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20. Juni 2018 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing ROTTING CHRIST, CARACH ANGREN, SVART CROWN
Ort Hamburg, Kultur Palast (Bambi Galore)
Datum 28.01.2018
Autor Marc Schallmaier
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Das Bambi Galore was im malerischen Osten von Hamburg liegt, veranstaltet nun auch Konzerte im Kultur Palast. Diese Lokalitt befindet sich im gleichen Gebude wie das Bambi, hat aber ein deutlich hheres Fassungsvermgen. Genau richtig fr eine ordentliche Ladung Black Metal an diesem Tag. Zu Gast war eine bunte Mischung aus europischen Lndern: ROTTING CHRIST aus Griechenland, CARACH ANGREN aus den Niederlanden sowie die Franzosen von SVART CROWN. Die Halle war gut gefllt und ein kleiner Rundgang ber den Parkplatz verriet, dass nicht nur Hamburger heute Abend am Start waren, sondern auch viele Menschen aus dem Umland Bock auf dieses Konzert hatten.

Beginnen durften SVART CROWN, die ihre Mischung aus Black- und Death Metal sehr rudig den Anwesenden um die Ohren knallten. Da gab es so gut wie keine Kommunikation zwischen Band und Publikum, die Bhne war kaum beleuchtet und irgendwie wirkten die Musiker ein klein wenig lustlos. Das Set wurde ziemlich schnell runter geballert, ohne dass gro Stimmung aufkam. Weder vor noch auf der Stage passierte irgendetwas Erwhnenswertes. Uns so vergingen die etwas mehr als 35 Minuten etwas zh. SVART CROWN konnten die wenigen eignen Fans sicherlich begeistern, ich bezweifele aber sehr stark, dass sie irgendwelche neuen Freunde an diesem Abend gewonnen haben.

Deutlich unterhaltsamer wurde es nach der ersten Umbaupause dann mit CARACH ANGREN. Die stark geschminkten Niederlnder nutzen die Bhne nicht nur um ihre Songs zu spielen. Sie bedienten sich auch allerlei optischen Dingen oder auch einem Keyboard, dass mit Hydraulik betrieben wie von Geisterhand die aberwitzigsten Bewegungen machte. Der Entertainment Faktor war ziemlich hoch und es gab auch einige Fans im Publikum die hnlich gestylt wie Frontmann Seregor die Truppe abfeierten. Allein die Musik konnte nicht wirklich berzeugen und so stellte sich nicht nur bei mir nach vier bis fnf Songs das erste "das-hab-ich-doch-gerade-schon-einmal-gehrt-Gefhl" ein. Dieser symphonische Black Metal ist zwar tatschlich mal was anderes als das ICE Gewitter der meisten anderen Bands aus diesem Genre, aber entweder die Band grenzt sich selber zu sehr ein in ihrem Soundgewand, oder der Fokus liegt bei einigen Songs dann doch mehr auf dem optischen Output.

Es war zu spren. Die meisten der Besucher waren hier wegen ROTTING CHRIST. Und die Griechen stiegen gleich einmal fulminant mit "666" und "Kata Ton Demona Eautou" gut ein. Die gut 300 Besucher rasteten gepflegt aus. Der sehr gute Sound und eine stimmige Lichtshow rundeten das sehr gute Gesamtbild ab. Weiter ging es mit "Demone Vrosis" und "Elthe Kyrie". Was ich schon immer an ROTTING CHRIST mochte ist die sehr gut durchdachte Songauswahl fr Konzerte. Ruhigere und schnellere Stcke wechseln sich ab, und auch in den langsamen Momenten schafft es der erfahrene Vierer ohne Steuermann die entsprechen Atmosphre mit zu transportieren. Das Programm ging weiter mit "Apage Satana" und "Devadeam", bevor es pltzlich dunkel wurde. Und nein, das war nicht Teil der Show, wie nach wenigen Sekunden zu spren war. Irgendwer oder Irgendwas hatte den Feueralarm ausgelst, der automatisch dann mal alle Sicherungen gesperrt und geblockt hatte. Die Notbeleuchtung ging an, die Band ging von der Bhne, und der ein oder andere ging sich ein Bier holen. Ein anderer Gast verkrzte sich die Zeit mit Crowdsurfen. Nach ungefhr zehn Minuten war dann alles wieder in Ordnung und Band machte mit ihrer Show weiter. "In Yumen-Xibalba", "The Forest Of N'Gai" und "Grandis Spiritus Diavolos" luteten dann den Endspurt ein. Es folgte noch das THOU ART LORD Cover "Societas Satanas" bevor ROTTING CHRIST dann offiziell von der Bhne stiefelten, bevor sie sich fr die Zugabe "Non Serviam" ein letztes Mal die Instrumente umschnallte. Dann war Feierabend und das zufriedene Publikum machte sich auf den Nachhauseweg.

Ein gutes Konzert in einer tollen Location, die hoffentlich bald noch mehr Gste sieht, denn komplette ausverkauft war es nicht ganz. Nur wre es auch wirklich verschenkt gewesen, htte man dieses Billing in den eigentlichen Club Bambi Galore gepackt. Das Preis-Leistungs-Verhltnis stimmte an diesem Abend in allen Belangen, auch was die Getrnkekurse und das Merchandise angeht. Hier wird noch wirklich der echte Fan bedient und dieser kann, wenn er etwas Glck hat, noch mit einem seiner musikalischen Idole nach dem Gig noch ein Bierchen trinken. Der Snger von CARACH ANGREN war im spteren Verlauf des Abends wie selbstverstndlich am Merch Stand und unterhielt sich prchtig mit den Gsten. Soll sollte es sein!

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