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15. Dezember 2018 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing ROSS THE BOSS, BULLET, PORTRAIT
Ort Juz Live Club, Andernach
Datum 26.10.2018
Autor Thorsten Dietrich, Bilder: Byrt Djoaud, TD
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Manchmal nervt es schon! Da ist ein Konzert und vor dem Headliner tummeln sich drei oder vier total uninteressante Vorbands. Da lobe ich mir die klassischen Dreier Packages. Die gibt es schon lange, aber leider immer seltener. Dieses Mal funktionierte die Sache mit Ross The Boss als Headliner schon mal super. Der Original Manowar Gitarrist der ersten sechs Alben hatte quasi als Co-Headliner die schwedische Partymaschine Bullet am Start und im Vorprogramm mit satten 45 Minuten Spielzeit tobten sich die King Diamond Verehrer Portrait aus. Das war es. Mehr musste es fr einen gelungenen Samstagabend nicht sein!

Als ich im gut gefllten Juz Live Club angekommen war ist der Laden schon gut gefllt und Portrait spielten. Snger Per Lengstedt im Netzhemd und an sich optisch definitiv fr das weibliche Publikum wie mir besttigt wurde agierte sehr gestenreich an seinem Mikrostnder hatte aber aufgrund seiner gewhnungsbedrftigen hohen Rhre ein gewisses Nervpotential, whrend der Rest der Truppe mit vor dem Gesicht hngenden Matten ihre Arbeit verrichtete und auch gerne mal die Matten kreisen lie. Die teils recht vertrackte Musik mit dieser Stimme war mir auf Dauer dann zu stressig, was sich auch einige andere dachten, wobei die Halle immer noch gut gefllt war.

Danach legten die Schweden Bullet noch einige Briketts drauf und feierten ber eine Stunde mit dem gut aufgelegten und mitsingfreudigen Publikum eine Party bei der die immer noch mit 80er Jahre Frisuren und auch Klamotten ausgerstete Truppe um Frontmann Hell Hofer gut abrumten, aber optisch weniger bunt / Retro als sonst aussahen. Die sonst trinkfreudigen Schweden hatten aber anscheinend die Erkltung in den Knochen, da Backstage Wasser und Cola angesagt war und Frontmann Hell Hofer offensichtlich krank zu sein schien, aber ganz Profi die Show durchzog und auch mit Publikum und Mitmusikern interagierte. Sein Bewegungsradius war aber sehr limitiert und er marschierte meist vom Drumkit einen kurzen, schmalen Pfad nach vorne und zurck. Trotzdem: sehr gelungen! Bullet liefern immer und sind ein Garant fr ein gutes Konzert egal ob im Club oder auf einem Open Air.



Dann kam der erste Headlinergig von Ross The Boss in Andernach. Letztes Mal war er mit seiner Band ja noch Co-Headliner fr die Pretty Maids. Dieses Mal durfte der Originalgitarrist von Manowar etwas lnger spielen und wenn ich ehrlich bin, htte es bei den circa 90 Minuten auch noch eine Stunde oder zwei lnger sein knnen. Denn wir alle wissen doch wie viele Hits der gute Mann mit Manowar geschrieben hat auf den ersten sechs Scheiben, oder nicht ? Dieses Mal berzeugte er mit seiner gut aufgelegten Truppe um Snger Marc Lopes, dem umtriebigen Mike Le Pond (Symphony X u.vm.) und Schlagzeuger Steve Bolognese (Der Name macht hungrig!) anstatt Rhino Edwards den Laden und mich genauso gut. Die Truppe war bodenstndig, es wurde gerockt, nicht posiert und Lopes bekommt wohl Kilometergeld, soviel wie der auf der Bhne rannte und bangte. Natrlich ist er kein junger Eric Adams, aber er machte seine Sache gut, animierte die Fans und brachte gut Stimmung. Selbst der an sich stoische Boss lie sich zu einem Grinsen und etwas Publikumsanimation hinreien, beackert aber primr die Axt. Neben Manowar Hits prsentierten sie noch im vorderen Drittel drei (?) neue Lieder des "By Bloodsworn" Albums wobei die superbe Stimmung etwas kleiner wurde. Vielleicht htte die Band diese Tracks eher auf das ganze Konzert verteilen sollen und danach weiter die Klassiker sprechen lassen, aber egal. Ich finde das auch gut, man sollte ja nicht nur in der Vergangenheit schwelgen. Aber Klassiker wie "Thor The Powerhead", "Fighting The World" oder "Wheels Of Fire" sind einfach nur geil! Doch die drei Ross The Boss Alben sind ja auch nicht schlecht, da darf die Band ruhig paar Lieder von spielen. Nach dem Konzert war Ross Friedman auch fr Fotos zu haben wie ich im Netz sah und das Merchandise hatte einen echt fairen Preis was Shirts und CDs betraf, sogar eine Limited Edition des neuen Albums war fr wirklich kleines Geld zu haben. Kurios fand ich nur, dass die beiden Krieger auf den neuen Shirts wirklich sehr aussehen wie der Kerl auf den Manowar Artworks. Aber warum auch nicht? In der Verfassung kann der gute Ross gerne noch einmal vorbei kommen und auf Tournee gehen! Toller Abend mit vielleicht etwas bescheidenem Licht.





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