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13. Dezember 2018 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing DOG EAT DOG, QUUEN ANNES REVENGE
Ort Hamburg, Knust
Datum 16.04.2018
Autor Marc Schallmaier
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Manche Bands verliert man ber die Jahre aus den Augen. Man hrt keine Neuigkeiten mehr, Konzerte finden wenn berhaupt noch in weiter Fern statt und neue Musik ist auch nicht in Reichweite. Der gngigste Gedanke ist dann meistens, dass sich die Band aufgelst hat oder verteilt in anderen Kapellen zockt. Obwohl ich nie etwas Offizielles vernommen hat. So auch bei mir und DOG EAT DOG. Das Debut Album von 1994 "All Boro Kings" lief bei mir rauf und runter, im Anschluss gab es noch "Play Games", dass aber schon nciht mehr die Klasse der ersten CD hatte. Danach verlief sich die Geschichte im Sande. Die Hits von "All Boro Kings" landen in schner Regelmigkeit auf meinen Anspielgerten, aber innerlich hatte ich mit DOG EAT DOG abgeschlossen. Umso erstaunter war ich, als Ende letzten Jahres pltzlich eine neue EP mit dem Titel "Brand New Breed" in die Hnde bekam und die vier neuen Songs richtig stark fand. Und nun eine Club Tournee! Da sind wir doch dabei.

Aber zuerst kommen die Lokalmatadoren von QUUEN ANNES REVENGE auf die Bhne. Die Band gibt es noch gar nicht so lange (4 Jahre), aber die Musikanten sehen nicht aus wie gerade von der Schule gekommen. Eher handelt es sich um gestandene Musiker, die vorher schon in anderen Truppen gezockt haben. Das ist aber nur eine Vermutung von mir. QUEEEN ANNES REVENGE spielen astreinen Punkrock im Stil von IGNITE und/oder MILLENCOLIN. Das Ganze garniert mit griffigen Refrains und Mitsing Parts. Wirklich bahnbrechend ist das Alles nicht, aber die vier Musiker knnen mit ihren Songs gut unterhalten und halten die Zuschauer fr knapp vierzig Minuten bei bester Laune. Die Band hat im letzten Jahr eine EO verffentlicht, man kann also davon ausgehen dass da zeitnah neues Material kommt. Kann man als Freund des melodischen Punkrock durchaus im Auge behalten. Der Auftritt an sich verluft ohne weitere positiven oder negativen Hhepunkte.

Nach einem flotten Changeover kommen dann DOG EAT DOG auf die Bhne. Manchmal interessiert mich die Frage, wie ein Musiker wie Snger John Connor wohl die Berg und Talfahrt seiner Band interpretieren wrde. Ich war 1995 in Eindhoven beim Dynamo Festival dabei, als DOG EAT DOG ber hunderttausend Menschen begeisterte und Frontmann Connor mit einem echten Surfbrett ber die ersten Reihen surfte. Und nun steht er im Kaiserkeller in Hamburg bei wohlwollend geschtzten 100 Nasen. Zugegeben, der Kaiserkeller ist ein geschichtstrchtiger Ort, hatte doch hier eine junge Band aus Liverpool mit komischen Frisuren einen ihrer ersten Auftritte. Die Rede ist natrlich von den BEATLES! Aber nun stehen hier DOG EAT DOG vor einem mittelalten Publikum, dass gerne die Helden von einst aus nchster Nhe sehen will. Und noch einmal in Erinnerungen schwelgen mchte, als man vor ber zwanzig Jahren in den Alternativ Discos in diesem Land zu "No Fronts" und "Who's The King" abgerockt hatte. Der Einstieg mit "Getting Live" und "Think" ist noch ein wenig trge. Aber schon beim dritten Song "Pull My Finger" geht richtig die Post ab. Die Zuschauer gehen steil, und Snger John Connor hat sich mit einer Wasserpistole bewaffnet um den Lyrics noch etwas mehr Nachdruck zu verleihen. berhaupt kann man der Band eine richtig gute Spielfreude ansehen. Lediglich Schlagzeuger Brandon Finley wirkt etwas ausgelaugt und sieht auch etwas krnklich aus. Es folgt "ISMS" und eine klare Ansage von Frontmann John, dass Rassisten, Sexisten und Faschisten hier nichts zu suchen haben. Groer Applaus dafr. Mit "Who's The King" folgt bereits der erste Hhepunkt und der Kaiserkeller wackelt in seinen Grundfesten, so soll das sein. Es folgen alle vier Songs des neuen Mini Albums, und alle Anwesenden haben richtig Bock auf diesen Abend. Die Band ist begeistert und kommuniziert immer wieder mit dem Publikum, und die Leute danken es DOG EAT DOG mit ordentlich Bewegung und viel Applaus. Weiterhin wird "Rocky" gespielt, dass standesgem von dem Bassisten Dave Neabore gesungen wird. brigens neben John Connor das letzte Grndungsmitglied was aktuell noch in der Band ist. Zum Ende dann der absolute Abriss: "No Fronts" und "If These Are Goodtimes" werden intoniert und peitschen die Meute vor der Bhne noch einmal durch. Bei "No Fronts" kommen dann zahlreiche anderen Menschen noch auf die Stage um den Song mitzusingen und abzufeiern. Unter anderem auch ein Typ, der anscheinend mal frher in einer Boygroup war. Ich hab den Namen leider vergessen. Whrend des Changeover durfte dieser Vogel auch mal kurz allein auf die Bhne um einen Song zum Besten zu geben. Was das Ganze soll entzieht sich leider meiner Kenntnis. Bis auf diesen wirklich kleinen Wermutstropfen ist es aber ein super Konzert von DOG EAT DOG!

Das Konzert ist zu Ende und die Leute strmen aus dem Kaiserkeller in die noch junge Nacht. DOG EAT DOG haben eindrucksvoll bewiesen, dass mit ihnen noch zu rechnen ist. Mein letzter Stand der Dinge ist auch die Meldung, dass die Band kurzerhand als Support fr die restlichen LIMP BIZKIT Konzerte in Deutschland gebucht wurde. Und die Mannen um Fred Durst spielen nicht in kleinen Clubs sondern in mittleren Hallen! Ferner ist wohl auch ein neuer Plattendeal an Land gezogen worden, so dass wohl in Krze auch wieder neues Futter fr die Ohren unterwegs ist. Mir gefllt es, denn DOG EAT DOG sind immer noch ein Garant fr verdammt gute Live Unterhaltung!

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