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21. Juni 2018 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing DR. LIVING DEAD!, COMANIAC, REZET
Ort Hamburg, Hafenklang
Datum 26.01.2018
Autor Marc Schallmaier
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Die schwedischen Thrasher von DR. LVING DEAD! hatten sich wieder angekndigt, und dazu noch zwei interessante Vorbands im Gepck. Also war es selbstverstndlich dass ich in das Hafenklang pilgere um das Ganze etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Die letzte Platte der lebenden Toten mit Medizin Studium und Bandanas wurde von mir wohlwollend aufgenommen, ohne dass es eine musikalische Weiterentwicklung gab. Aber manchmal muss es das ja auch gar nicht sein.

Mal wieder machte mir meine regulre Arbeit und der Hamburger Stadtverkehr einen Strich durch die Rechnung und so erreichte ich das Hafenklang als REZET schon auf der Bhne standen und bereits den ersten (oder zwei?) Song gespielt hatten. Die Jungs aus Schleswig - Holstein sind schon irgendwie alte Hasen, ich habe sie nun schon mehrere Male als lokale Anheizer auf verschiedenen Konzerten gesehen. Und immer machten sie ihre Sache gut, so auch an diesem Abend. Eine explosive Mischung aus Thrash und Speed Metal, gute Kommunikation mit dem Publikum und so viel an Bewegung wie es die kleine Bhne eben zulsst. Wenn es einen Song gibt zu dem die Reaktionen quasi berkochten dann ist das wohl "Have Gun, Will Travel". Danach gab es dann noch "Chemical Warfare" von den DEAD KENNEDYS und ein starker Auftritt ging nach dreiig Minuten zu Ende.

Im Gegensatz zu ihren Vorgngern sagte mit die kommende Band COMANIAC fast gar nichts. Lediglich dass mein MyRevelations Kollege Marc Fischer die letzte Platte der Schweizer mit einer 10 bewertet hatte, und dass die Truppe ordentlichen Thrash Metal fabriziert. Am Anfang musste aber nicht nur ich mit der Band warm werden, denn die Publikumsreaktion waren zu Beginn noch sehr verhalten. Erst nach drei Songs brach so richtig das Eis, und die gute Laune war nicht nur den Musikern umgehend anzumerken. Vor der Bhne kam der Mob so langsam in Bewegung, die Spielfreude der Eidgenossen multiplizierte sich umgehend und der Rest des Auftritts war groartig. Die Band spielte ihren Thrash Metal mit vielen Elementen aus der 80er Jahren, und ich bereute es ein wenig nicht mit dem Material von COMANIAC vertraut zu sein. Nach einer Dreiviertelstunde war dann Feierabend und das Quartett aus der Schweiz konnte zufrieden von der Bhne gehen.

Dann war es an der Zeit fr Totenkopf Masken und Bandanas! DR. LIVING DEAD! kamen auf die Bhne und schon brannte es vor der Bhne lichterloh. Die Schweden starteten auch gleich voll durch, "Coffin Crusher", "Can't Kill The Dead" und "Gremlins Night". Das war schon mehr als eine Ansage und ein paar echte Bretter. Frontmann Dr. Mania war stimmlich sehr stabil, da gerade die lteren Songs ja noch von einem anderen Snger eingesungen wurden und teilweise fr ihn doch eine Herausforderung sind. Gitarrist Dr. Toxic und Bassist Dr. Rad tauschten immer mal wieder die Positionen auf der Bhne und feuerten das Publikum an. Ruhender Pol war Schlagzeuger Dr. Slam, der mit stoischer Gelassenheit sein Felle verdrosch und so der Taktgeber fr Pogo, Moshpit und Stagediver war. Das Publikum zog gut mit und es war ordentlich Leben in der Bude. Ab und an berzog Snger Dr. Mania es allerdings mit seinen ironischen Ansagen und die Lacher im Publikum blieben aus. Andererseits waren die Skandinavier so nett gewesen und hatten einen groen Eimer mit gekhlten Bierflaschen auf der Bhne stehen, aus dem sich jeder einmal bedienen konnte. Der Set von DR. LVING DEAD! verflachte zur Mitte etwas, bevor es zum Ende hin mit Hits wie "World War Nine", "UFO Attack" und dem unweigerlichen "Dr. Living Dead" wieder steil nach oben ging. Der Sound war ziemlich in Ordnung, wenn auch fr meinen Geschmack ein klein wenig zu Bass/Schlagzeug-lastig.

Ein toller Abend mit viel Thrash Metal, Crossover und Erinnerungen an "alte Zeiten" ging dann zu Ende. Alle drei Bands konnten berzeugen und das Ganze war auch preislich hchst erschwinglich. Das Konzert war sehr gut besucht, wenn auch nicht ganz ausverkauft. Sollten DR LIVING DEAD! ihr Level halten knnen in der nchsten Zukunft darf man sich weiter auf gute Platten und energiegeladenen Auftritte freuen.

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