frankfurt war, gelangweilt habe ich mich noch nie. "The Morning After", "Zombie Attack" oder auch "Chemical Invasion". Wer sich schon mal im Thrash Metal umgehrt hat kommt an solchen Songs einfach nicht vorbei. Hinzu legt das Quartett um Frontmann Gerre enorm ins Zeug und legt eine Spielfreude an den Tag die sich gewaschen hat. Immer in Bewegung, Kommunikation mit dem Publikum, dazu ein guter Sound und die Flammenfontnen spucken Feuer aus als ob es kein Morgen mehr gibt. Am Ende gibt es natrlich "Empty Tankard", dem so ziemlich jeder mitsingt. Starker Auftritt.

Alles in Allem ist das Party.San ein voller Erfolg. Eine reichhaltige Mischung an Bands die bis auf wenigen Ausnahmen berzeugen. Ein bunte Palette an Essen und Getrnken zu halbwegs vernnftigen Preisen sowie eine einladenden Hndlermeile. Bist auf den kleinen Sturm hat das Wetter auch sehr gut mitgespielt. Bezglich der Informationspolitik bei eben genannten Unwetter erwarte ich aber eine Besserung, oder eben keine Wetterkapriolen. Wie sehen uns definitiv im nchsten Jahr!

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