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24. September 2018 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing CALLEJON, ANNISOKAY, IMPROVEMENT
Ort Hamburg, Knust
Datum 28.02.2018
Autor Marc Schallmaier
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Auch das letzte Album von den Dsseldorfern CALLEJON war in den Top Ten der Albumcharts in Deutschland zu finden. Bis Platz 9 ging es damals fr "Fandigo" hoch, auf eine Tour im darauf folgenden Herbst 2017 wartete man als geneigter Fan aber vergeblich. Nun aber endlich war es soweit und im Gepck hatte man wahrlich keine Laufkundschaft dabei. Die Schweizer Newcomer IMPROVEMNET sowie die immer mehr durchstartenden ANNISOKAY sollten die Halle und die Leute schon einmal auf Betriebstemperatur bringen.

Warum kommt es eigentlich immer noch vor, dass Bands frher anfangen mssen? So geschehen bei IMPROVEMENT. Als ich pnktlich beim Knust in Hamburg eintraf vernehme ich bereits von drauen musikalisch Klnge. Na super, das ging ja gut los. Warum sowas in unser doch sonst so durchgetakteten Gesellschaft immer noch vorkommt kann ich nicht verstehen. Egal, rein in die Halle und ab in den Fotograben um noch ein paar vernnftige Fotos zu knipsen. Und anscheinend war ich auch nicht der einzige der ber den frhen Start von IMPROVEMENT berrascht wurde. Das Knust war mal gerade so halb gefllt, und die wenigsten waren mit der Musik der Eidgenossen vertraut. So ging es mir auch, auer dass die Band sich dem Metalcore gewidmet hat war mir nichts weiter bekannt. Leider musste ich bereits nach drei Songs feststellen dass IMPROVEMENT dann doch etwas limitiert sind und mein Interesse stark abebbte. So fulminant wie die Erscheinung und das Organ von Frontmann Sebastian Sonntag auch ist, so durchschnittlich waren die Songs die die Band zum Besten gab. Da es IMPROVEMENT aber auch erst seit zwei Jahren gibt, und musikalisches Talent vorliegt, kann da ja noch was draus werden.

Ein ganz anderes Bild entstand im Anschluss bei ANNISOKAY. Okay, die Band gibt es schon seit ber zehn Jahren und hat auf diversen Tourneen und Konzerten ihre Erfahrungen bereits sammeln knnen. So ging es gleich mit den ersten Takten richtig ab. Das Publikum war nicht nur zahlenmig nun voll am Start sondern erfreute sich am massiven Bewegungsdrang. Leider habe ich keine Informationen ber die Setlist bekommen knnen, und wirklich vertraut mit dem Material der Truppe bin ich nicht. Bleibt mir nur zu sagen dass die gespielten Tracks abgefeiert wurden, die Kommunikation zwischen Band und Publikum stimmte und ANNISOKAY mehr als ordentlich ablieferten. Gerade der abwechselnde zwischen Gebrll (Frontmann Dave Grunewald) und dem klaren Gesang von Gitarrist Christoph Wieczorek hat mir sehr gut gefallen. Als Zugabe nahm Snger Dave am Ende des Sets noch ein Bad in der Menge und sang den letzten Song auf den Hnden seiner Fans. Schner Abschluss eines starken Auftritts. Auch wenn die musikalische Mischung mich nicht immer voll berzeugt hatte so muss ich sagen dass ANNISOKAY eine starke Liveband sind die auch genrefremde Leute berzeugen knnen.

Vor drei Jahren waren ANNISOKAY schon einmal mit CALLEJON auf Tour, und auch dieses Mal war das Publikum ordentlich aufgeheizt, als der Headliner auf die Bhne kam. Mit "Fandigo Umami" gab es zum Einstieg einen Song vom aktuellen Album, der mit groer Begeisterung vom Publikum aufgenommen wurde. Im Anschluss war dann komplette Eskalation angesagt, denn mit der Cover Version "Schwule Mdchen" der Hamburger HipHop Band FETTES BROT rannte man hier offene Tren ein. Alle sangen mit, es wurde gesprungen und smtliche Krperteile durch die Luft geschwungen. Danach wurde mit "Utopia" ein wenig Dampf vom Kessel genommen und man kann darber streiten, ob dies ein kluger Schachzug war. Es folgte dann ein bunter Reigen an Songs von nahezu allen Alben, bis das vorlufige Ende mit "Snake Mountain", "Sommer Liebe, Kokain" und einer weiteren Cover Version eingelutet. Natrlich war es "Schrei Nach Liebe" von DIE RZTE. Dazwischen kehrte ein wenig Ruhe ein und CALLEJON spulten ihren Set ein klitzekleines wenig zu routiniert runter. Dem anwesenden Publikum war das relativ egal, ein groer Teil der Songs wurde abgefeiert und mitgesungen. Auch wenn der Metalcore der Band in den letzten Jahren etwas handzahmer geworden ist, auf der Bhne gibt man Gas. Als Zugabe spielte man dann "Videodrome", "Kind Im Nebel" sowie "Porn From Spain 2". Danach war dann Feierband fr Band und Publikum angesagt.

Als Fazit bleibt zu sagen, dass es ein starkes Konzert von allen Beteiligten war, auch wenn es auf den ersten Blick keine nennenswerten Hhepunkte gab. Eine sehr gute Hauptband, ein hervorragender Anheizer und ein talentierter Newcomer gab es fr das heutige Geld zu sehen. Das Knust war nahezu ausverkauft, ich schtze das zwischen 400 und 450 zahlende Zuschauer vor Ort waren. Weiterhin positiv anmerken mchte ich noch die Tatsache, dass am heutigen Abend das Publikum sehr gemischt war, sowohl was das Alter der Zuschauer anging wie auch den jeweiligen Musikgeschmack, wenn man denn die getragenen Shirts der Besucher dazu bewerten kann. Kommt auch nicht immer vor.

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