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26. Mai 2018 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing DARK TRANQULLITY, EQUILIBIRUM, MIRACLE FLAIR
Ort Andernach,JUZ-Live Club
Datum 24.03.2018
Autor Mario Loeb, Bilder: Jrgen Simon
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Wenn Dark Tranquillity im heimischen Wohnzimmer spielen (Juz Live-Club Andernach), dann ist es quasi eine Pflichtveranstaltung, vor allem, wenn als Support noch eine amtliche Band wie Equilibrium dabei ist. So war es auch kein Wunder das die kleine Halle in Andernach sehr gut besucht war. Etwas mehr berrascht war ich, wie viele bekannte Gesichter ich entdeckte, die ich schon lngere Zeit nicht mehr in der Location sah. Auch wenn ich gestehen muss, dass ich wegen Zeitmangels und des eigenen persnlichen Geschmacks selbst etwas lnger nicht mehr in den heiligen Hallen in Andernach war. Die Veranstalter bewiesen ein gutes Hndchen bei dem Paket, dass sie am 24. Mrz in Andernach auf die Bhne brachten.

Dass der Abend mit einer brillanten Stimmung bei DT enden sollte, lag leider nicht an der Band Miracle Flair aus der Schweiz. Wenn ich ehrlich bin, habe ich noch keinen Opener in Andernach erlebt, der sich so schwergetan hat. Nicht dass die Truppe um Sngerin Nicole Hartmann es nicht probiert htte, aber fr ein gutes Zeugnis an diesem Abend reicht das leider nicht. Die Mischung aus Melodic Metal und Epic Metal wollte gar nicht funktionieren und selbst eingefleischte Fans von Female Voice Bands, zuckten nur gelangweilt mit den Schultern, um sich dann wieder schnell ihrem Bier zu widmen. 08/15 beschreibt den Auftritt am besten, der am Anfang durch schwere Rckkopplungen gezeichnet war, was die Band zustzlich zu verunsichern schien. Fr die technischen Probleme knnen die Schweizer selbstverstndlich nichts, aber fiel auf, dass die Fronterin mehr als einmal nach ihrer Stimmlage suchte, die einfach manchmal nicht zum Instrumentalen passen wollte. Schnell abhaken ist da wohl der beste Rat, als Band und als Zuschauer.

Dass Equilibrium in der Vergangenheit immer wieder als Spatruppe bezeichnet und ihnen oft der Ernst ihrer Musik aberkannt wurde, hat die Band wohl am meisten selbst gestrt. So setzten sie 2016 mit dem Album Armageddon ein Zeichen, das es in sich hatte. Es war wie eine Wiederauferstehung: weg von lustigen Saufliedern und der Massenbelustigung, wo es mehr darum ging ein Horn in die Luft zu halten, als um den musikalischen Mehrwert. Was soll ich sagen, auch live steht ihnen das richtig gut und vor allem die Old-School-Anhnger kamen auf ihre Kosten. Pagan gewrzt mit Melodic-Death-Elementen erschtterten die Halle unter dem brassenden Doppel- Base- Feuer von Tuval "Hati" Refaeli. Was der Stimmung keinen Abbruch tat, und das ganz ohne "Wirtshaus Gaudi", weder im Publikum noch als Song. Dafr aber mit "die Prophezeiung" kurz vor Schluss, ein Song, den bereits das Demo der Band 2003 beinhaltete. Mit dem Stck "Apokalypse" gelangten sie zum Ende. Equilibrium lieferten einen sehr starken Auftritt ab, bei dem das Publikum dann auch in Wallung geriet und richtig gut drauf war.

Ich fragte mich schon am Anfang des Abends, ob mehr Anhnger von Dark Tranquillity oder Equilibrium in die Bckerstadt Andernach reisten. Ganz schlssig bin ich mir auch jetzt nicht. Als DT die Bhne betraten, hatte ich den Eindruck, dass vor der Bhne etwas mehr Luft war, wie noch zuvor, aber das kann auch tuschen. Gut aufgelegt war der Headliner des Abends aber allemal. Egal, ob da jetzt 10 oder 15 Mann weniger vor der Bhne standen. Mikael Stanne gehrt wohl mit zu den charismatischsten Sngern, die in der Szene des Melodic Deathmetal zu finden sind. Man glaubt es eigentlich gar nicht, dass in der Metal-Steinzeit tatschlich Anders Fridn (In Flames) der Fronter der Gteborger Band war. Er gehrte zu den Grndungsmitgliedern, verlie die Band aber nach den Aufnahmen zum ersten Album "Skydancer". Ob man es als Glck bezeichnet (Anm. des Lektorats: Aber Hallo!) oder nicht, dass mit Mikael ein Snger (ursprnglich Gitarre) in den eigenen Reihen war, der Anders sofort ersetzen konnte, wei ich nicht. Geschadet hat es den Schweden auf keinen Fall. Die Set-Liste, die die Mannen aus Skandinavien mitbrachten, bestand hauptschlich aus Stcken der neuen Platte "Atoma" und der 2007 entstandenen Platte "Fiction" und selbstverstndlich den Gassenhauern ihrer Schaffenszeit. Sehr berrascht war ich, dass kein einziger Song aus der 2009 stammenden LP "We are the Void" es in das Programm an diesem Abend schaffte. Ein Fehler war es das aber nicht und fehlte in der Gesamtbetrachtung auch nicht. Gewohnt souvern gestaltete Stanne das Programm als Anheizer und musikalischer Leiter, dem das Publikum jederzeit aus der berhmten Hand fra. DT lieen nichts anbrennen und vor allem "Neu"-Basser, Anders Iwers (Ex-Tiamat) sorgte durch seine Akzente und seinen Groove fr kreisende Mhnen und Nackenschmerzen am nchsten Tag. Ich ziehe meinen Hut vor den Gteborgern und kann nur sagen, es war ein Mega-Konzert.


Fazit: Ein Tag zum Vergessen fr Miracle Flair und ein unvergesslicher fr Fans von Equilibrium und Dark Tranquillity.















Setlist: Dark Tranquillity

  • Encircled
  • Monochromatic Stains
  • Clearing Skies
  • The Treason Wall
  • The Science of Noise
  • Forward Momentum
  • Final Resistance
  • Atoma
  • Force of Hand
  • The Lesser Faith
  • Terminus (Where Death Is Most Alive)
  • Inside the Particle Storm
  • The Wonders at Your Feet
  • ThereIn
  • Icipher
  • Misery's Crown

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