Navigation
                
13. Dezember 2018 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing CANNIBAL CORPSE, THE BLACK DAHLIA MURDER, NO RETURN
Ort Hamburg, Grnspan
Datum 16.02.2018
Autor Marc Schallmaier
>> Als E-Mail versenden

Eigentlich waren mir dir Kannibalen Leichen etwas ber, so dass ich ursprnglich auf dieses Konzert verzichten wollte. Doch nach dem starken letzten Album "Red Before Black" war ich dann doch wieder neugierig, wie das neue Material live rberkommt. Zumal das Vorprogramm mit THE BLACK DAHLIA MURDER und NO RETURN auch sehr prominent besetzt war. Das Grnspan platzte aus allen Nhten und die Meute war voller Vorfreude.

Seit knapp 30 Jahren knppeln sich die Franzosen mit Death/Thrash Metal schon durch die Szene. Die Scheiben erhielten grtenteils positive Kritiken und auch auf den Bhnen dieser Welt waren NO RETURN recht regelmig auf. Warum hat es nie zum groen Wurf gereicht? Nun, vielleicht liegt es an der Fluktuation an der Mikroposition, die schon oft neu besetzt wurde. Vielleicht liegt es aber auch an der etwas biederen Live-Performance der Band. Die war zumindest an diesem Abend in Hamburg doch sehr reserviert. Eine kurze Begrung, eine kurze Ansprache, am Ende dann das obligatorische Danke schn. Das war es dann auch schon mit der Kommunikation. Positiv rausnehmen mchte ich Snger Mick, der mit Eifer bei der Sache war und die Blicke auf sich zog. Musikalisch war das alles Top, und auch der Sound war famos. Die Setlist bestand aus sechs Liedern plus ein Intro, so dass der unspektakulre Auftritt nach einer halben Stunde vorbei war.

Deutlich unterhaltsamer wurde es dann bei THE BLACK DAHLIA MURDER. Snger David Strnad allein ist ja schon fast sein Eintrittsgeld wert. Wenn dieser Koloss von einem Kerl mit seinen unkonventionellen Verrenkungen und Krper-Klaus-Attacken ber die Bhne stampft ist das faszinierend und verstrend zugleich. Aber auch musikalisch trumpfte die Band aus Detroit richtig auf. Mit "Widowmaker" und "Contagion" gab es gleich zwei Dampfhammer zum warm werden und das Publikum reagierte enthusiastisch. Im Gegensatz zu ihren Vorgngern versuchten sich THE BLACK DAHLIA MURDER in Kommunikation mit dem Publikum. Man fragte, ob denn alles okay ist, ob man mit der ersten Band zufrieden war, und ob man denn auch Bock auf CANNIBAL CORPSE htte. Alle Fans der Band stimmten dem sehr wohlwollend zu, und auch als nicht Die Hard Fan kam man nicht drum herum das Konzert als "unterhaltsam" zu bewerten. Gut eine dreiviertel Stunde prgelte sich die Band durch ihren Set. Der Sound war gut und THE BLACK DAHLIA MURDER hatten Bock. Eine gute Kombination, die vom Publikum entsprechend gewrdigt wurde.

Seit geraumer Zeit scheint es in Mode gekommen zu sein, dass jede Band ihr eigenes Equipment auf der Bhne parken muss. So war es auch an diesem Abend, was bedeutet, dass drei komplette Schlagzeug Sets auf der Bhne standen. Am meisten leiden natrlich die Vorbands darunter, da diese mit sehr wenig Platz auf der Bhne zurechtkommen mssen. Was ich aber dann nicht verstehe ist die Tatsache, dass die "Umbaupausen" zwischen den Bands genauso lange dauern als wenn man smtliches Gerdel erst abbauen und dann das neue Equipment wieder aufbauen muss. So auch an diesem Abend. Das Schlagzeug und alles weitere von THE BLACK DAHLIA MURDER war innerhalb von zehn Minuten verschwunden. Das Drumkit von CANNIBAL CORPSE stand fertig bereit unter einer Stoff Plane. Okay, hier noch kurz die Instrumente nachstimmen, die Mikrofone prfen, fertig ist das Ganze. Trotzdem vergehen weitere zwanzig Minuten, bis sich das Death Metal Urgestein aus den USA bequemte und auf die Bhne kam. Mit "Code Of The Slashers", "Only One Will Die" und "Red Before Black" gab es gleich zu Beginn die volle Breitseite mit drei Songs vom neuen Album. Danach folgte eine bunte Mischung aus smtlichen Verffentlichungen von CANNIBAL CORPSE. "A Skull Full Of Maggots", "I Cum Blood", "Pounded Into Dust" oder auch "Scrouge Of Iron". Da war fr jeden was dabei. Zum Ende hin gab es dann "Stripped, Raped and Strangled", zu dem Trevor Strnad mitgrunzte. Zum Feierabend dann natrlich der Klassiker "Hammer Smashed Face". Die Band ging von der Bhne, das Licht ging an und die Menschen begaben sich ins Freie. Das war es? Ja, das war es. Frontmann "Corpsegrinder" hat noch eh nie viel mit dem Publikum geredet, das tat er an diesem Abend auch nicht. Die Band spielt wie eine gut gelte Maschine ihre Songs, auf technisch sehr hohem Niveau und mit einem satten Sound ausgestattet. Dazu bangte jeder der Musikanten so gut es eben bei dem Tempo geht. CANNIBAL CORPSE spielten sehr routiniert ihren Stiefel runter. Das wirkte sehr professionell, die Band selbst aber sollte aufpassen, denn man knnte es auch als Lustlosigkeit betrachten. Ich habe die Band definitiv zu oft gesehen in der Vergangenheit, so dass es unweigerlich zu einer Pause zwischen mir und den Kannibalen Leichen kommen wird. Aber vielleicht zieht sich die Kapelle auch selber fr ein Jahr zurck, um ihre Live Prsenz zu berdenken. Natrlich spielt das Quintett keine Party Mucke, aber ein klein wenig mehr Kommunikation oder vielleicht mal eine spontane nderung der Setlist wrde sehr dazu beitragen, das Live Vergngen wieder zu erhhen.

Als Fazit bleibt zu sagen dass es ein sehr routiniertes Konzert von allen Beteiligten war. Alle Bands lieferten ordentlich ab, mal mit etwas mehr, und mal mit etwas weniger Enthusiasmus, und ohne nennenswerte Momente!

<< vorheriges Review
HARDCORE SPRINGBREAK 2017 - Frankensaal Vulkanhalle, Kruft
nchstes Review >>
FEUERENGEL - Docks, Hamburg


Zufällige Reviews