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16. Jul 2018 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing NASTY, LIONHEART, GET THE SHOT
Ort Hamburg, Knust
Datum 30.11.2017
Autor Marc Schallmaier
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LIONHEART hatten sich eigentlich im November 2016 aufgelst. Man wolle sich auf die privaten Dinge wie Jobs, Familie und Freunde konzentrieren. Aber lange hielten die Jungs aus Oakland diesen Zustand nicht aus. Snger Rob spricht auch mittlerweile von einem Fehler, aber nun ist die Truppe ja wieder am Start. Um ihr letztes Album zu prsentieren hat man sich wieder einmal mit den Belgiern von NASTY verbrdert um quer durch Europa eine Schneise der Verwstung zu hinterlassen. NASTY hatten damit die Gelegenheit, Songs von ihrem neuen Album "Realigion" live zu spielen.
















Den Abend erffneten die Kanadier von GET THE SHOT. Zwar gibt es die Kapelle schon seit 2009, das Quintett aus Quebec ist aber eher nur Insidern der Hardcore Welt ein Begriff. Das drfte sich aber mittlerweile gendert haben, denn nach sptestens dieser Tour hat sich die Band einen echten Namen gemacht. Und hier wurde mir auch mal wieder aufgezeigt, warum ich immer wieder gerne zu Konzerten von Hardcore Bands gehe: das Publikum wird komplett in die Show involviert. Ob der Snger nun sein Mikro in die ersten Reihen hlt, damit die Fans mitsingen knnen, ob ein Mitglied aus der Band einen Spaziergang durch die Zuschauerreihen macht oder der Frontmann sich im Freistil Klettern in der Halle versucht um so die Leute vor der Bhne zu begeistern. Wann sieht man sowas noch bei einer Metal Show? Ganz zu schweigen von der Aufforderung, auf die Bhne zu kommen und sich dem Stagediven hinzugeben. GEHT THE SHOT machten all dass, und nebenbei spielten sie eine gute halbe Stunde ein paar sau gute Songs. Es ist nicht verwunderlich, dass die Band fr das Jahr 2018 schon auf ein paar Festivals gebucht wurde. Die Truppe sollte man als Hardcore Fan im Auge behalten, die Jungs haben definitiv das Potential, die Energie und den Willen fr Mehr!



















Nach einer Umbaupause war es dann Zeit fr die wieder auferstandenen LIONHEART. Mit "Cali Stomp" und "Hail Mary" gab es einen amtlichen Einstieg und die Menge vor der Bhne ging komplett steil. Da wurde gemosht, gepogt und von der Bhne gehpft als wenn es kein Morgen mehr geben wrde. Aber der Auftritt von Snger Rob und seinen Kollegen wirkte eine Spur zu routiniert. Ich kann das nicht genau beschreiben aber irgendetwas lief nicht ganz rund, trotz einiger lustigen Kommentare von der Bhne und ordentlich Bewegung der Band. Bei dem Song "Love Don't Live Here" wechselten Frontmann Rob und Schlagzeuger Jay die Positionen. Aber auch das wurde bereits auf der Abschiedstour 2016 so gehandhabt und war somit keine echte berraschung fr Leute, die LIONHEART schon frher live gesehen haben. Was mich persnlich etwas strte war der inflationre Gebrauch von Drummer Jay von einem "Drop Bass Sample", der wirklich so tief war, dass er schon im Magenbereich etwas schmerzte. Die restliche Songauswahl war eine gute Mischung aus Klassikern wie "Keep Talkin'" und neueren Songs wie "Trial By Fire". Beendet wurde der Auftritt mit "Lock Jaw" und "LHHC", und die Leute waren zufrieden, und das ist is ja auch eigentlich das Wichtigste!













Den Abend beendeten dann NASTY, die nach einer weiteren kurzen Umbaupause die Bhne enterten. Im Gegensatz zu LIONHEART setzt der gemeine NASTY Fan eher auf den "Beatdown" Tanzstil als auf ein gepflegtes Pogo. Aber sowohl GET THE SHOT wie auch LIONHEART hatten das Publikum schon stark gefordert, so dass bei so manchem Zuschauer schon etwas die Luft raus war. Sehr zum Verdruss von Snger Matthias, der das Publikum mehr als einmal aufforderte, nher an die Bhne zu rcken oder sich zumindest etwas zu bewegen. Im spteren Verlauf des Konzerts sollte dies dann aber auch ohne weitere Ansage funktionieren. Wie bei den beiden anderen Bands auch war der Sound wirklich gut, und NASTY hatten sich zustzlich noch eine paar Licht Gimmicks auf die Bhne gestellt. "At War With Love", "Fire" und "Dirty Fingers II" waren die Einstiegsongs und Frontmann Matthias sowie Bassist Berry waren stndig in Bewegung. Der Mann an der Gitarre war eher der etwas ruhende Pol, hatte aber trotzdem eine aggressive Ausstrahlung, die gut zu dem Sound von NASTY passte."Slaves To The Rich", "As The Blood Runs Cold" und natrlich "Zero Tolerance" am Ende waren weitere Songs dieses Abends, bevor auch NASTY ihren Feierabend bekannt gaben.

Als Fazit kann man sagen dass es ein berdurchschnittlich gutes Hardcore Konzert fr einen fairen Preis war. Das Knust in Hamburg war ausverkauft, was ja auch ein entsprechender Beleg fr die Tatsache ist, das gengend Leute Bock auf diese Musik bzw. Bands hatten. Mit GET THE SHOT gab es einen mehr als erfrischende Neuentdeckung, LIONHEART lieferten solide ab whrend NASTY ihrem Status als Abrissbirne Nummer Eins im Bereich Hardcore - Beatdown untermauerten. Schn war es auch zu sehen, dass alle Bands es fr ntig erachteten ein klares Statement gegen Rassismus und Faschismus abzugeben. Das ist auch so ein Punkt, der mich bei vielen Metal Bands einfach strt, um noch einmal auf den Punkt zurckzukehren, warum ich gerne zu Hardcore Konzerten gehe. Ein schner Abschluss des Konzertjahres 2017!

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