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13. Dezember 2018 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing EKTOMORF, DEAD HORSE TRAUMA, THE LEGION:GHOST, CHAKORA, DESDEMONIA
Ort Hamburg, Marx
Datum 03.03.2018
Autor Marc Schallmaier
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Angekndigt waren vier Bands, von denen tatschlich an diesem Abend aber nur zwei spielten. Oder drei? Es tut mir leid, ich habe es vergessen. Schlussendlich waren nun fnf Kapellen in dem kleinen Nebenraum in der Markthalle, dem Marx, angekommen um zum Tanz aufzuspielen. Das bedeutete ein sehr frher Beginn und nur wenig Spielzeit fr jede Truppe.

Demzufolge war somit der Besucherandrang zu Beginn des Abend auch mehr schlecht als recht. Als die Luxemburger Band DESDEMONIA die Bhne betrat, waren nicht wirklich viele Leute anwesend. Und die meisten verzogen sich auch relativ schnell wieder, denn die Mischung aus Death und Thrash Metal war sehr altbacken und nicht originell. Ich sage sowas wirklich ungern aber ich frage mich ernsthaft wie die Band es geschafft hat mehrere Platten in ihrer gut zwanzig Jahre andauernden Karriere rauszubringen. Sorry, aber das war gar nix.

Weitaus besser gefielen mir im Anschluss CHAKORA aus Mannheim. Die noch recht junge Truppe konnte mit ihrem sehr groovigen Metal viele Interessierte vor die Bhne locken. Da wippten die Fe mit und so einige Kpfe bewegten sich begeistert im Takt der Musik. Die Jungs haben im August des letzten Jahres eine selbstbetitelte Scheibe verffentlicht und es sollte mich doch schwer wundern, wenn es nicht bald schon neues Futter kommen sollte. CHAKORA waren eine sehr positive berraschung an dem heutigen Abend!

Auch die nchste Band, THE LEGION: GHOST, existiert noch nicht allzu lang. Seit dem Jahr 2015 macht das Quintett aus dem rheinischen Bermuda Dreieck Kln/Aachen/Dren mit ihrem Modern Metal die Gegenden unsicher. Zwei Alben hat die Truppe auch schon verffentlicht, und man konnte eine gewisse Routine am heutigen Abend im Marx in Hamburg beobachten. Die Truppe nutze den sehr schmalen Raum auf der Bhne, da wurde an bestimmten Stellen synchron die Kpfe geschttelt und auch mal die Pltze getauscht. Mit ihrer Mucke, die Band bezeichnet ihren Sound als Modern Metal, konnte sie auch einen guten Teil der Besucher begeistern. Eine gute Mischung aus Melodien, Hrte und Groove prasselte da von Bhne. Das machte Lust auf mehr und THE LEGION: GHOST sollte man sich merken. Eine sehr gute Live Band.

Durch die hohe Anzahl der Bands war wirklich nicht viel Spielzeit fr jede einzelne Truppe brig. Und auch die nchste Band musste zusehen, ihre Songs in Eile an den geneigten Besucher zu bringen. Aber wer spielte denn da als nchstes berhaupt? Eine Kapelle mit dem Namen DEAD HORSE TRAUMA. Ich hatte diesen Namen noch nie vorher gehrt, war damit aber anscheinend in der Minderheit, denn als der fnfkpfige Trupp auf der Bhne erschien und loslegt gab es nicht wenige Menschen im Publikum, die komplett steil gingen. Die Band trat mit schwarz-roter Gesichtsbemalung auf und war ansonsten auch sehr in schwarz gekleidet. Irgendwas muss an diesem Stdtchen Des Moines in Iowa sein, dass die Leute die von da kommen sich immer anmalen oder verkleiden mssen. Diese andere recht unbekannte Band namens SLIPKNOT kommt ja auch da her. Egal, DEAD HORSE TRAUMA machten einen wilden Mix aus verschiedenen Genres irgendwo in der Schnittmenge zwischen eben SLIPKNOT, EKTOMORF oder auch LIMP BIZKIT, der ordentlich in die Beine ging und das Publikum zum Bewegen animierte. Wirklich originell war das nicht und ich bin mir auch sehr sicher dass diese Musik live wesentlich besser funktioniert als auf CD, aber alle Anwesenden hatten Spa, auch die Band, so dass man von einem gelungenen Auftritt von DEAD HORSE TRAUMA sprechen kann.

Mit ihrem letzten Album "Fury" hatten EKTOMORF sehr gemischte Kritiken eingefahren. Einige sprachen von einer schlechten Eigenkopie, andere wiederum lobten den Stil der Band aus Ungarn, die unbeirrt ihren Weg gehen. Dass die Truppe live schon immer sehr berzeugend war, hatte ich bereits das ein oder andere Mal privat erleben drfen. Am heutigen Abend bestand die schwere Aufgabe aber darin, ein bereits sehr aufgewhltes Publikum noch einmal aus der Reserve zu holen und ein echtes Feuerwerk abzubrennen. Die Voraussetzungen hierfr waren aber nicht wirklich gegeben: die Setlist bestand zu 50 Prozent aus Songs vom letzten Album, das Publikum hatte sich schon ordentlich verausgabt und Bandleader Zoltan "Zoli" Farkas hatte zum Ende von 2017 mal eben seine komplette Band ausgetauscht und stand nun mit seinen drei Mitmusikanten auf der Bhne, von denen man einfach nicht behaupten knne, dass es sich um eine eingespielte Einheit handelt. Mit "The Prophet Of Doom", "AK 47" und "Bullet In Your Head" ging der Abend dann auch los. Das Publikum rastete noch einmal komplett aus und feierte den Groove Metal von EKTOMORF gnadenlos ab. Wer an diesem Abend im Marx in Hamburg war, der wusste warum und hatte Bock die Sau raus zulassen. Es folgten weitere Songs von "Fury", und tatschlich wurden bis auf das Titelstck alle Nummern vom letzten Album dargeboten. Im weiteren Verlauf gab es aber auch Klassiker wie "Holocaust", "I Know Them" oder auch "Black Flag", bevor man von der Bhne ging um dann noch einmal fr die beiden Zugaben "Gypsy" und "Show Your Fist" letztmalig zurckkam. So schwungvoll das Publikum am Anfang mitging, umso schneller gab es dann aber auch schon Ermdungserscheinungen und der grte Teil genoss dann den Rest des Konzerts anstatt sich bis auf den letzten Schweitropfen zu verausgaben. Auch EKTOMORF konnten sich dank der kleine nBhne nicht so bewegen wie sie es wollten, aber dies war nun mal fr alle Bands so. Zoli Farkas und seine Mannen lieferten einen ordentlichen Set ab und feuerten das Publikum immer mal wieder an. Aber schon vor den Zugaben war es absehbar, dass irgendwann die Luft raus war, und die Musiker zockten ihren Set routinierten zu Ende.

Als Fazit bleibt zu sagen dass es ein guter Konzert Abend war, der so manche Band berraschung im Programm hatte, ansonsten aber mit jeder Menge Gegenwert fr das Eintrittsgeld punkten konnte. Die Merchandise Preise von EKTOMORF waren dagegen eine ziemliche Frechheit, denn 25 Schleifen und mehr fr ein einfaches T-Shirt zu verlangen finde ich schon ein wenig dreist. Sound und Licht waren sehr gut und die Bude war gut gefllt, so dass eigentlich alle Beteiligten zufrieden nach Hause gehen konnten.

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