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18. Juni 2018 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing OPERATION MINDCRIME, TILL DEATH DO US UNITE
Ort Andernach, Juz Live Club
Datum 10.02.2018
Autor Thorsten Dietrich, Bilder: Byrt Djouad
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Ex-Queensryche Frontmann Geoff Tate war mit seiner neuen Truppe Operation Mindcrime nach einer Akustiktournee 2017 wieder in seiner zweiten Heimat Deutschland und zelebrierte den 30. Geburtstag des wohl besten Albums seiner Karriere "Operation Mindcrime". Als ich in im Juz Andernach an diesem recht angenehmen Februarabend mitten in der Karnevalshochzeit ankam war der Club schon gut gefllt. Der Altersdurchschnitt darf ich frech als 45+ beschreiben und am Merchandisestand gab es drei T-Shirt Motive 20-25 Euro), CDs und fr 50 Euro kann man ein Meet & Greet mit Geoff kaufen der dann auch Fotos mit sich machen lsst und Autogramme gibt. Davon wollte heute Abend keiner was wissen. Vielleicht htte der Winzer lieber nur seinen Wein ins Merchandise aufgenommen als solch fragwrdige Methoden zu zelebrieren, zumal die drei Operation Mindcrime Alben nach Queensryche nicht das Gelbe vom Ei sind um es mal freundlich zu formulieren! Jetzt traten jedoch ohne vorher irgendwo im Netz oder den Plakaten erwhnt zu sein erst mal Till Death Do Us Unite auf. Die Band von Geoffs Tochter Emily zu der auch der Bassist und Gitarrist (anscheinend ihre bessere Hlfte) aus Operation Mindcrime gehrten spielte eine Art Gothic/ Indie / Alternative Rock bei der manche Kerle auf den groen Vorbau der Dame starrten, whrend andere sich ber die grelle Haarfarbe, das dicke Makeup und die Mucke wunderten (also ich). Die Musik war nicht wirklich schlecht, ebenso der Gesang, doch spannend oder interessant genug zum Bleiben vor der Bhne empfand ich es nicht. Die Keyboards kamen hier jedoch aus der Konserve.Ich habe aber schon weitaus schlimmere Vorbands in meinem Leben gesehen!

Danach lie Geoff Tate und seine Truppe die vielleicht 300 Fans etwas warten, jenseits der Karnevalszeit wren bestimmt noch mehr gekommen! An der Bhnendeko kann das nicht gelegen haben. Es gab nmlich keine, auch kein Backdrop! Wer Tates Ex-Band frher live oder als DVD (z.B. "Mindcrime at the Moore" mit diesem Album schon mal erlebt hat, wei wie viel Showelemente (Leinwand, Schauspieler, Requisiten) da mal mehr und weniger im Spiel waren. 2018 ist davon wegen des offensichtlich geringen Budgets nichts mehr von zu sehen. Auch die Allstarband aus dem Pressetext mit Musikern wie Simon Wright die auch die drei Bandalben von Tates neuer Combo eingespielt haben waren in Andernach nicht dabei! Spter stellte Tate die Band, bestehend aus zwei Gitarristen, einem Keyboarder / Gitarristen, Bassisten und Drummer als Multi-Kulti Truppe mit Musikern aus Spanien, Kanada, England und Brasilien vor, wenn ich mir das alles so richtig merken konnte. Die bis auf den schchternen Bassisten alle recht gut aufgelegten Musiker lieferten auch eine gute Leistung / Show ab. Schade nur, dass das drehende Keyboard der einzige optische Gimmick war. Ob der schn posende Keyboarder nachher an der dritten Gitarre berhaupt zu hren war, lassen wir mal genauso dahin gestellt. Apropos Optik! Geoff Tate kam im (Karnevals) Mafiosi Outfit mit schwarzer Weste, Hut, bunter Krawatte und Hemd. Dazu Vollbart und eine runde, getnte Brille. Ein optisches Chamleon war er ja schon immer, das hier passte aber gar nicht. Wie gut das nur die Stimme zhlte und relativ agil, gut drauf und kommunikativ war der in Stuttgart geborene Amerikaner auch. So spielte er mit seiner Band das 1988er "Operation Mindcrime" Album am Stck nebst einigen Soundeinspielungen, gesprochenen Durchsagen die auch auf dem Album waren und einfach dazu gehren. Hits wie "I Dont Believe In Love" oder "Revolution Calling" haben nichts von ihrer Strke verloren und auch Tate schien Spa zu haben. Als "Sister Mary" kam dann Tates Tochter Emily mit blonder Percke auf die Bhne und machte ihre Sache annehmbar aber nicht gut, hier ist Pamela Moore unvergesslich. Das Publikum sang allgemein begeistert mit was auch sicherlich zur guten Laune von Tate verhalf. Nach dem regulren Album gab es noch das geniale "Empire" und die Megaballade "Silent Lucidity" als Zugaben und um 22.30 Uhr war das Konzert zu Ende. Lang geht anders vielleicht 70 Minuten dauerte der Spa! Nach dem Konzert war Geoff auch schon im Hotel verschwunden.

Insgesamt war dieser Abend trotz einiger Defizite eine gute Sache die mit 25 Euro im VVK recht moderat fr die heutige Zeit war. Es wre schn, wenn Tate auch wieder mehr seiner alten Hits live spielen wrde, denn das wollen die Leute einfach hren! Ich wrde auch wieder kommen. Das Tate die ganz frhen Werke nicht mehr spielt oder sogar ablehnt, wie man so hrt empfinde ich als echt schade! Aber auch "Empire" in seiner vollen Lnge wre eine gute Idee fr kommende Tourneen.

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