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18. Dezember 2018 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing NAPALM DEATH, MORBITORY
Ort Hamburg, Knust
Datum 03.04.2018
Autor Marc Schallmaier
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Lange hat es gedauert, aber heute habe ich es endlich geschafft. Bisher war es mir durch irgendwelche Umstnde nie mglich gewesen, die britische Grindcore Legende NAPALM DEATH live in meiner Stadt Hamburg zu sehen. Entweder war ich zeitlich verhindert oder genau an diesem Tag auswrts unterwegs. Und selbst auf den vielen Festivals auf denen ich war, hatte es einfach nicht sollen sein. Nun aber sollte dem Vergngen nichts mehr im Wege stehen.

Den Anheizer fr die Briten machen das Hamburger Quartett MORBITORY. Die Jungs haben vor zwei Jahren eine EP verffentlicht, die berdurchschnittlich gut in der Szene angenommen wurde. So besteht der Set der Band natrlich aus eben diesen Stcken und der angenehme Death Metal (Bauart: Alte Schule) kann das Publikum durchaus begeistern. Der Groove und die Riffs sitzen, Snger Angelgrinder klingt wie ein sterbender Elch und die Mnner an Bass und Gitarre schtteln ordentlich ihre Mhnen. Zwar verluft der Auftritt in gewisser Weise recht unspektakulr, und auch die Kommunikation mit dem Publikum halte ich fr verbesserungswrdig, nichtsdestotrotz knnen MORBITORY fr erste Bewegungsschbe im gefllten Knust sorgen. Das Publikum zeigt sich dankbar fr den Death Metal, in dem gerne mal das Tempo variiert wird und somit mehrere Einflsse dieses Genres vereinbart. Nach etwas mehr als dreiig Minuten ist der Auftritt vorbei und die Band hinterlsst ein sehr zufriedenes Publikum.

Dass bei NAPALM DEATH immer noch lieb gewonnene Traditionen bis heute Bestand haben merkt man daran, dass der Soundcheck von den Bandmitgliedern hchstpersnlich vorgenommen wird. Die gewisse Punk Attitde, die NAPALM DEATH immer wieder propagieren, wird auch in solch kleinen Details immer wieder deutlich. Dazu gehrt auch, dass der T-Shirt Preis mit EUR 15,- schon fast unverschmt gnstig ist. Davon knnen sich ganz andere Kapellen, die auch gerne mal etwas von "Do It Yourself" und so erzhlen, eine gehrige Portion abschneiden. Die Umbaupause und der eben erwhnte Soundcheck gehen sehr zgig ber die Bhne und so starten NAPALM DEATH dann auch pnktlich. Der Einstieg mit "Multinational Corporations" und "Instict Of Survival" ist schon groartig und macht Lust auf mehr. Insgesamt werden 23 Songs am heutigen Abend gespielt, und diese Stcke kommen von 10 verschiedenen Alben. Dass Publikum geht ebenfalls gleich richtig steil und die ersten Moshpits starten und es dauert nicht lange bis die ersten Stagediver sich von der Bhne werfen. Snger Barney Greenway hpft wie ein Flummi ber die Bhne und muss das ein oder andere Mal aufpassen, seine Mitmusikern nicht ber den Haufen zu rennen. Es ist schon erstaunlich welch eine Energie der Knabe in sich trgt. Und der Mann ist ein hervorragender Entertainer. Auf nahezu jeden Zwischenruf reagiert er und die Antworten von ihm sorgen nicht selten fr zahlreiche Lacher im Knust. Als Beispiel: Nach den beiden Sekunden Hits "You Suffer" und "Dead" fordert er das Publikum auf den Unterschied zwischen beiden Songs herauszufinden. Manche verteufeln gerade ihn und die Band im Allgemeinen auf Grund ihrer politischen Haltung, die immer wieder offen gezeigt oder auch angesprochen gut. Aber mir gefllt das sehr gut, und auch heute zeigt Frontmann Barney Flagge in dem er ein Antifa T-Shirt aus Finnland trgt und es sich nicht nehmen lsst, eine paar klare Worte gegen Faschismus und Rassismus zu finden. Applaus fr diese Einstellung, Mister Greenway. NAPALM DEATH zerlegen das Knust weiterhin in seine Einzelteile und die Band sprht nur so vor Spielfreude und guter Laune. Die Meute vor der Bhne lsst sich davon anstecken und so mancher im Publikum brauch die nchsten Tage nicht ins Fitness Studio zu gehen. "Smash A Single Digit", "Scum", "Suffer The Children" oder auch "Self Betrayal", es folgt Hit auf Hit. Dazwischen gibt es mit dem "Victims Of A Bomb Raid" ein Cover der Band ANTI CIMEX, und wo wir gerade schon beim Thema sind, natrlich darf zum Ende hin das obligatorische "Nazi Punks Fuck Off" der DEAD KENNEDYS nicht fehlen. Nach etwas mehr als einer Stunde ist der Orkan dann auch vorbei und es ist fr alle Beteiligte ein gelungener Abend.

NAPALM DEATH knnen es immer noch und man kann nur hoffen dass die Band noch eine Zeitlang weiter machen wird. In dieser Verfassung ist die Truppe definitiv sein Eintrittsgeld wert.

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