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13. Dezember 2018 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing MAX & IGOR CAVALERA RETURN TO ROOTS, OVERKILL, INSOMNIUM, DESERTED FEAR
Ort Hamburg, Groe Freiheit
Datum 29.11.2016
Autor Marc Schallmaier
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MTV, kennt das noch einer? Ja, genau, ein Fernsehsender der Musik Videos spielte. Und bevor der Sender anfing mit Handy Klingeltnen Geld zu verdienen, gab es viele verschiedene Formate auf diesem Sender. Eines dieser Formate nannte sich "Headbanger's Ball". Ab 1990, immer Sonntags, wurden dann Videos der hrteren Gangart gespielt. Fr Menschen wie mich eine Offenbarung, war es doch nahezu die einzige Mglichkeit, etwas Audiovisuelles in Sachen Rock und Metal aufzusagen. Spter verschwand die Sendung dann, ebenso wie der Fernsehsender im Pay-TV Bereich. Aber seit einem Jahr lsst man zumindest den Namen wieder hochleben und lsst und diesem Banner eine interessante Mischung an Bands durch die Lande ziehen. In diesem Jahr waren es DESERTED FEAR, INSOMNIUM, OVERKILL sowie Max & Igor Cavalera, die sich erneut mit dem SEPULTURA Album "Roots" auf die Bhne schwangen.

Fr die Jungs aus Thringen von DESERTED FEAR war das Jahr 2017 wohl eines der ereignisreichsten in ihrer zehnjhrigen Bandgeschichte. Zu Beginn des Jahres kam das neue Album "Dead Shores Rising" auf den Markt, dass nahezu berall superbe Bewertungen bekam und an vielen Stellen als eines der Top 10 Death Metal Alben des Jahres 2017 gehandelt wird. Im Anschluss ging es fr die Band on the road, zahlreiche Konzerte und Festival Auftritte wurden gespielt. Umso erstaunlicher dass das Quartett immer noch vor Spielfreude sprhte an diesem Abend. Denn die Umstnde waren nicht wirklich rosig. Das Konzert ging sehr frh los (18.00 Uhr), und demzufolge waren noch nicht viele Besucher anwesend. Weiterhin erschwerend war die Tatsache, dass DESERTED FEAR nur einen Minimum an Platz auf der ansonsten eigentlich groen Bhne hatten. Der Grund: die Sets von MAX & IGOR CAVALERA, OVERKILL und INSOMNIUM standen auch bereits auf der Bhne. Aber wie schon gesagt, die Jungs hatten richtig Bock, nutzen den kleinen Raum und suchten den Kontakt zum Publikum. Der Auftritt dauerte nur etwas mehr als 30 Minuten, beinhaltete aber Hits wie "Kingdom Of Worms", "Fields Of Death" oder auch "Bury Your Dead". Das war ein starker Start in den Abend von DESERTED FEAR.

Danach ging es etwas gemchlicher mit den Finnen von INSOMNIUM weiter. Nach einem kurzen Intro kam das Quartett aus Joensuu auf die Bhne. "The Primeval Dark" und "While We Sleep" waren die beiden Einsteiger in die Show. Zwar waren mittlerweile etwas mehr Menschen in der Groen Freiheit, so richtig voll war die Location aber immer noch nicht. Der melodische Death Metal kam aber gut an, und das Publikum ging gut mir. Obwohl die Band etwas mehr Platz auf der Bhne hatte, wurde dieser nicht wirklich genutzt. Klar, es wurde gepost und die Matten geschttelt, aber das war es dann auch schon. Die Kommunikation mit dem Publikum beschrnkt sich auch auf ein Minimum. Nichtsdestotrotz liefern INSOMNIUM routiniert ab. "The Killjoy", "Wheater The Storm" oder "One For Sorrow" zum Abschluss lieen eigentlich niemanden vor Bhne kalt, und so kam es tatschlich zu einzelnen Zugabe Rufen, nach dem die letzten Akkorde erklangen.

Wie bereits oben geschrieben waren alle Sets auf der Bhne aufgebaut. Trotzdem dauerten die Umbaupausen ewig, da nach erfolgtem Abbau immer noch ein kurzer Soundcheck durchgefhrt wurde. Als dann endlich alles bereit war kamen die fnf Amerikaner von Overkill mit "Mean, Green, Killing Machine" auf die Bhne. Was folgte war ein Thrash Metal Feuerwerk der obersten Gteklasse. "Rotten To The Core", "Electric Rattlesnake" und "Hello From The Gutter" waren die nchsten Klassiker die folgten. Es waren wieder ein paar mehr Nasen im Publikum, und whrend bei INSOMNIUM noch eher Zuhren angesagt war, wurden nun Fuste und Haupthaar geschttelt. Hauptaktivposten war natrlich Snger Bobby "Blitz" Ellsworth. Trotz seiner Erkrankungen und der Tatsache, dass er immer wieder kurz "verschwindet", um sich mit reinem Sauerstoff vllig legal aufzuputschen, hatte er die Bhne und das Publikum voll im Griff. Aber auch Bassist D.D. Verni und Gitarrist Derek Tailer kommunizieren auf ihre Art und Weise mit dem Publikum. Letzterer suchte immer wieder den Blickkontakt mit dem Publikum und machte seine Spchen mit der Security. Weitere Songs waren "In Union We Stand", "Goddamn Trouble" und "Ironbound", bevor der Set mit "Elimination" und natrlich "Fuck You" beendet wurde. Es war ein klasse und energievoller Auftritt, den OVERKILL ablieferten!

Die nun folgende Pause dauerte unfassbar lang. Obwohl die Stagehands in aller Eile die Bhne von den OVERKILL Materialien befreit hatten, wurde ohne Ende am Sound fr Max & Igor Cavalera rumgespielt. Als dann endlich alle Regler richtig eingestellt waren, ging es los und die beiden Cavalera Brder kamen zusammen mit ihren zwei Mitstreitern auf die Bhne. Erst zu Beginn des Jahres waren die Vier auf Tour, und sie prsentieren genau den gleiche Set. Das empfand ich ehrlich gesagt als erschreckend, aber wer im Januar die doch recht dnne Show verpasst hatte, konnte nun nachholen. Max Cavalera machte dabei mir den Gr August, sorgte fr etwas Kommunikation und bot ein wenig Entertainment. Das war es dann aber auch schon. Seine drei Mitmusiker vollfhrten Schwerstarbeit an ihren Instrumenten, und das Publikum rastete dem Alter entsprechend aus. Nach dem das Album "Roots" durchgespielt wurde gibt es als Zugabe eine mittelmige Cover Version von "Ace Of Spades" sowie erneut "Roots Bloody Roots" aber diesmal Noise Variante. Fr einen Headliner ist das meiner Meinung nach zu wenig. Aber nun, es gab ja noch massiv gutes Material von anderen Bands an diesem Abend.

Alles in Allem kann man von einem uerst gelungenen Abend sprechen. Mit DESERTED FEAR und OVERKILL kam es zweimal die komplette Vollbedienung, whrend bei INSOMNIUM eher die Atmosphre und die Melodien auftrumpften. Der Headliner spielte ein tolles Album durch, was allerdings bereits zwanzig Jahre auf dem Buckel hat. Der Sound war ziemlich klasse, hier und da aber doch sehr basslastig und hinterlie ein kleines Drcken im Bauch. Das Licht war ebenfalls gut, und das anwesende Publikum hatte seinen Spa. Auch wenn die Groe Freiheit nicht im Ansatz ausverkauft war.

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