Navigation
                
18. Jul 2018 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing CRIPPER, DUST BOLT, SABIENDAS, FABULOUS DESASTER
Ort Andernach, Juz Live Club
Datum 09.12.2017
Autor Thorsten Dietrich, Bilder: Jrgen Simon
>> Als E-Mail versenden

Drei Mal Thrash Metal und einmal Death Metal wurde uns diesen Dezember im Andernacher JUZ in der Reihe "Masters Of The Underground" spendiert. Als ich den JU Live Club Juz bei ganz leichtem Schneefall erreiche sind vielleicht 70-80 Zuschauer anwesend, was fr das Billing und einem Samstagabend sicherlich sehr schade ist. Die Konkurrenz ist aber gro und der Underground muss sich z.B. gegen diverse andere Gigs und Majorveranstaltungen wie das "Ruhrpott Metal Meeting" am gleichen Wochenende wehren. Aber auch der einsetzenden Winter und diverse Weihnachtsmrkte knnte ich als Konkurrenz anfhren.

Den Reigen erffnen die Bonner Thrasher Fabulous Desaster deren Schreibweise sicherlich an die Koblenzer Black-Thrasher Desaster erinnern und ansonsten flotten Thrash Metal ohne Sperenzchen, aber mit massivem Spa in den Backen in die Zuschauermenge feuerten. Das Quartett ist seit 2010 am Start und seit 2015 in diesem Line-up. Frontmann und Gitarrist Jan prgt mit schrill-heierer Stimme das Geschehen, was perfekt zu den messerscharfen Riffs passt. Irgendwie erinnert mich die Rhre an einen Zwitter aus Schmier und Paul Baloff kurios! Dazu flogen die Matten und es war auch gut Bewegung auf der Bhne. Damit gewinnen die Herren sicherlich keinen Originalittspreis, knnen mich aber wie auch auf dem "A Chance For Metal Festival" mit ihrer Performance gut unterhalten, was sich auch im Publikum und deren Resonanz sprbar war. Nach dem Debt "Hang Em High" von 2016 soll wohl bald das zweite Album der NRW-Truppe in den Startlchern stehen. Wir sind gespannt!

Nach der Umbaupause kamen nun die Death Metal Truppe Sabiendas an die Reihe die schon etwas lter waren als die Bonner und zu fnft gut walzenden Death Metal in die leider recht dnne Zuschauermenge warfen. Dabei konnten sie brachial und nicht zu schnell mit erhabenen Riffs punkten. Die Truppe mit Dame an der Gitarre htte durchaus mehr Applaus verdient und wurde von der sich seltsamerweise ausdnnenden Menge recht verhalten aufgenommen, was ich echt schade fand! Lustiger weise hatte ich den Frontmann vor dem Konzert mit dem ebenfalls anwesenden Secutor Shouter Bobby Bald verwechselt, Frisur, Bart und Statur waren halt recht gleich. Jener Jan hatte auf den Promofotos noch eine Matte, so schnell kann es gehen Mnner! Besagter Jan rhrte sich richtig tief durch Lieder der Alben "Restored To Life" (2013) und des Zweitlings "Column Of Skulls" (2015) was die Truppe fr faire 15 Euro auf Vinyl plus Mp3s am Merchstand vertickte. Auch diverse Bundles hatten tolle, faire Preise und selbst auf der Homepage samt Porto ist der Underground-und Fairness Gedanke der Combo allgegenwrtig. Hervorheben mchte ich noch Drummer Toni dessen kraftvolles und effektives Spiel zuzuschauen einfach tierisch viel Spa machte! Was leider fehlte war ein cooles, groes Backdrop, vielleicht von dem starken Artwork der "Column Of Skulls" Platte? Dann sieht die Bhne nicht so kahl aus! 2018 soll auch eine neue Scheibe folgen aus der ein Lied prsentiert wurde wenn ich mich recht erinnere.

Als dritte Formation kamen die Sddeutschen Thrasher Dust Bolt und entfachten ein richtiges Inferno! Die wie Brder aussehenden Herren am Gesang/Gitarre Lenny Breuss und Bene Mnzel am Bass bekamen anscheinend Laufmeilen und hatten gut Kaffee intus. So fit und mitreiend fegten sie mit imposanten Matten ber die Bretter des Juz Andernach Spielfreude pur! Drummer Nico Remann hatte kein Hemd dafr nen Obernlippenbart und schwitzte sich mit einem Grinsen durch das Set. Dust Bolt legten eher Wert auf Spa, denn filigranes Spiel und mobilisierten die anwesende Menge vor der Bhne zu Pogo und Headbangen. Mit drei Alben in der Hinterhand und gut 11 Jahren Erfahrung hat die ehemalige Schlergruppe aus Landsberg am Lech genug Routine und Erfahrung um dies zu einem gelungenen Gig werden zu lassen. Im Gegensatz zu den beiden Vorgngerbands orientierten sich Dust Bolt eher am US-Thrash und mischten auch frhe Crossover und Hardcore Einflssen unter. Denen gehrt die Zukunft!

Nun war es Zeit fr den Headliner Cripper aus Hannover. Die hatten Backdrops und Bannerstnder auf der Bhne und einen vielleicht minimal lngeren Soundcheck als der Rest und schon ging es reibungslos wie den ganzen Abend auch weiter. Die Thrasher um Frontfrau Britta Gtz haben sich in den letzten 12 Jahren seit ihrer Grndung mit fnf Alben und jede Menge Tourneen in die Herzen der Metalfans gespielt und mit den beiden Alben "Hyena" (2014) und dem recht aktuellen Nackenbrecher "Follow Me: Kill!" eine wirklich eigene Note mit viel Abwechslung innerhalb der Alben erlangt. Die Erfahrung und fnf Alben in der Hinterhand merkte ich der Norddeutschen Formation immer an! Dank gutem Material und professioneller Show hatten Cripper den Headlinerstatus zu Recht. Die Fans reagierten noch eine Spur enthusiastischer als bei Dust Bolt und schon direkt beim am Anfang sprang Frontfrau Britta in die Menge und legte dort eine Gesangseinlage aufs Parkett nachdem auch schon mal ein Fan in der ersten Reihe das Mikro vor den Mund gehalten bekam. Wie alle Bands des heutigen Abends gab es keine Angeberposen oder irgendwelches Rockstargehabe, sondern eine satte musikalischen Faustschlag in Sachen Metal. Auch lockere und ungeknstelte Ansagen beherrschte Britta, wenn sie nicht sang oder mit der mnnlichen Besetzung an den Langhlzern die Matten schttelte. Im Gegensatz zu diversen anderen Combos wurden von Britta hier eher mnnlich tnende Thrash Vocals als Growls prsentiert was echt interessant und anders war. Kurioses am Rande: whrend andere Bands diverse Gitarristen oder Schlagzeuger verschleien ist es bei Cripper immer "nur" der Bassist. Aber Basser Nr. 6 Lommer ist seit Frhjahr 2107 an Bord und hatte den schicksten Weihnachtspullover des ganzen Abends. Die Show war auf jeden Fall gut und ein wrdiger Abschluss. Schickes Merchandise und viele unterschriebenen Artikel hatten die Norddeutschen auch im Programm.

Die vier Bands wussten im Dezember zu berzeugen und ich bin mal gespannt, ob die 2018er Ausgabe der Reihe "Masters Of The Underground" u.a. mit Alpha Tiger im Januar auch so ein Abriss wird!












<< vorheriges Review
THE LAST STAND 2017 - Niedermendig, Schtzenhalle
nchstes Review >>
MAX & IGOR CAVALERA RETURN TO ROOTS, OVERKILL, INSOMNIUM, DESERTED FEAR - Hamburg, Groe Freiheit


Zufällige Reviews