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13. Dezember 2018 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing SEPTICFLESH, INQUISITION, ODIOUS
Ort Hamburg, Marx
Datum 25.01.2018
Autor Marc Schallmaier
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Der Auftakt in meine persnliche Konzertsaison 2018 gestaltete sich etwas holprig, aber nun, dass kenn ich nun nicht anders und wer kann von sich behaupten, dass immer alles rund luft? Wohl keiner. Das erste Konzert in diesem Jahr stand ganz im Zeichen des Leibhaftigen, denn die Satansbraten von SEPTICFLESH und INQUISITION sollten zum Tanz aufspielen. Das Konzert war eigentlich die ganze Zeit ber fr die weitaus grerer Markthalle ausgeschrieben, weswegen ich mich selber im Vorfeld fters mal fragte, wie man mit dem Billing gedenkt knapp tausend Leute zu mobilisieren. Und parallel fand in einer anderen Hamburger Lokalitt ein ganz hnliches Black Metal Konzert statt. So hielt sich die Verwunderung in Grenzen, als ich bei der Markthalle ankam und mir mitgeteilt wurde, dass das Konzert im wesentlich kleineren Marx stattfinden wrde. Zur kurzen Erklrung: das Marx ist eine kleiner Nebenraum die sich in der Markthalle befindet. So konnte der Abend dann auch beginnen.

Als erstes kam die mir vllig unbekannte Band ODIOUS auf die Bhne. Der Drummer nahm seinen Platz hinter seiner Schiebude ein, der Gitarrist und der Bassist waren ebenfalls startklar und in der Mitte der kleinen Bhne stand dann noch ein Mikro. Die Musiker fingen an zu spielen und intoniertem den ersteh Song. Okay, eine Mischung aus Black und Death Metal, das Ganze sehr verfeinert mit orientalischen Versatzstcken (die Band kommt aus gypten), die allesamt vom Band kamen. Anscheinend war die Nervositt dann doch noch etwas da, denn gleich beim ersten Song verpatzte der Drummer seinen Einsatz und hing ein gutes Stck hinter den anderen und vor allem den Samples vom Band hinterher. Aber wo war der Snger? Naja, vielleicht war der erste Song ja auch ein sehr langes Intro. Der Song war vorbei und von einem Frontmann keine Spur. Der zweite Song ging los und wieder blieb der Platz hinter dem Mikro verwaist. Erst danach kam der Bassist ans Mikro und erklrte der verdutzen Menge, dass der Snger krank ist und definitiv nicht am heutigen Konzert mitwirken kann. Die Band wrde aber trotzdem ihr Konzert weiter fortsetzen und eben einen instrumental Gig daraus machen. Dafr gab es Applaus, und der dann folgende Set war vllig in Ordnung. Gerade dieser orientalische Einschlag war wirklich gut und ich hoffe, dass ich ODIOUS mal mit ihrem Snger live erleben kann.

Es ist ja schon lustig, oder auch eben nicht, ganz wie man damit umgehen kann. Die erste Band ODIOUS spielte schon ber das Schlagzeug von INQUISITION, und trotzdem dauerte die Umbaupause eine gefhlte Ewigkeit. Und INQUISITION bestehen nur aus zwei Musikern! Irgendwann war dann aber auch gut und das Intro erklang. Das INQUISITION eine gute Live Band sind hat sich inzwischen rumgesprochen, denn das Marx war rappelvoll als die beiden Musikanten auf die Bhne kamen. Nach dem Intro gab es dann mit "From Chaos They Came" und "Hymn For A Dead Star" gleich zwei amtliche Vollbretter. Aber auch hier lief nicht alles rund. Stndig rannte einer der Roadies zwischen Bhne und Mischpult hin und her um auf irgendeinen Fehler oder Missstand hinzuweisen. Aber anscheinend nderte sich nichts, denn irgendwann kam der Mischer selber zum Bhnenaufgang und guckte nach dem Rechten. Er konnte aber nichts finden, denn er ging kopfschttelnd wieder zurck zu seinem Mischpult und strafte den Roadie mit bsen Blicken. Whrenddessen setzten INQUISITION unbeeindruckt ihren Auftritt vor. Da man es mit Kommunikation mit dem Publikum nicht so hat im Hause INQUISITION lsst man lieber die Songs sprechen, und so gab es unter anderem noch "The Realm Of Shadows Shall Forever Reign" und "Astral Paths To Supreme Majesties", bevor der Auftritt mit "A Magnificent Crypt Of Stars" sein Ende fand. Ein wie immer sehr berzeugender Auftritt des amerikanischen Duos.

Den Abend beendeten dann die Griechen von SEPTICFLESH, die allerdings uerst routiniert ihren Set runterkurbelten. Hatte man sich bei INQUISITION schon an das miese Licht und den gelegentlichen Trockennebel gewhnt, so legten SEPTICFLESH hier noch eine Schippe drauf. Quasi nur noch rotes Licht und Nebel bis der Arsch platzt. Stellenweise konnte man gar nichts mehr im Marx sehen. Allein durch die Tatsache, dass das Publikum gut mitging, Hnde und Kpfe schttelte und so fr eine gewisse Luftzirkulation sorgte, verzog sich der Nebel wieder, bis halt wieder Nachschub von der Bhne gepustet wurde. Wie bereits eingangs erwhnt war der Set sehr routiniert, die Bhne war fr die vier Hnen eigentlich auch viel zu klein, so dass alle einen sehr minimalen Bewegungsradius hatten. Aber auch die Ansagen von Spiros Antoniou waren schon nach wenigen Minuten so monoton als kmen sie vom Band. Songs wie "The Vampire From Nazareth", "Martyr", "Prometheus" oder auch "Enemy Of Truth" knallen aus der Konserve ganz ordentlich, live wollten die Tracks einfach nicht znden. Die knapp 170 Leute sahen das zwar etwas anders und feierten die Band gut ab, als der Set aber nach knapp 50 Minuten dann zu Ende war kam auch hier eine gewisse Enttuschung auf. "Anubis" und "Dark Art" waren die Raussschmeisser von SEPTICFLESH, bevor das Licht anging und das Hamburger Publikum in die Klte geschickt wurde.

ODIOUS klangen sehr vielversprechend und man sollte die Band im Auge behalten. INQUISITION lieferten ordentlich ab, whrend SEPTICFLESH ihren Set recht emotionslos runter daddelten. Als Headliner erwarte ich da einfach etwas mehr, gerade wenn man eine Truppe wie INQUISITION vor sich hat. Die Merchandise Preise waren im normalen Bereich, fr eine Shirt muss man mittlerweile zwanzig Taler hinlegen, dass ist nichts ungewhnliches mehr. Liegen die Preise darunter sollte man definitiv zuschlagen. Ansonsten war der Sound bei allen Bands vllig in Ordnung und an die extremen Lichtverhltnisse bei dieser Art von Konzerten habe ich mich auch in meiner Funktion als Fotograf mittlerweile gewhnt. Die Besucher gingen am Ende zufrieden nach Hause,was schluendlich wirklich zhlt.

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