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23. Januar 2019 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing TANKARD, FABULOUS DESASTER, CRUSHER
Ort Juz Live Club, Andernach
Datum 03.11.2018
Autor Katharina May, Bilder: Jrgen Simon
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Endlich wieder mal in der Metal Metropole Mittelrhein. Endlich wieder Thrash Metal. Endlich wieder Tankard. Willkommen zum feuchtfrhlichen Suff-Gloria! Mit keinen minder euphorischen Gedanken steige ich an einem knackigen Novemberabend in mein Auto, sammle die Bagage ein und dse nach Andernach, wo die Bierpriester zum grabesnahen Tour-Tanz geladen haben.

Zu jenem Fest sind ebenso auch noch Fabulous Desaster, die am heutigen Abend ihren CD-Release zu begieen gedenken und Crusher geladen. Crusher sind quasi ganz alte Hasen des rheinland-pflzischen Undergroundgeschfts, gibt es sie doch schon seit 16 Jahren. Allerdings verffentlichten sie erst 2016 ihr Debtalbum. Zugegebenermaen hatte ich vorab nichts mit dem Namen Crusher anfangen knnen, was ich durchaus der nicht gerade berbordenden Kreativitt in Sachen Namengebung zuzuschreiben gedenke. Ich habe hernach die Recherche nicht noch einmal bemht, da ich auch gar nicht wissen mchte, wie viele Dresch-Kapellen sich das Zertrmmern ebenso auf die Fahne schreiben. (Beschwerden bzgl. mangelnder journalistischer Sorgfaltspflicht knnen gerne vorgebracht werden; es lebe der Diskurs!) Zurck zum Bhnengeschehen. Vor meinen Augen spielt eine durch und durch versierte, souverne Kapelle auf, denen man ansehen kann, dass sie trotz aller Besetzungsturbulenzen schon das ein oder andere Mal die Bretter geteilt haben. Keine berraschungen, guter alter 80er-Jahre Thrash aus deutschen Landen, wie man ihn sich vorstellt. Es muss ja auch nicht ewig das Rad neu erfunden werden und an einem Abend wie diesem ohnehin nicht. Das doch schon verhltnismig ausgewogen erschienene Publikum dankt der Darbietung mit guter Laune und Crusher reagieren mit freundlich-sympathischer Motivation, die in einer Zugabe fr die allermeisten zufriedenstellend endet. Warum nicht?

Die nachfolgende Show wird ein Feuerwerk, wie es sich gehrt. Die Bay Area ist nunmehr kaum noch auf der anderen Seite des groen Teichs zu finden, sondern liegt eindeutig im Bonner Raum. Meine Gte, was ein Konglomerat an herrlichen Riffs, knackigen Rhythmen, schwindelerregenden Tempi und zeterndem Gekeife! Die Rheinlnder von Fabulous Desaster feiern heute die Release-Party ihres neuen Albums "Off With Their Heads!" und prsentieren auf der Bhne zu diesem Anlass sechs Songs der neuen Scheibe, die am 16. November erschienen sein wird, aber schon des Abends am Merchstand erworben werden kann. Auch hier gilt: alte Besen kehren gut, vor allem dann, wenn sie auch so virtuos und mit purer (Spiel)Freude geschwungen werden. Einer Band, die sich mit derlei Anleihen allein im Namen ein Vermchtnis auferlegt, darf man wohl auch nur bedingt Abzge in der Eigenstndigkeit zumuten. Allerdings sind diese in der Endnote auch so egal, wenn man in den anderen Bereichen so deutlich punkten kann. Wir sprechen hier auerdem von einer noch recht jungen Band, deren Zukunft sicher noch nicht geschrieben steht. Ich bin, wie die tobende Meute im JuZ, mehr als gespannt, wohin uns Fabulous Desaster auf ihrer Reise noch mitnehmen werden.



Wer bin ich, dass ich meinen msste, noch irgendetwas Neues ber eine Band zu schreiben, die schon lnger auf diesem Erdenrund wandelt, als ich? Tankard betreten das Palais und es ist alles gesagt. Mit dem Titelsong ihres neuen Albums, das im brigen auch ein hervorragendes Cover Art ziert, "One Foot In the Grave" entern die Frankfurter Alcoholic Metaller die Bhne und geben Gas, wie man es von ihnen gewohnt ist. Es gibt Bier, Spe mit dem Publikum und gute Laune. Alles, was eine ordentliche Party braucht. Und da sind Tankard Profis, die sich nicht auf vermeintlich gottgegebenem Erfolg ausruhen, sondern immer wieder sauber abliefern und so, die mit unsglichem Stehvermgen ber 36 Jahre angesammelte Fangemeinde mit ihren lieblichen Tnen zu beglcken wissen. Folglich rockt man sich durch die Hits der in der vierten Dekade bestehenden Band, stets gewrzt mit der ein oder anderen Anekdote und Stchen mit dem Publikum. "Zombie Attack" darf da genauso wenig fehlen, wie "Rules for Fools" oder ein Tnzchen mit der Dame aus dem Publikum zu "The Beauty and the Beast". Nach dem obligatorischen Verlangen nach "Freibier" bumt sich nochmals alles auf, was noch aufrecht stehen kann, um zur Zugabe das angemessene Geleit zu geben. Bestens gelaunt und bierbenetzt hlt das Volk nochmals zum letzten Kaltgetrnk an der Theke inne, sofern Sprachmodul und sonstige motorische Fhigkeiten noch nicht vollends versagen, bevor es durch die kalte Nacht gen Heimatkneipe geht. Solch ein groartiger Spa, der das dem oldschool verpflichtete Metallerherzchen zu erfreuen wei, muss schlielich noch ordentlich gefeiert werden. Mindestens bis zum "Morning After".

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