Navigation
                
13. Dezember 2018 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing OBITUARY, EXMORTUS, TASTE OF GREED
Ort Hamburg, Logo
Datum 25.03.2018
Autor Marc Schallmaier
>> Als E-Mail versenden
p>Es ist doch einfach schn wenn eine der Lieblingsbands endlich mal wieder in der wunderschnen Stadt Hamburg spielt. Auf der letzten Tour spielte der Fnfer nur in Bremen, was zwar nicht direkt vor der Haustr liegt, aber auch keine Weltreise ist. So musste ich erste einmal 90 Minuten durch die norddeutsche Tiefebene dsen, bevor ich mir eine amtliche Ladung Death Metal abholen durfte. Wie gesagt, heute war es eine kurze U-Bahn Fahrt zum Logo im Grindelviertel. Aber wer zum Henker hat diese Band in diese Location gebucht? Und wer zum Teufel hat das nicht in eine grere Halle verlegt, als die 400 Tickets nach ein paar Wochen bereits vergriffen waren? Ich will mich nicht zu sehr aus dem Fenster lehnen, aber OBITUARY htten locker auch 600 Karten oder mehr verkauft.

All das Jammern half ja nicht, so dass die Lokalmatadore von TASTE OF GREED aus Hamburg den heutigen Sauna Abend erffnen sollten. Das Quintett legte pnktlich los und spielte eine ansprechende Mischung aus Thrash- und Death Metal, in dem die Melodien eine gewichtige Rolle spielen. Es war zwar auch am Beginn noch ein wenig Nervositt zu spren, nach dem zweiten Song hatte sich das aber erledigt. Das Set bestand aus den Stcken vom Debut Album "Irreversible", dass ein paar Tage spter offiziell verffentlicht wurde. So durften alle schon mal ein wenig Probehren und fr die Band war es prima Feuertaufe. Die Band spielte ihre Songs recht tight durch und die einzelnen Stcke konnten mit ihrer Abwechslung punkten. Ein echte Empfehlung fr alle Thrash/Death Metal Interessierte! Nach einer guten halben Stunde war dann Feierabend und den Applaus hatten sich TASTE OF GREED mehr als verdient.

Im Anschluss wurde es dann etwas frickeliger. Die Kalifornier von EXMORTUS betraten die Bhne und boten ihre Version der Mischung Thrash/Death Metal. Dieser ist technisch weit versierter und ergiet sich nicht selten in minutenlangen instrumentalen Passagen. Okay, dass kann man ja machen, aber warum stand die Band nach dreiig Minuten immer noch auf der Bhne? Dass die vier Amerikaner ihre Instrumente sehr gut beherrschen war allen Anwesenden zgig klar. Aber der Auftritt wollte einfach nicht enden, nach einer dreiviertel Stunde schaute ich erneut unglubig zur Uhr nur um mich zu vergewissern, dass da alles mit rechten Dingen zu geht. Mittlerweile hatte sich ein guter Teil des Publikums vor die Tr verzogen, da die Temperaturen in der lautesten Sauna Hamburgs bereits bedrohlich nach oben gingen und sich so ziemlich alle Leute klar darber waren, dass bei dem folgenden Headliner die Htte hier komplett abgerissen werden wrde. Nach einer geschlagenen Stunde rumten dann EXMORTUS dann endlich das Feld. Bei allem Respekt der Band und ihren musikalischen Fertigkeiten gegenber konnte ich diese lange Spielzeit in keiner Weise nachvollziehen. Denn auch fr die Band kann es doch nicht toll aussehen, wenn man von der Bhne beobachtet wie sich immer mehr Menschen aus dem direkten Wirkungskreis zurckziehen. Naja, unter anderen Umstnden kann ich mich fr EXMORTUS sicherlich mehr begeistern, und obwohl die Kapelle keinen wirklichen Unfug gemacht hat bleib ein negatives Meinungsbild von dem Auftritt an diesem Abend.

Schon zum Ende der Umbaupause lag etwas in der Luft. Vlker, hrt die Signale, auf zum letzten Gefecht! Wohl die Allerwenigsten htten diese fulminante Rckkehr des Death Metal Urgestein im Jahre 2014 fr mglich gehalten. Mit einer Crowdfunding Kampagne wurde "Inked In Blood" auf die Menschheit losgelassen und die Scheibe schlug ein wie eine Bombe. 2017 wurde dann der nchste Hammer hinter her geschoben, der den schlichten Titel "Obituary" bekam. Auch hier konnten die fnf Herren aus Tampa, Florida den Qualittslevel locker halten. Zwischenzeit wurde viel getourt und so manches Festival bespielt. Heute stand man aber im vllig ausverkauften Logo in Hamburg auf der Bhne. Eigentlich mag ich den Laden ja, allerdings nicht wenn er bis unter das Dach gefllt ist, denn dann kann dieser Kult Ort auch sehr unangenehm werden. Fotograben? Vergiss es! Funktionierende Lftung? Purer Luxus! 10 Minuten fr den Gang zur Toilette/Tresen/Merchandise Stand mssen eingeplant werden, auch wenn die Strecke eigentlich nur wenige Meter betrgt. Egal, da mussten wir jetzt alle irgendwie durch. Der "Redneck Stomp" wurde angespielt und schon war vor der Bhne die Hlle los. Da wurden die Kpfe geschttelt und auch schon die ersten Moshpits gestartet. John Tardy, der bei dem Instrumental Stck ja noch nicht gebraucht wurde, stand derweilen an der Seite und konnte sich ein Lcheln nicht verkneifen. Und tatschlich sollte er an diesem Abend nicht der Einzige bleiben, dem ein Lcheln durchs Gesicht huschte. Kaum verebbte der Opener gab es mit "Sentence Day" und "Visions In My Head" schon gleich die nchste Vollbedienung. Gitarrist Trevor Peres, der eigentlich auch eher immer mit versteinerter Miene sein Riffs ins Publikum ballert, schaute immer wieder faszinierend vor die gut 200 Leute circa zwei Meter vor ihm, die komplett eskalierten, und auch er konnte sich das Lachen nicht verkneifen. Mit dem Doppelknppel "Chopped In Half/Turned Inside Out" sowie "Find The Arise" und "A Lesson In Vengeance" ging es weiter im Programm. Der Sound war hervorragend und die Band strahle eine unfassbare Spielfreude aus. Die gute Laune war auch im Publikum vorhanden, ergaben sich doch immer kleine Wortgefechte zwischen Band und Zuschauern, die schlussendlich immer mit einem Lachen von allen Beteiligten beendet wurden. Eine groartige Stimmung, Mit "Brave", "Dying", "No" und 'Til Death" ging die wilde Fahrt weiter, bevor mit "Don't Care" schon das offizielle Ende eingelutet wurde. Was? Das soll es schon gewesen sein? Nein, natrlich nicht. Ein kurzes Atemholen fr Band und Publikum fand statt, bevor die drei Zugaben "Turned To Stone", "Straight To Hell" und natrlich ""Slowly We Rot" erklangen. Die Band machte eigentlich noch einen fitten Eindruck, whrend das Publikum schon auf dem Zahnfleisch ging und (Schwitz) Wasser von der niedrigen Decke im Logo tropfte. Da war sie wieder, Hamburgs lauteste Sauna. OBITUARY gingen von der Bhne und kamen leider nicht wieder, da nutze all das Gebrll und die "We Want More!" Rufe nix.

Das war wirklich auch der einzige negative Punkt an diesem Abend. Da dudelt die Vorband eine Stunde auf der Bhne rum, und der Headliner spielt nur zehn bis fnfzehn Minuten lnger. Das war wirklich schade, gerne htte ich (und wahrscheinlich nicht nur ich!) noch ein paar mehr Songs gehrt, gerade vom "Inked In Blood" Album. Aber nun ja, man kann nicht alles haben und drauen war es angenehm frisch. OBITUARY haben unter Beweis gestellt, dass sie immer noch ganz vorne im Death Metal zu finden sind.

<< vorheriges Review
HARDCORE SRINGBREAK 2018 - Kruft, Vulkanhalle
nchstes Review >>
EKTOMORF, DEAD HORSE TRAUMA, THE LEGION:GHOST, CHAKORA, DESDEMONIA - Hamburg, Marx


Zufällige Reviews