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18. November 2018 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing RAGNARÖK FESTIVAL 2018
Ort Stadthalle Lichtenfels, Lichtenfels
Datum 06.04.2015 - 07.04.2018
Autor Marc Schallmaier
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Willkommen zum RAGNARÖK FESTIVAL 2018! Zum ersten Mal berichtet MyRevelations von diesem kleinen aber feinen Indoor Festival in Lichtenfels. Als erstes führt mich mein Weg nach Kronach, wo ich bei Freunden für die Festival Tage unterkommen. Wie sich herausstellt doch eine sehr gute Entscheidung, da dass Wetter zwar angenehm ist, die Temperaturen aber einen doch recht schnell daran erinnern dass vor gar nicht allzu langer Zeit noch Winter war. Wie es sich für mich gehört verpasse ich auch auf diesem Festival die erste Band des Tages, da ich einfach zu spät losfahre und die Parkplatz Situation um die Stadthalle in Lichtenfels eine absolute Katastrophe ist. Der ausgeschilderte Parkplatz ist von der Größe her ein Witz, dieser war schon um 09.00 Uhr morgens wahrscheinlich komplett gefüllt. Ausweichflächen werden von dem netten Helfern leider nicht angeboten. Zwar befinden sich diverse Discounter, Supermärkte und andere größere Läden in unmittelbarer Nähe der Location, die auch über große Parkplätze verfügen. Und so mancher nimmt dies auch wahr und parkt sein Töfftöff dort. Aber einige bekommen dann eben doch einen kleinen Zettel unter den Scheibenwischer geklemmt.. Nun ja, ich sollte davon verschont bleiben denn ich parkte mein Auto etwas weiter abseits. An der Akkreditierungsstelle gab es keine Probleme und ich konnte ohne weiteres meine Pässe abholen. Die sehr breite Halle entpuppt sich ideale Konzertlokalität für Indoor Geschichten. Es ist eine große Bühne aufgebaut, die zwei geteilt ist und somit gibt es kaum Wartezeit zwischen den Bands. Positiver Nebeneffekt ist die Tatsache dass man nicht zwischen verschiedenen Stages hin und her rennen muss wie man es von manchem Open Air Festival im Sommer kennt. Ein kurzes Hallo mit all den anderen Pressenasen und Fotografen die man zwischenzeitlich aus der ganze Republik kennt und dann geht es auch schon los!

FREITAG
DAWN OF DISEASE

Nachdem ich die erste Band (WOLFES DEN) verpasst habe beginnt der Tag für mich mit DAWN OF DISEASE. Der Death Metal des Quintetts aus Niedersachsen kommt gut und mit viel Spielfreude von der Bühne. Mittlerweile habe ich die Jungs nun schon öfter gesehen und bin begeistert mit wie viel Elan Songs wie "Ashes" oder auch "Catacombs" in die Menge gewuchtet werden. Zwar ist der Sound heute nicht optimal, die Gitarren klingen ein wenig vermatscht, aber der Platz vor der Bühne ist prall gefüllt und die Zuschauer feiern die Jungs ab. Ein guter Start und ein erstes kleines Highlight.


VANAHEIM

Weiter geht es mit den Niederländern von VANAHEIM, die in ihrer bisherigen Laufbahn erst eine Single und eine EP veröffentlicht haben. Ich bin also höchstwahrscheinlich nicht der Einzige, dem der Name der Band absolut gar nichts sagt.Die Kapelle spielt einen recht normalen Mix aus Pagan und Folk Metal, der mitunter recht melodiös daher kommt. Eingängige Passagen kommen aber erst zum Ende des Auftritts und auch erst ab hier beginnt sich das Publikum für die Band so richtig zu interessieren. Ein recht durchschnittlicher Auftritt einer durchschnittlichen Band.


NAILED TO OBSCURITY

Ich bin ein wenig verwundert über den frühen Slot, den NAILED TO OBSCURITY erhalten haben, schließlich gehört die Band zu den aktuellen besten Kapellen im Bereich melodischer Death Metal, die Deutschland zu bieten hat! Die Truppe spielt in diesem Jahr noch zahlreiche Festivals und wird zu Beginn von 2019 mit AMORPHIS und SOILWORK auf Tour gehen. Naja, ich kann es nicht ändern und freue mich über einen rasanten aber leider viel zu kurzen Auftritt des Fünfers aus dem hohen Norden. Der Sound ist mittlerweile in Ordnung und auch ein großer Teil des Publikums lässt sich diesen Auftritt nicht entgehen. Die vierzig Minuten vergehen wie im Flug ich bin der Meinung dass NAILED TO OBSCURITY sehr gut abgeliefert haben.


GRIMNER

Die Schweden von GRIMNER stürmten dann im Anschluss kostümiert, bemalt und vielköpfig die Bühne. GRIMNER spielen sehr folklorigen Pagan oder auch Viking Metal, der obendrauf mit schwedischen Texten versehen wird. Was dem Ganzen natürlich noch mehr Authentizität verleiht als ohnehin schon vorhanden ist. Im Gegensatz zum Publikum rauscht der Auftritt von GRIMNER allerdings recht spurlos an mir vorbei. Ohne Höhepunkte oder sonstige Vorkommnisse verstreichen die vierzig Minuten Spielzeit, während das Publikum in der bereits gut gefüllten Halle ordentlich feiert.


SAOR

Den Auftritt der Schotten von SAOR habe ich dagegen schon sehr herbeigesehnt. Denn so oft tritt die Band nicht auf und es würde mich interessieren was die Veranstalter machen mussten damit die Band zum Festival kommt. Wobei man bei SAOR ja eigentlich nicht in der Mehrzahl sprechen kann, denn offiziell besteht die Band nur aus Andy Marshall, der sich um alles kümmert. Da aber Live gleichzeitig Gitarre und Schlagzeug spielen nicht drin ist, hat er sich jede Menge Verstärkung auf die Bühne mitgebracht. Da die Tracks auch sehr lang sind (im Schnitt 10 Minuten), reicht es heute auch nur für 4 Stücke. Darunter aber dass großartige "Aura" sowie "Carved In Stone", "Farewell" und "Tears Of A Nation". Wer die Band noch nicht kennt sollte hier unbedingt mal reinhören. Allein der Auftritt von SAOR ist schon ein echtes Highlight.


WOLFCHANT

Der Auftritt von WOLFCHANT hingegen ist kaum der Rede wert. Es stehen zwei Sänger und eine Menge Musikanten auf der Bühne, aber niemand schafft es das Publikum zu erfreuen oder in Wallungen zu versetzen. Okay, ein paar Die Hard Fans gibt es im Publikum, aber nach den ersten Takten verziehen sich doch recht viele Besucher an die Getränkestände oder nehmen sich vor der Halle eine kleine Auszeit an der frischen Luft. Der Pagan/Folk Metal der Band klingt aber auch wirklich sehr altbacken und ständig hat man dieses Gefühl das alles schon einmal irgendwo gehört zu haben. Nur besser und spannender.


LEAVES' EYES

Ein wenig spannender wurde es dann bei LEAVES' EYES. Ursprünglich wurde dieses Projekt aus der Band ATROCITY und der Sängerin Liv Kristine gegründet. Von ATROCITY sind immer noch alle am Start, für die weiblichen Vocals sorgt aber seit 2016 Elina Siirala. Der eher traditionelle und symphonische Heavy Metal passt eigentlich nicht so ganz zum restlichen Festival Programm, ist aber tatsächlich eine nette Abwechslung. Der Sound ist glasklar, und die Kapelle versteht es sofort die Leute vor der Bühne abzuholen. Unterstreicht wird die Bühnenpräsenz von einer Horde Wikinger und einer Wikinger Medizinfrau oder ähnlichem, die sich aber dezent im Hintergrund aufhält. Vielleicht hatte sie einen eher spirituellen Auftrag. Interessanter Weise spielt die Band vier Stücke vom aktuellen Album "Sign Of The Dragonhead" und zwei Songs vom Vorgänger Album "King Of Kings". Auf diesem sang noch Liv Kristine in der Band. Aber okay, so kann die aktuelle Frontsirene zeogen dass sie nicht nur im Studio trällern kann sonder dass auch live hinbekommt. Ein sehr kurzweiliger Auftritt.


DARK TRANQUILLITY

Die Schweden von DARK TRANQUILLITY befinden sich gerade inmitten ihrer sehr großen Europa Tournee. Und das merkt man auch an dem heutigen Abend. Die Band spielt sehr routiniert ihren Set runter, der Enthusiasmus von Mikael Stanne hält sich heute auch in Grenzen und im Allgemeinen wirkt die Skandinavier heute einfach etwas müde. Die Begeisterung im Publikum ist dafür umso größer. Die Halle ist brechend voll, die Leute gehen mit und feiern Songs wie "Force Of Hand" oder "Icipher" tierisch ab. Allerdings ist es wirklich kein Vergleich zu der Clubshow die ich vor etwas mehr als einer Woche in Hamburg bestaunen durfte. Mir fällt der Unterschied ziemlich schnell auf, dem normalen Festivalgänger ist es aber egal oder er merkt es nicht. Die gute Stimmung sorgt dafür, dass zum Ende hin DARK TRANQUILLITY mit einem routinierten Auftritt alles richtig gemacht haben.


EQUILIBRIUM

Lustigerweise sind EQUILIBRIUM mit DARK TRANQUILLITY zur Zeit auf Europa Tour, und auf dieser Reise sind die Jungs um Robse der Anheizer für die Schweden. Heute aber ist es umgekehrt und die Süddeutschen dürfen nach DARK TRANQUILLITY spielen. Anders als auf der Clubtour spielen EQUILIBRIUM heute zum 10. Geburtstag des Albums "Sagas" einen großen Teil dieses Albums. Höhepunkt ist der Gastauftritt von dem ehemaligen Sänger Helge, der mit Robse zusammen den Song "Die Weide Und Der Fluss" intoniert. Ansonsten liefern auch EQUILIBRIUM solide ab und bringe die Menge zum Ausrasten. Die Truppe hat zu Beginn mit einigen Sound Problemen zu kämpfen, ab dem dritten Song "Blut Im Auge" stehen aber dann alle Regler wo sie sein sollen und die siebzig Minuten Spielzeit gehen zügig vorüber.


ENSLAVED

Headliner des heutigen Abends sind die Norweger von ENSLAVED, den inoffiziellen Gründern des Begriffs und der Musikrichtung Viking Metal. Dies ist das erste Mal dass ich die Band live sehe und meine Erwartungen sind dementsprechend hoch. Umso krasser dann die Ernüchterung, die bereits nach wenigen Takten Musik bei mir eintritt. Sehr lustlos hobeln die Musiker die Stücke runter, die Bühnendeko erinnert mich an Bastelarbeiten aus der 4. Klasse in der Grundschule und der Sound ist komplett vermatscht und viel zu laut. Die Skandinavier geizen mit so ziemlich allem was es gibt. Kaum Kommunikation mit dem Publikum, nur sechs Songs bei einer Stunde Spielzeit......vielleicht ist das ja auch alle Standard und meine Erwartungen sind einfach zu hoch. Der Höhepunkt des heutigen Abends ist es definitiv nicht, diesen Punkt können sich EQUILIBRIUM und DARK TRANQUILLITY teilen. So verfolge ich den Auftritt auch nicht bis zum Ende, und mit dieser Entscheidung bin ich nicht alleine. Zahlreiche Besucher haben vor ENSLAVED oder nach ein paar Songs genug und machen sich auf den Weg zu ihrem Nachtlager. Morgen ist schließlich auch noch ein Tag.


SAMSTAG
CALICO

Der Samstag Vormittag beginnt musikalisch wie der Freitag geendet hat. Allerdings sind heute um kurz vor zwölf Uhr weit aus weniger Menschen vor der Bühne als noch gestern Abend, und die die es zu dieser frühen Stunde geschafft haben steht die Müdigkeit ins Gesicht geschrieben. Alle die es vorziehen noch zu pennen, chillen oder ausgiebig zu frühstücken haben alles richtig gemacht. CALICO spielen, keine Ahnung. Ein Teil der Band hat sich als Piraten verkleidet, zumindest etwas. Der Geigenspieler hat zum Beispiel sich lediglich ein paar rote Stofffetzen an den Gürtel gehängt, während der Sänger sich in voller Montur geschmissen hat, inklusive Papp Papagei auf der Schulter und Haken als rechte Hand. Dort befindet sich natürlich aber eine Bierdose, und kein Haken. Die dreißig Minuten vergehen dann auch sehr langsam, weil das Alles einfach nur schlecht und peinlich ist.


MAAHES

Im Anschluss kommen MAAHES auf die Bühne, die schick mit alten ägyptischen Symbolen und anderen Details geschmückt ist. Und auch musikalisch geht es gleich ganz anders zur Sache als die Vorgänger Truppe. Die junge Truppe, stilecht in Mumien Kostümen, spielt traditionellen Black Metal, der immer wieder von klassischem Death Metal durchsetzt ist. Klar, hier schimmern NILE an allen Ecken durch, aber MAAHES verstehen es dem Ganzen ihren eigenen Stempel aufzudrücken. Daumen hoch für diese gute Newcomer Band!


SAXORIOR

Die musikalische Achterbahnfahrt geht ohne Pause weiter, denn nach dem guten Auftritt von MAAHES gibt es mit SAXORIOR wieder einen Niveau Tiefschlag erster Güte. Eine extrem rumpelige Mischung aus Death, Black und Pagan Metal, dazu Songs mit deutschen Texten die eigentlich nur davon handeln wie geil Sachsen doch ist oder war. Nach den ersten drei Songs kümmere ich mich dann mal um das leibliche Wohl, denn verpassen tut man nicht viel.


BUCOVINA

Aus Rumänien kommen BUCOVINA, die zwar musikalisch in die gleiche Kerbe hauen wie SAXORIOR, ihre Songs aber viel besser komponiert haben und mit ihren rumänischen Texten auch eine kleinen Exotenbonus bekommen. Sicherlich wird hier das Folk Metal Rad auch nicht neu erfunden, aber die Band ist mit Herzblut und viel Spielfreude dabei und kann nach kurzer Zeit auch das Publikum auf seine Seite zu ziehen. Mittlerweile ist die Halle auch wieder gut gefüllt und die Rumänen legen einen unterhaltsamen Auftritt aufs Parkett.


ENISUM

Es geht international weiter, aber nach dem kleinen Hoch gibt es nun auch wieder ein kleines Tief. Die Italiener von ENISUM betreten die Bühne, die nun mit Bäumen und Ästen sehr geschmackvoll geschmückt ist. Das geht Hand in Hand mit der Musik die ENISUM spielen, denn es handelt sich hier um einen sehr atmosphärische Art des Black Metal. So bewegen sich die Songs zwischen sehr sphärischen Klängen und gelegentlichen, brachialen Ausbrüchen. Was verheißungsvoll klingt und auch gut anfängt nutzt sich leider sehr schnell ab und die Grundidee verkommt zur Monotonie. Sehr schade, den die Basis für mehr sehe ich bei der Band absolut. Der Meute im Publikum ist das relativ schnuppe und feiert die Band amtlich ab. Auf Dauer ist es aber einfach zu wenig.


HARPYIE

Die deutsche Band HARPYIE legt ebenfalls viel Wert auf ein adäquates Auftreten und so kommt die Band in allerlei lustigen Kostümen auf die Bretter die die Welt bedeuten. Mit ihrer etwas eigenwilligen Mischung aus klassischem Metal und Folk Elementen zieht es das Publikum aber recht schnell auf seine Seite. Dazu kommen auch deutsche Lyrics, die ich aber auf Grund null Vorwissen nur bruchstückhaft verstehe. Wie dem auch sei, die Truppe hat mächtig Spaß in den Backen und legt eine große Spielfreude an den Tag. Die Zuschauer freut es und somit können HARPYIE ihren Auftritt als Erfolg verbuchen.


IN THE WOODS...

Die Norweger von IN THE WOODS...sind nicht gerade für ihre ausufernden Tourneen bekannt, somit liegt eine gewisse Spannung in der Luft. So oft bekommt man die Truppe eben nicht zu sehen. Und auch Veröffentlichung neuer Musik kann schon einmal etwas dauern. So liegen zwischen den beiden Alben "Pure" (aus dem Jahre 2016) und dem Vorgänger "Strange In Stereo" satte 17 Jahre! Man erkennt aber auch schnell dass es sich hier um Herzblut Musiker handelt, die viel Wert auf ihre Songs und die Atmosphäre legen. Sehr introvertiert stehen die Musiker auf der Bühne und leben ihren düsteren Stil eines sehr progressiven Black Metal aus. Kann man das überhaupt noch BLack Metal nennen? Keine Ahnung, live verfliegt leider einiges von dem Zauber, den man sich zu Hause sicherlich besser hingeben kann. So ist der Zuschauerandrang zu Beginn sehr groß, nimmt aber mit zunehmender Spielzeit auch wieder ab. Es ist mutig und richtig auch mal so eine Band für ein Festival zu buchen, aber wahrscheinlich wäre ein Slot zu ganz später Stunde besser gewesen, um mit derartigen Klängen einen Festival Tag abzuschließen.


FEJD

Ganz anders dann das Szenario bei FEJD. Die Truppe aus Schweden schafft es innerhalb kurzer Zeit die Stadthalle voll zu bekommen und die Menge hat Lust sich zu bewegen. Die Musiker verstehen es prima die Leute zu unterhalten und sogar mir gefällt der Folk Metal mit traditionellen Instrumenten richtig gut. Die Spielzeit mit 40 Minuten ist am heutigen Tag einfach zu wenig für FEJD, die mit viel Spielfreude und Authentizität ihren Set spielen.


WOLFHEART

Mit den Finnen von WOLFHEART kommt wieder mehr Härte ins Spiel. Es ist schon erstaunlich dass das skandinavische Quartett nur für dieses Konzert eingeflogen ist. Aber die Kapelle reißt sich wie immer den Allerwertesten auf und ballert ihren melodischen Death Metal in Menge. Begonnen wird mit dem neuen Stück "The Hunt", bevor es mit "Strength" und "Aeon" altbewährte Klassiker gibt. Am Ende darf natürlich das großartige "Routa" nicht fehlen und einmal mehr untermauern WOLFHEART ihren Status, dass sie zur Speerspitze des Melodic Death Metal gehören!


BATUSCHKA

Erneut breitet sich Spannung im Rund der Stadthalle aus, denn die polnische Band BATUSHKA möchte ihre Messe zelebrieren. Seit der Veröffentlichung ihres Debut "Litourgiya" aus dem Jahre 2015 es zahlreiche Meinungen, Theorien und Spekulationen. Kommt da noch ein neues Album? Wer steckt hinter den Masken? Viele Fragen, wenig Antworten. Jedenfalls zelebriert die Band ihren spirituellen Auftritt in allen Belangen. Die Bühne ist übersät mit Kerzen, Kerzenständern und Kreuzen. Der Sänger steht hinter einer Art Altar, der mit Totenschädeln und anderen religiösen Symbolen geschmückt ist. Es dauert zwar etwas, bis alle Kerzen am brennen sind, das gehört aber ebenso zur Schau wie der behäbige und langsame Gang aller Musiker sowie den drei Chor Sängern. Der BATUSHKA Soundmix reicht von atmosphärischem Black Metal bis hin zu sehr doomigen Passagen. Die guten Melodien gepaart mit dem sakralen Chorgesang unterhalten sehr gut auch wenn einigen Besuchern das zu viel Kirmes ist. Ich mache ein paar Fotos und begebe mich dann auf die Tribüne um mir den Rest der Show anzuschauen. BATUSHKA live kann ich nur empfehlen.


EINHERJER

EINHERJER, langweilig wie immer. Und nicht nur ich nutze die 45 Minuten um was zu essen und mich vor der Halle ein wenig umzusehen. Ich kann es absolut nicht verstehen woher diese Band seinen Status hat. Der sogenannte Viking Metal klingt altbacken, die Songs strotzen nur so vor Eintönigkeit und Spielfreude sieht anders aus. Sorry, aber das ist nix.


ROTTING CHRIST

So langsam nähern wir uns dem Höhepunkt des Abends, und einen guten Vorgeschmack darauf machen dann schon einmal die Griechen von ROTTING CHRIST. Die starke Mischung aus Death Metal, Black Metal und starken Melodien kommt nicht nur bei mir gut an. Die Halle ist brechend voll und die Menge feiert die Band nach allen Regeln der Kunst ab. Das hellenische Quartett hat einen Bomben Sound und fordert immer wieder das Publikum an. Dieses nimmt die Aufforderung danken ab und rastet komplett aus. Die fünfzig Minuten Spielzeit sind heute absolut zu wenig. "Societas Satanas", "In Yumen-Xiballa" oder auch "Grandis Spiritus Diavolos", es folgt ein Hit auf den Nächsten. ROTTING CHRIST liefern wie hier richtig gut ab!


ALESTORM

Stimmungstechnisch ist jetzt der Zenit erreicht. Die Schotten von ALESTORM entern die Bühne und starten komplett durch. Gute Laune ist Trumpf, es gibt witzige Klamotten zu sehen, die Bühne ist adäquat dekoriert und die Musiker geben ein gutes Vollbild und lassen die Alkohol Flaschen munter kreisen. Das Publikum steht dem in Nichts nach, die Halle ist pickepacke voll und das Bier schwappt aus den zahlreichen Bechern und Mündern. Auch wenn ich ALESTORM musikalisch eher als mittelmäßig einstufe, eines muss man der Kapelle lassen: sie macht Stimmung, und davon jede Menge. Bärenanteil der Setlist sind sechs Songs vom aktuellen Album "No Grave But The Sea", dazu kommt dann noch ein bunter Mix aus Klassikern von älteren Alben. Höhepunkt ist sicherlich die riesige gelbe Gummiente, die von den Musikern von ihrem sicheren Platz auf der Bühne ins Publikum gehievt wird, und dort fröhlich durch die Menge hüpft. Ein wirklich köstliches Bild, das ich mir auch noch von der Tribüne anschaue. ALESTORM werden ihrem Headliner Status absolut gerecht!


THYRFING

Passend zu der späten Stunde kommen die Schweden von THYRFING ihrem Ruf nach und ballern den noch Anwesenden ihren fiesen Black Metal um die Ohren. Der Stimmungsumschwung ist schon ein wenig krass, aber die Skandinavier haben eine treue Fanbase die ihnen komplett aus der Hand fressen. So spielen THYRFING noch als mich die Müdigkeit packt und ich mich auf den Heimweg machen muss.

Alles in Allem war das Ragnarök Festival definitiv einen Besuch wert. Sehr freundliches Personal, alles sehr unkompliziert und auch bei den Getränkepreisen gibt es nichts zu meckern. Leckeres Bier vom Fass für 3 Euro, das Mineralwasser gibt es sogar für nur einen Euro. Da kann sich manch anderes Festival mal ein Beispiel dran nehmen, statt die alkoholfreien Getränke für über drei Taler über den Tresen zu jagen. Als ob von dem verbilligten Softgetränkepreisen schon ein Festival pleite gegangen wäre! Einzig die Toilettensituation kann am späteren Abend mal etwas unangenehm werden, vor allem für die Damen, wo sich später immer sehr lange Schlangen bildeten. Das Billing war sehr abwechslungsreich und absolut unterhaltsam und ich würde mich über einen erneuten Besuch im nächsten Jahr freuen!

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